ADHS und Depression – Empfindsamkeit für Kritik

Ich hab ein wenig rumexperimentiert und ein Video-Tutorial bzw. Info zum Thema „Rejecition Sensitive Dysphoria“ gemacht. Also Probleme in der Gefühlsregulation mit Reizbarkeit und Stimmungseinbrüchen, die speziell bei Kritik oder angenommener Ablehnung und Abwertung auftreten.

Viele meiner Patientinnen und Patienten haben dieses Problem. Leider verwechseln die meisten Psychiater bzw. Psychotherapeuten das Phänomen aber mit Persönlichkeitsstörungen, Sozialer Phobie oder einer Bipolaren Störung.

Wenn man aber nicht weiss, was es ist und wie man damit umgeht, wird auch kaum mit einer herkömmlichen Psychotherapie eine Hilfe möglich sein. Auch herkömmliche Medikationsversuche versagen da häufig.


Nett wäre, wenn der Beitrag möglichst viel geteilt und diskutiert wird. Nur so kann sich das Wissen verbreiten.

Wenn Du die Entwicklung weiterer Tutorials mit unterstützen magst und kannst, schau mal auf meiner Patreon-Seite vorbei

Gefrässige Ranzenmonster und einfache Lösungen

Seit wenigen Wochen geht unser Sohn auf eine neue Schule. Zwar ist er aktuell krank, aber die Email gestern hat mir den Tag gerettet.

Die Schulsekretärin scheint ihre Klientel sehr gut zu kennen :

 

Sehr geehrte Eltern,

 

über die Ranzenpost haben Ihre Kinder heute die Einladung zum Elternsprechtag am Donnerstag, d. 20.10.2016 erhalten. Wie immer sende ich Ihnen die Einladung zusätzlich per pdf, um dem gefräßigen Ranzenmonster entgegen zu wirken.

Warum haben mich nicht früher Schulmitarbeiter vor diesem gefährlichen Monstern gewarnt ? Sie scheinen sich grundsätzlich von Schulmitteilungen, Klassenarbeiten und losen Blättern aus Mappen zu ernähren.  Keine Chance für die „Ranzenpost“. Obwohl mein Sohn ganz sicher die Mitteilungen abgeben wollte, wenn er sie denn nicht an das Ranzenmonster verloren hätte.
Das war an seiner alten Schule eines der Hauptprobleme…. Schier unlösbar für die Schule.

Nach meiner Beobachtung verschmähen Ranzenmonster dagegen Tupper-Dosen (speziell mit Brot oder Obst), was den schwunghaften Handel auf Anti-Ranzenmonster-Parties erklären könnte auf denen sich speziell Mütter rumtreiben.
Selber scheinen die kleinen Monster wiederum Schimmelkulturen in den unteren Etagen der Ranzen anzulegen, wo sie vermutlich schlafen oder für die Ferien eine Notration bunkern.

Ich habe gestern erfahren, dass gegen Zika-Viren bzw. die Mücken sehr innovative Therapien entwickelt werden. Das gemeine Ranzenmonster scheint weiter verbreitet zu sein. Auch bei mir in der Schulzeit hatte ich unter diesem Mistfiech zu leiden.  Eine Therapie scheint es dagegen nicht zu geben. Muss man sich halt damit abfinden und das Beste draus machen.

Leider gab es damals noch keine PDF und Emails.

Aber die Email selber und die Tatsache mal eine humorvolle und konstruktive Schulmitteilung zu bekommen, rettete meinen Tag.

Welche Erfahrungen habt ihr zur artgerechten Haltung der Ranzenmonster gemacht ? Hilft es, sie nett zu behandeln ?

Ist es eigentlich ein ER oder eine SIE (was ich vermute) ?

 

Ärger mit Abmahnung

Tja, selber schuld oder dumm gelaufen ? Ich weiss nicht….

Ich habe derzeit massiven Ärger wegen einer Urheberrechtsverletzung an einem Bild, das ich hier gepostet habe.  Ich habe da ein ein Tool zur Bildgenerierung genutzt, das ich wohl nicht für den Blog hätte verwenden dürfen.  Wobei ich mir wirklich keiner Schuld bewusst war und ja den Blog auch als Hobby bzw. zur allgemeinen Information betreibe

Fair wäre ja, wenn man Rechte an einem Bild geltend macht, mich erstmal persönlich zu kontaktieren.

