Freiburger Konzept ADHS Erwachsene

Tja…. Da wollte ich doch nach Saarbrücken zu der Tagung über ADHS im Erwachsenenalter fahren. Erstmals. Schon allein, weil mich die Studienergebnisse für die grosse Multicenterstudie zum Freiburger-Konzept (mehr oder weniger ja das Skillstraining nach Hesslinger bzw. Linehan) mit und ohne Medikation interessiert hätten.

Mein Tipp wäre ja, dass es sowas von egal ist, was man da an Skills-Training macht, wenn nur der Therapeut nett ist und interessiert ist. Und die Medikation natürlich hilft (wenn die Patienten nicht dissoziativ sind).

Nun hat eine Presssemitteilung mir wohl den Spass verdorben:
„Die wichtigsten Ergebnisse: In sieben Studienzentren wurden 433 Erwachsene mit ADHS auf die vier Behandlungsbedingungen (Gruppentherapie und Methylphenidat, Beratung und Methylphenidat, Gruppentherapie und Placebo, Beratung und Placebo) zufällig verteilt. Die Behandlung mit dem Medikament Methylphenidat war sowohl nach der intensiven Therapiephase nach 13 Wochen als auch über die Dauer eines Jahres unter weniger intensiven Behandlungsbedingungen (einmal monatliche Termine) der Behandlung mit Placebo hinsichtlich der Gesamtsymptomatik der ADHS signifikant überlegen. Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Beratung und Gruppentherapie. Es finden sich Hinweise auf eine Überlegenheit der Gruppentherapie im Vergleich zur Beratung in Bezug auf einige Kernsymptome der ADHS wie die Unruhe und emotionale Instabilität. Die Datenanalyse ist gegenwärtig noch nicht abgeschlossen.“

Quelle: hier

Gut, die Datenanalyse ist gegenwärtig nicht abgeschlossen. Wären die Eregebnisse gut gewesen für die Psychotherapie, hätten wir sie eben auch schon früher gehört. Daher ist meine „Vorhersage“ natürlich keine Kaffeesatzleserei. Und immerhin ist offenbar bei der Subanalyse dann eben doch sowas wie Emotionale Instabilität durch die DBT besser, als durch Beratung zu beeinflussen.

Aber: Aus meiner Sicht gehört erstens die Emotionale Labilität eben stark zu ADHS, kann aber eben auch ein Anzeichen für Dissoziative Probleme durch die lebenslangen Auswirkungen der ADHS-Konstitution sein. Und letztlich ist ja gar nicht gesagt, dass ADHSler nur unter den von den Autoren postulierten Kernsymptomen leiden.

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