Strattera: Kurz und knapp

Zum Wiederfinden, wenn man es braucht… (Hauptsächlich erstmal dafür, dass ICH sie wiederfinde, wenn ich sie suchen sollte)

Im Dezember 2012 wurden für Atomoxetin (Strattera) in Deutschland Warnhinweise („Rote Hand“) mit Sicherheitshinweisen für Ärzte bzw. einer Art Checkliste / Überwachungsbogen vom BFARM an die Ärzte geschickt.

Hintergrund sind Berichte über Puls- und Blutdruckanstieg unter der Medikation. Selten, aber möglich.

Ich verheimliche mal meine Schadenfreude nicht. Eigentlich halte ich Strattera für ein sicheres Präparat. Aber die Art, wie das Medikament vermarktet wurde …
Mich nervte schlicht, dass mehr oder weniger subtil der Eindruck erweckt wurde, dass nun Methylphenidate so „gefährlich“ und Strattera von jedem Wald- und Wiesenarzt verordnet werden kann. Jetzt kommt quasi die Retourkutsche.

Andererseits ist dies nun ganz und gar nicht ein Hinweis darauf, dass nun Strattera gefährlich ist. Vielmehr ergaben sich eben gerade nicht entsprechende Gefahren in Hinblick auf wirkliche Folgeschäden bei Einnahme von Strattera oder anderen ADHS-Medikamenten.

Zudem ist es in Deutschland ja so, dass man Strattera bei Erwachsenen nur dann bei Erwachsenen einsetzen kann, wenn sie es bereits im Alter von 17 Jahren erhalten haben. Natürlich könnten theoretisch auch Kinder und Jugendliche Herzprobleme haben bzw. bekommen. Aber es ist halt schlicht so, dass Blutdruckprobleme bzw. Herzrasen bei Kids weit seltener relevant sind als bei Erwachsenen.

Daher sollte man nun auch mal die Kirche im Dorf lassen. Warnhinweis zur Kenntnis nehmen und dran denken… Aber eine laufende Behandlung deshalb nicht beenden. Bei Fragen: Fragen Sie  Ihren Arzt oder Apotheker…

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3 Gedanken zu „Strattera: Kurz und knapp

  1. Dr Martin Winkler Autor

    Nun ja. Strattera ist ja offiziell bisher für Kinder und Jugendliche zugelassen. Daher wird auf sexuelle Nebenwirkungen nicht so gerne bzw. klar hingewiesen. Ich kläre Patienten da schon drüber auf, dass Antidepressiva allgemein eben auch Libido-Probleme machen können.

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    1. VerpeilterJunge

      Ich finde es sehr gut dass sie Ihre Patienten über sexuelle Nebenwirkungen aufklären. Bei mir wurde es damals versäumt. Ich war 17 Jahre alt und dachte die sexuellen Probleme liegen bei mir. Erst als die von der Klinik mitgegeben Medikamente alle waren und ich vom Hausarzt neue bekam, kam ich in den Genuss einer Packungsbeilage. Wie Sie sich sicher vorstellen können war ich einerseits verärgert, aber gleichzeitig erleichtert das dass von den Medikamenten kam. Also nicht auf die leichte Schulter nehmen und weiterhin Ihre Patienten aufklären. 😉

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  2. VerpeilterJunge

    Bei Stratterra wird zudem häufig über Libidoverlust berichtet. Das ist wie ich finde keine schöne Nebenwirkung (eigene Erfahrung, anderes Medikament) und da hat Methylphenidat bzw. Amphetamin die Nase vorn. (Mittlerweile steht da auch was von Libidoverlust in der Packungsbeilage aber damit hat kaum jemand Probleme. Ich zumindest nicht.) Ich finde es doof das dass als harmlose Nebenwirkung aufgeführt wird. Ich finde dass ist doch ein schlechter Tausch. Aufmerksameit gegen Libido. Na toll.

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