ADHS: Hüther und die Sinn-Stiftung

Deutschland ist ein Land, das massgeblich durch Meinungsmache und weniger durch Wissen oder Vernunft geprägt ist.

Wenn man sich anschaut, was ein Herr Hüther für Einladungen als angeblicher Heilsbringer der Neurobiologie in Pädagogik oder Mitarbeitermotivation erhält, obwohl oder gerade weil er an der eigenen Universität auf ein absolutes wissenschaftliches Abstellgleis gestellt wird, kann man eigentlich nur noch ans Auswandern denken.

Aber dahinter steht eben ein professionell aufgezogenes Netzwerk von Interessen (eben der Sinn-Stiftung), die aus Sicht der kinderpsychiatrischen Fachverbände bzw. wirkicher ADHS-Experten zwar absoluten UN-SINN über ADHS verbreiten, dies aber mit entsprechendem Gehör gerade im Bereich der Sonderpädagogik, Lehrern und eben in den Medien von Fernsehen und Presse.

Schlechtes Beispiel ist da das unselige Alm-Projekt, bei dem Kids mit ADHS für 2 Monate auf eine Alm getrieben wurden, damit sie nun endlich Methylphenidatfreiheit erleben. Dieses Projekt diente natürlich weniger der Hilfe der Betroffenen, sondern der Selbstinzenierung der Stiftung bzw. Hüther. Dass das Projekt ein Fiasko war und eben wie zu erwarten KEINERLEI Nutzen für die Jugendlichen gebracht hat, wird eben nicht in den Medien vermittelt. Dafür aber haben Hüther und seine Kumpanen aber einmal mehr eine Kommunikationsfläche erhalten.

Dabei ist es für die Presse egal, dass er kein Arzt oder Psychologe ist und sich mit obskuren Bezeichnungen bzw. Titeln und Aufgabenkreisen umgibt. Ähnlich wie Mitstreiter der Sinn-Stiftung.

Ich möchte ausdrücklich vor Hüther warnen. Nicht, weil ich nicht anderslautende Meinungen akzeptieren kann. Sondern weil die Medien eben gerade nicht objektiv die Leitlinien und derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse über ADHS und andere neuropädiatrische Störugnen vermitteln, sondern Polemik und Meinungen. Gerade weil sich Hüther als „Professor für Neurobiologie“ darstellt, aber allein seine irrige Meinung und nicht wissenschaftlichen Konsens über ADHS vermittelt, ist hier Gefahr im Verzug. Es ist vielleicht ein gefährlicher Vergleich : Aber in Deutschland sind schon einmal die Leute auf Rattenfänger mit schön klingende Versprechungen und hoher Vernetzung hereingefallen, weil sich nicht frühzeitig Leute mit Courage dagegen gestellt haben. Setzt ein Zeichen gegen Hüther und Co, die uns und die Medien für dumm verkaufen wollen ! Schluss mit dem Un-Sinn, für mehr Aufklärung über ADHS !

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11 Gedanken zu „ADHS: Hüther und die Sinn-Stiftung

  1. Pingback: Markierungen 06/30/2014 | Snippets

  2. Elle

    „Dass das Projekt ein Fiasko war und eben wie zu erwarten KEINERLEI Nutzen für die Jugendlichen gebracht hat, wird eben nicht in den Medien vermittelt.“

    Gibt es denn über die langzeitlichen Auswirkungen und den Nutzen des Alm-Projekts von damals Berichte? Es klingt für mich nach einer Mph Entwöhnung in einer relativ reizarmen Umgebung, keine Bildschirmmedien und mehr Aufgaben, die mit anschaulichen Dingen zu tun haben als mit Texten und Büchern. Warscheinlich regelmäßige Bewegung. Dass dieses Training von zwei Monaten lange Auswirkungen auf die Zeit dannach hatte, welche andere Aufgaben unter anderen Bedingungen stellt, würde ich aus persönlicher ADS Erfahrung leider kaum wagen zu hoffen… Deswegen würde mich interessieren was, oder ob überhaupt etwas darüber berichtet wurde. Selbst wenn Hüther ADS-Symptome gar nicht ‚wegtrainieren‘ sondern mit dem Projekt eher grundsätzlich ‚beweisen‘ wollte, dass viele Kinder, die solche Symptome haben, Mph gar nicht brauchen und es fälschlicherweise von Ärzten verschrieben bekommen, wäre das Alm Projekt nichts anderes als ein gewöhnlicher Mph-Auslassungsversuch. Außerhalb der Schulezeit und (je nachdem wie sehr das vorher eine Rolle spielte) mit Bildschirmmedien entzug. So weit ich weiß, ist vom Gesetzgeber in regelmäßigen Abständen doch sowieso ein Auslassungsversuch mit Mph angeordnet, um zu schaun, ob das kindliche Gehirn im Laufe seiner Entwicklung die Mph Unterstützung noch benötigt. Auf Bildschirmmedien wird sowieso geraten so weit wie möglich zu verzichten. Was aber wäre dann noch neu oder spektakulär am Alm-Projekt?