Nun ja. Ich werde mit meinen Projektideen erstmal ein wenig kürzer treten müssen, bis ich die fianziellen Auswirkungen abschätzen kann.

Danke, an alle Unterstützer auf  der Crowdfunding-Plattform Patreon bzw. über paypal, die mir da finanziell zur Seiten stehen. Danke aber auch für angebotene und erhaltene juristische Hilfestellung bzw. moralische Unterstützung !

Sowas tut wirklich gut.

Auch wenn es halt wirklich die Stimmung und auch irgendwie das Engagement für einen Blog verhageln kann, wenn man dann in so eine Sache von auf Abmahnungen spezialisierten „Experten“ gerät.

Aber : Aus Fehlern kann man lernen

Daher freue ich mich in Zukunft, wenn Ihr selber mir mit Logoideen für ADHS / Bildern / Cartoons etc zur Seite steht. Wir haben so viele kreative Köpfe in der ADHS-Szene, da muss ich wirklich nicht ausversehen „klauen“ und unrecht begehen.

Blog Psycho-Handwerker auf DocCheck

Seit kurzer Zeit ist der längere Betriebsurlaub meines 2. Blogs Seelenklempnerei beendet. Ich bin umgezogen auf das Portal DocCheck, das u.a. auch Ärzte und Psychotherapeuten als Leser hat.

Als Psycho-Handwerker werde ich dort alte Beiträge recyceln und neue schreiben.

Mal sehen, wie regelmässig das klappt.

Heute aktuell ein Beitrag zum Thema Suizidalität bei Männern.

Schaut einfach mal rein bzw. abonniert den Feed unter feed://news.doccheck.com/de/blog/621-psycho-handwerker/rss/

Besonders freue ich mich natürlich über Kommentare und Weiterverbreitung über die Sozialen Medien

ADHSler auf YouTube erklärt

Wenn Ihr die YouTube-Beiträge locker aufnehmen und ihnen folgen könnt, seid ihr vermutlich auch aus dem ADHS-Spektrum. Der folgende You-Tube Comedy-Clip ist gar nicht so weit weg von der Wahrheit und vermittelt positiv und unterhaltsam die Theorie von Jägern und Sammlern

Sinn und Zweck von ADHS-Medikamenten

Gestern habe ich einen Patienten neu aufgenommen. Er war u.a. vor wenigen Monaten wegen ADHS und Depressionen in Bad Bramstedt. Keine schlechte Adresse. Zuvor bei einem auf ADHS spezialisierten Hausarzt, der eng mit Cordula Neuhaus zusammenarbeitet. Auch keine Anfänger.

Seine Psychiaterin hat nun die Medikation komplett geändert und kombiniert 3 Antidepressiva mit einem Phasenprophylaktikum. Soweit kann man darüber ja diskutieren.

Nun schreibt Sie aber auf den Verordnungszettel für den Patienten, der mehr an mich gerichtet ist, dass jegliche Veränderung dieser Medikation sofort zur Suizidalität des Patienten führen würde. Und damit kontraindiziert = verboten ist.

Ich darf / soll / also nichts ändern.

Nun ja. Ich dränge mich ja nicht auf.

Frage also meinen Patienten, was das Rational hinter den 3 Antidepressiva sei.
1. Buproprion sei das Managermedikament. Es habe schon vielen geholfen. Sei jetzt aber so hochdosiert, da könne man nicht höher gehen. Davon nimmt er also 3 Tabletten.

2. Duloxetin 120 mg hätte er bekommen, warum wisse er aber auch nicht. Mache 2 Tabletten am Tag

3. Remergil bekomme er wohl zum Schlafen . 1 Tablette

und 4. Pregabalin : Weil er Stimmungseinbrüche hat. Nochmal 2

ADHS-spezifisch ist das nicht. Das stört aber ja keinen grossen Geist. Und ehrlich gesagt, war die vorherige „ADHS-Medikation“ auch nicht der Bringer, bzw. aus meiner Sicht (und in Übereinstimmung auch der Kollegen in Bad Bramstedt) zu hoch dosiert und eben auch schon ein bunter Medikamenten-Cocktail.

Sie hat aber die ganzen Pillen aus BB nun mit einem neuen Cocktail ersetzt.

