ADHS und Zukunftsträume

Heute ist eine Premiere. Ich habe mich einmal etwas weniger über HR Schmidt, als über die angeblichen Befürworter (besser „Lobbyisten“) im ADHS-Bereich aufgeregt.

Hintergrund ist ein Artikel, den man Online in der Frankfurter Rundschau lesen kann, der sich mit dem Marketing von Shire in Sachen ADHS beschäftigt.

Manchmal frage ich mich, ob die Führung bei Shire schlicht die unfähigsten Lilly-Mitarbeiter in Deutschland abgeworben haben und jetzt die gleichen Fehler bei Lilly nochmal machen wollen.

Nun darf ausgerechnet diese stumpfsinnige Konferenz ADHS den Mahner spielen, weil eine Pharmafirma sich schlicht blöd anstellt.

Dann wieder der Name Lehmkuhl. Er könnte inzwischen in Sachen ADHS schon Augenkrebs verursachen, wenn nicht im gleichen Hause noch Döpfner sein (un)Wesen verbreitet. Natürlich ist die Existenz und Häufigkeit von ADHS eben auch oder gerade in Entwicklungsländern (Somalia zählt wohl nicht zu den hochentwickelten Ländern?) belegt. Aber tendentiell wird eben unterstellt, dass ADHS eine Modeerscheinung ist und bleibt.

Und wenn ich Shire und Lilly-Werbung erlebe, bekommt man einmal mehr den Eindruck, dass es da nicht mehr um Therapie geht. Es geht um Marketing und Imagekampagnen.

Zukunftsträume von Shire in Deutschland sind ja nicht der Ladenhüter Equasym retard (Ladenhüter, weil es eben nicht das von den Kassen bezahlte Präparat ist). Der Lobby-Kampagne geht es um den Nährboden für die Einführung von Ampehtaminpräparaten wie Adderall bzw. Vyvanse.

Und sie  schaffen es auch noch, das kaputt zu machen. Eigentlich schade, weil ich persönlich Vyvanse für ein sinnvolles Präparat halte. Fehlt nur noch, dass sie Herrn Wulff zum Marketing-Chef machen …

Wenn die Pharmafirmen nicht endlich begreifen, dass sie Erfolg nicht durch Bezahlung von Professoren oder Politikern erreichen bzw. schlimmer noch es wohl so ist, dass sich Erfolg bei Pharmafirmen durch Bestechung von Professoren und Bezahlung von Politikern erreichen lässt, dann sträuben sich mir die Nackenhaare.

4 Kommentare

  1. >>Und sie schaffen es auch noch, das kaputt zu machen. Eigentlich schade, weil ich persönlich Vyvanse für ein sinnvolles Präparat halte.<<

    Zumindest für mich ein herber Nackenschlag. Nach überaus ernüchternden Erfahrungen mit Atomoxetin, Elontril und Methyphenidat-Präparaten jeglicher Couleur, hoffe ich ja auch weiterhin inständig auf die Zulassung geeigneter Amphetamin-Präparate. In meinem Fall ein weitaus weniger unangenehmes Nebenwirkungsprofil bei zugleich moderater positiver Wirkung auf meine über die Jahre entwickelten depressiven Tendenzen. Ich kann mich beim besten Willen partout nicht damit abfinden, dass man mir auf Grund rein politischer Problemstellungen aufnötigt, mich mit MPH herumquälen zu müssen. Dies entgegen des Umstandes, von der Existenz für mich weitaus unproblematischerer und geeigneterer Medikamente zu wissen. Alles in allem eine nicht enden wollende Tragikomödie.

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  2. Ich finde auch schade wenn gerade solche firma ungeschickt werden… Betroffenen haben schon genug zu kämpfen um noch sowas zu brauchen.

    Ich würde auch begrüssen wenn einige medis die in U.S.A schon seit einige jahren und mit gute ergebnissen endlich auch bei uns kommen würde! Mehr auswahl dabei ist auch willkommen.

    lg

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