Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: I – 6 + 7

Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: Punkt 6

„Es ist unklar, warum ausschließlich Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit und Impulsivität die vorgeblichen Kernsymptome eines Syndroms bilden sollen.“  (Quelle)

Ein merkwürdiger Satz. Wie soll ich das verstehen?

Liegt der Kern der Frage/Aussage auf „ausschliesslich“ oder auf „vorgeblichen“? Der „Konferenz ADHS“ reichen offenbar Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsdefizit und Impulsivität nicht aus („warum ausschliesslich…“), um „vorgebliche Kernsymptome“ zu bilden. Wobei….

Ich kann den Satz drehen und wenden, wie ich will. Verständlicher wird mir dieses Postulat auch dann nicht. Vielleicht hilft mir jemand auf die Sprünge…

Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: Punkt 7

„Es ist fraglich, ob Impulsivität von Hyperaktvität nosologisch und ätiologisch zu unterscheiden ist.“  (Quelle)

Okay. Es ist fraglich, ob Hass von Aggression nosologisch und ätiologisch zu unterscheiden ist. Es ist auch fraglich, ob Sympathie von Liebe nosologisch und ätiologisch unterschieden werden kann. Schliesslich steht auch infrage, ob Hunger von Appetit nosologisch und ätiologisch zu unterscheiden ist.

Ja, im Leben ist vieles fraglich. Auch für mich. Auch dieses Postulat ist für mich fraglich.

Was will uns die  „Konferenz ADHS“ mit diesem Satz sagen?

Für mich wird bei diesem Postulat klar, dass ich auf rhetorische Fragen* bzw. auf rhetorische Thesen inhaltlich künftig nicht mehr eingehen mag. Ja, in sachlichen Diskussionen gelten rhetorische Fragen nämlich zu Recht als „Totschlagargumente“ (Wikipedia). Spannende Argumente sind okay, so aber nicht.

*Definition: Rhetorische Frage (Wikipedia):
Auf die rhetorische Frage erwartet der Fragende keine Antwort. Anstelle des Ziels der Informationsbeschaffung, wie es üblicherweise bei einer Frage der Fall ist, geht es bei der rhetorischen Frage nur um die Wirkung als Aussage. Durch den Kontext, die gegebenen Umstände oder die Betonung wird die rhetorische Frage kenntlich gemacht. Der Gefragte gibt in der Regel in Ermangelung an Erwartung dieser keine Antwort. Meist kennt oder vermutet der Fragende die Reaktion des Gefragten oder erwartet keine Reaktion.

Fortsetzung: Morgen ab 20:00 – gleiche Stelle.

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Ein Gedanke zu „Konsenserklärung „ADHS – Das Syndrom“: I – 6 + 7

  1. lin

    Es ist unendlich schwierig zu erklären was ADS eigentlich genau ist.
    Und doch, wenn einige ADSler zusammen sitzen, dann merkt man schnell: ja, so denke/handle/reagiere ich auch.

    Muss ich das anderen erklären, dann bediene ich mich oft diesem Spruch: Denke dir das Gegenteil, dann bist du auf der richtigen Spur.
    Frage: Bist du zu überlastet, dass du Fehler machst?
    Gegenteil: Nein, ich bin nicht genügend belastet, deshalb mache ich Fehler. Unter Druck mache ich weniger.

    Bei Kritikern (auch bei diesem unsäglichen Artikel über ADS letzte Woche) muss man damit rechnen, dass auch ADSler daran beteiligt sind. Klarer wird so eine Kritik deshalb nicht. Aber ADS ist fazettenreich, diffus und schwierig. Und wenn schwierige Menschen beginnen darüber zu diskutieren wird es erst recht verworren.

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