Positive Effekte von Hintergrundgeräuschen bei ADHS

Unaufmerksame Schüler/-innen mit einer ADHS von externen Reizen abzuschirmen erweist sich meistens als unproduktiv. Die Erfahrungen zeigen schon lange, dass ein gewisses Mass an Hintergrundstimulation bei vielen ADHS-Betroffenen zu einer verbesserten Konzentration führt.

In der Studie: „The effect of background white noise on memory performance in inattentive school children“ vom Herbst 2010 gingen Göran B.W. Söderlund und Mitarbeiter diesem interessanten Phänomen nach. Von science.ORF.at gibt es eine verständliche Zusammenfassung der Studienergebnisse.

Fazit:

  1. Mütter von ADHS-Kindern sollen deren Wunsch nach Musik beim Erledigen der Hausaufgaben ernstnehmen.
  2. ADHS-Schüler/-innen sollte im Unterricht bei Stillarbeiten probehalber erlaubt werden, per Kopfhörer Musik zu hören (wer weiss, vielleicht ist es mit diesen Studienergebnissen in der Hand etwas leichter, Lehrkräfte von ADHS-Kindern für diese Massnahme zu gewinnen. Meistens stiess ich mit diesbezüglichen Vorschlägen bisher nämlich auf Granit).
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3 Gedanken zu „Positive Effekte von Hintergrundgeräuschen bei ADHS

  1. Elle

    Bei einem Englischkurs an der Uni hat der Dozent jedesmal leise Jazz-Musik angestellt, wenn wir still Blätter mit Grammatikaufgaben bearbeiten sollten. Dann hat er die Musik wieder ausgestellt und weiter unterrichtet. Erst waren alle verblüfft aber nach kurzer Zeit fand ich’s super. Die Grammatikaufgaben waren definitiv viel weniger langweilig :).

    Selbst kenne ich das Verlangen nach Hintergrund- Musik im Alltag, aber auch dass es mir zu viel wird und ich Ruhe zum Besinnen brauche. Allerdings kann ich bei mir bisher keinerlei Muster erkennen. Unabhängig von der Aufgabe kann beides auftreten. Aber wenn die Kinder das selbst im Unterricht steuern dürfen, könnten sie es ja auch je nach Bedarf anwenden…

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  2. Wulf Alsen

    Hallo! Bin über 60 und habe in meinem reichlich durch ADHS ge/zer/störten Leben die Erfahrung gemacht, daß jegliches Hintergrundgeräusch bei einer konzentrierten Arbeit das schnelle und gute Erreichen des Ziels zunichte macht.
    Ich bin hypersensibel, höre „die Mäuse in Nachbars Keller“ und so einiges, was andere nicht mal wahrnehmen würden, wenn sie Verstärker auf die Ohren setzen würden. Musik (gute oder schlechte) würde die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen (tut sie mit Sicherheit auch bei anderen), und die würde dann bei dem, was zu tun ist, fehlen.
    So ist es bei mir, ich bin HYPER.
    Bei meiner Frau (HYPO) ist es anders; sie kann auch ihre Abriet machen, wenn sie einen Deuter oder auch leichtere Rockmusik oder Klaviermusik laufen läßt.

    Mein Fazit: 1. Hintergrundmusik beim Arbeiten in der Schule hat Störeffekt.
    2. Mütter sollten aufhören, an ihren Kindern herumzuerziehen. Wenn die Kinder Musik hören wollen, sollen sie das tun. Sich aber 25 Jahre später nicht beschweren darüber, wo sie gelandet sind …

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  3. lin

    Meine Erfahrung hier ist: Gewisse Musik kann mich hinuntertakten. Also der Takt der Musik macht es aus. Dazu gehört eine Melodie, die durch Mark und Bein geht. Sind die beiden Dinge erfüllt, dann entspricht das 50% mph. Habe ich jedoch viel mph intus, dann werde ich nervös bei dieser Art Musik.

    Es wäre also zu erforschen, welche Art Musik ADSler in Europa beruhigt. Die Amerikaner haben da schon Listen entwickelt.

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