Bildschirmmedien und ADHS (Teil 3)

TV, Game Boy und Nintendo DS
TV, Game Boy und Nintendo seien die einzige Möglichkeit, Eric und Jan einigermassen ruhig zu halten, berichtete Frau Hoffmann. Sie rückte schliesslich damit heraus, dass nur das morgendliche Fernsehen es überhaupt ermögliche, dass die beiden Buben einigermassen vorwärts machen. Ohne TV während des Frühstücks würde rein gar nichts gehen. Ähnlich beim Hausaufgaben erledigen: TV und Game Boy vor und nach dem Hausaufgaben machen sowie während der Pausen sei die einzige Möglichkeit, um die beiden Buben irgendwie bei Laune zu halten. Ohne das herrsche quasi Krieg.

Frau Hoffmann sagte darauf hin zum wiederholten Mal, dass sie sich sehr schäme. Und man sah es ihr auch an. Sie wisse ganz genau, dass sie versagt habe. Am liebsten, so kam es schliesslich aus ihr heraus, würde sie all dies Zeugs schnurstracks zum Fenster rauswerfen.

Im Gespräch mit den Eltern wurde dann offensichtlich, dass der Vater ebenfalls sehr viel Zeit vor dem PC und vor dem Fernseher verbrachte. Jeden Abend schaute er mit den beiden Buben einen Film aus einer Serie wie „Cobra 11“ oder etwas Ähnliches. Freitag und Samstag wurde neben den üblichen Serien- und Trickfilmzeiten mit den Kindern mindestens ein längerer TV-Film oder eine (oder mehrere) DVD angesehen. Natürlich nicht Tierfilme, sondern „James Bond“, „Spider-Man“ und andere Spielfilme. Anschliessend gab es immer ein riesengrosses Theater mit dem zu Bett gehen.

Ohne Spielkonsolen lief in der Familie Hoffmann gar nichts. Nur mit dem Nintendo-DS oder dem Game Boy waren die Buben ins Bett zu bekommen. Da die Mutter die Geräte irgendwann einziehen musste, gab es jeden Abend jeweils gegen 21:30 Uhr erneut Krach. Ruhe kehrte erst dann ein, wenn die Kinder vor lauter Streit erschöpft waren. Auch wochentags konnte es 23:00 Uhr werden, bis Nachtruhe herrschte.

ADHS-Diagnose bestätigt
Zwei Wochen nach dem Gespräch mit den Eltern untersuchte ich zuerst Jan, einen Monat später seinen Bruder Eric. Die Abklärung erfasste wie immer ein einstündiges Untersuchungsgespräch pro Kind sowie eine mehrstündige testpsychologische Untersuchung.

Von beiden Knaben erhielt ich zwischenzeitlich die von mir einbestellten Berichte der Lehrer. Deren Angaben bestätigten die Schilderung der Eltern. Beide Buben wurden als unkonzentriert, reizbar und ungeduldig beschrieben und bei beiden hiess es: „Könnte bessere Leistungen erbringen.“ Eric wurde zudem als aggressiv bezeichnet. Immer wieder komme es zu Handgreiflichkeiten mit Mitschülern.

Fortsetzung: Morgen 20:00, gleicher Kanal

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