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  3. tigger

    Mich beschäftigt dabei oft die einfache Frage: Warum machen die das?
    Mit anderen Worten: Was haben die Mitglieder dieses „Anti-ADHS-Netzwerks“ denn eigentlich für einen Nutzen von ihrem Engagement gegen die bekannten wissenschaftlichen Fakten? Ist es einfach nur Geltungssucht? Sind sie wirklich von den Ansichten, die sie verbreiten, überzeugt und versuchen, die Welt mit einer Art verirrtem „Glauben“ zu missionieren? Oder werden sie von irgend jemandem gesponsert dafür, dass sie ihre Lügen verbreiten (vielleicht doch von den Scientologen)?

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    1. Karl-Heinz

      @tigger,

      dahinter stehen alternative Therapeuten, Psychoanalytiker usw., denen potentielle Klienten verloren gehen. Wenn ein Medikament das schafft, was man in ellenlengen und teuren Therapien verspricht, kann man eben nicht mehr anders, als den puren Hass predigen.

      Kurzum: es geht um knallharte finanzielle Interessen.

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    2. Motti

      Nun, vielleicht ist es einfach ein Misstrauen gegen die Schulmedizin. Ich würde auch erst mal breit recherchieren, bevor ich mein Kind mit Medikamenten dauerzudröhne.

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      1. Dr Martin Winkler Autor

        Informieren ist auf jeden Fall richtig. Misstauen allerdings der falsche Ratgeber. Warum sollte die Schulmedizin gleich „böse“ und Hüther und andere Esoteriker „gut“ sein ?

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  4. Karl-Heinz

    Hüther ist der Vordenker einer teils aggressiv argumentierenden Anti-ADHS-Bewegung, deren Muliplikatoren in der „Szene“ bekannte Namen sind. Z.B. einer davon sitzt an einer deutschen Universität, FB Didaktik und verbreitet dies kruden Thesen unter angehenden Lehrern. Ein anderer betriebt eine allseits bekannte Internetseite, die, durchforstet man sie gründlich, eine zumindest Scientology-nahe Gesinnung des Betreibers nahe legt. Auch das Sigmud-Freud-Insitut mischt mit, denn Hüther war am Projekt „ADHS – Prühprävention statt Medikalisierung“ beteiligt.

    Hüther ist jedoch nicht nur in der „Sinn-Stiftung“, sondern in anderen Anti-ADHS-Geremien tätig, in deren Mitgliedslisten altbekannte Namen auftauchen. Selbt den Namen Jirina Prekop, Erfinderin der inhumanen „Festhaltetherapie“, kann man da finden, neben einer ganzen Reihe von selbsternannten Therapeuten.

    Dies alles macht den Eindruck eines gut organisierten Netzwerkes.

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  5. Ponder

    Danke, dass endlich mal jemand dieses elende Thema aufgreift!!

    Seit mehr als zwei Jahren beobachtet und dokumentiert die aus gutem Grund anonym arbeitende Internetpräsenz http://www.esowatch.com unter anderem die Aktivitäten des Gerald Hüther sowie die Medienkampagnen der so genannten „Konferenz ADHS“ um den Psychologen Hans-Reinhard Schmidt.

    Dabei kam es zu wiederholten Einschüchterungsversuchen und massivem Internet-Stalking.

    Im März 2010 schrieb Hans-Reinhard Schmidt in seiner Eigenschaft als Sprecher der „Konferenz ADHS“ an eine ADHS-Forenbetreiberin einen justiziablen Drohbrief – aus verfrühter Vorfreude darüber, dass esowatch. com angeblich aus dem Netz verschwunden sei. Später dann wurde eben dieses Betroffenen-Forum gehackt, und viele wichtige Daten verschwanden.

    Gerald Hüthers öffentliche Verlautbarungen nehmen mittlerweile immer bizarrere Ausmaße an:

    In einem 11-Seiten-PDF der „Sinn-Stiftung“ verwechselt er in einem einleitenden Beispiel sogar das motorische Broca-Areal mit dem Wernicke-Zentrum – Wikipedia hätte dem großen „Hirnforscher“ da sehr einfach auf die Sprünge helfen können und vermutlich jeder Bio-Leistungskurs-Absolvent ebenfalls.

    Abgesehen davon, dass mit diesem peinlichen Anfängerfehler seine Ausführungen unfreiwillig einen drastisch komödiantischen Unterton annehmen, kann ich diese in salbaderndem Tonfall gehaltene, von Allgemeinplätzen nur so triefende Abhandlung nur als hochgradig zynisch empfinden!

    Nachfolgend die Quelle:

    http://www.sinn-stiftung.eu/downloads/auf-dem-weg-zu-einer-anderen-schulkultur.pdf

    Um das zu fixieren, sollte man es sich ausdrucken, die Stelle markieren, mit Datum einscannen o.ä., denn es ist davon auszugehen, dass das pdf irgendwann mal korrigiert wird…

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