Da aber die Ärztin auch nicht weiter wisse, habe sie gesagt, dass er nach dem Aufenthalt in der REHA dann nach Würzburg in die Psychiatrie solle…

Echt jetzt ?

Da fällt mir in der Ärztezeitung ein Artikel in den Blick, wonach Sinn und Zweck jeder dritten Arznei vielen Patienten unklar ist. Und ich glaube, auch vielen Ärzten.

Es bezieht sich zwar auf ältere Patienten, die dauerhaft 5 oder mehr Medikamente einnehmen müssen. Aber bei uns ADHSlern verliert man ja auch mal den Überblick, ob und welche Medikation man nun genommen hat und wofür.

Zumindest finde ich, dass man die ADHS-Medikation (oder meinetwegen Medikation gegen „Depression“) so simpel wie irgend möglich machen sollte. Studien belegen nämlich, dass die Polypharmazie nun ganz und gar nicht mehr hilft, sehr wohl aber mehr Wechselwirkungen und damit potentielle Nebenwirkungen macht.  Gerade bei Depressionen.

Und wir wollen nicht vergessen, dass sich viele depressive Menschen nun gerade mit einem Medikamenten-Cocktail umbringen wollen.

Ganz zu schweigen von dem Problem, dass man ja daran denken muss, dieses ganze Pillenzeug einzuwerfen. . Wenn man aber nun locker 5 oder mehr Tabletten zu 4 Zeiten am Tag einnehmen könnte, wäre man schon als neurotypischer Mensch eine Ausnahme. Das bekommen nämlich nur ganz ganz wenige Patienten hin.

Das als ADHSler zu schaffen, würde für mich Zweifel an der Diagnose aufkommen lassen (Ausnahmen mit sehr zwanghaften Menschen bestätigen hier die Regel).

Ich würde als mal annehmen, dass man so eine Verordnung gar nicht einnehmen wird / kann.
Logische Überlegung dahinter :
Tabletten, die man aber nicht einnimmt, wirken relativ schlecht bis gar nicht. Verursachen aber auch keine Nebenwirkungen.

Was sich dann viele meiner Patienten auch denken und eben die Tabletten da lassen, wo sie herkommen : In der Schachtel.

Nur 15 Prozent von Patienten einer Hausarztpraxis mit einer Multimedikation haben eine Ahnung, wofür die Tabletten sein könnten. Es gibt da dann arme „Würstchen“, die müssen nicht nur 5 Tabletten, sondern sogar 10 oder noch mehr verschreibungspflichtige Tabletten schlucken (und dazu wohl noch einige frei verfügbare Mittelchen und Nahrungsergänzungspräparate als Empfehlung gegen die ganzen Nebenwirkungen).

Männer sind da schlechter als Frauen. Und wenn man nicht eine Partnerin hat, die die Medikamente verwaltet, ist Mann noch schlechter dran.

Oder auch nicht, da ja auch den Ärzten offenbar der Sinn der Multimedikation sich nicht erschliesst.

Ich habe versucht zu verstehen, wofür die Medikamente gedacht sein könnten. Und gestern ist dann bei mir ein langes Schweigen entstanden. Wer mich kennt weiss, das passiert nicht häufig.

In meinem Praktischen Jahr (PJ) hat der damalige Chef der Inneren Medizin Prof. PG Lankisch und eingehämmert : Mehr als 7 Tabletten am Tag kann kein Mensch einnehmen.

Für ADHSler (oder auch Patienten mit Depressionen)  würde ich diese Zahl mal locker niedriger ansetzen.

Eine ADHS-Medikation muss idiotensicher sein. D.h. auch der dümmste Psychiater oder Hausarzt müsste mir angeben können, warum er wofür die Medikamente verordnet.

Wenn er das nicht kann, sollte er sich aus dem Geschäft zurückziehen, weil er dann eine Gefahr für die Gesundheit seiner Patienten darstellt.

Dann lieber KEINE Medikamente als so eine Quacksalberei mit ganz vielen Tabletten aus verschiedenen Schubladen.

Ich weiss immer noch nicht, wie ich mich da weiter verhalte. Denn der Patient wird ja so einfach keinen anderen Psychiater finden. Und wird dann weiter irren bzw. weiter mit Try and Error behandelt werden.

Das hat mit Psychiatrie bzw. Pharmakotherapie nichts zu tun, oder ?

Ratlos in Rosche….