ADHS und / oder Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Derzeit laufen hochspannende Diskussionen im Forum der ADHS-Chaoten u.a. zum Thema Dissoziationen und ADHS. Daraus abgeleitet dann ein eigener Diskussionsstrang zum Thema Persönlichkeitsstörungen bzw. Narzisstische Persönlichkeitsstörung und (Fehl-)Diagosen in Kliniken.

Vorweg: Ich selber habe sowas wie eine „Allergie“ gegen Menschen mit einer entsprechenden Persönlichkeitsstörung. So wie ich ein entsprechendes Gefühl der Manipulation, bzw. eben Spaltungen von Idealisierung und Abwertungen bei Borderline-Klientinnen inzwischen auch körperlich spüren kann, so ist es bei den werten Menschen mit Narzisstischer Persönlichkeitsstörung. Da muss ich mich immer extrem zusammenreissen, da ich anfänglich meistens als „DER“ Experte idealisiert werde und dann gerne (syndromtypisch) abgewertet werde.

Ich gehe also gerne entsprechenden Menschen lieber aus dem Weg und überlasse sie meinem Chef, der sich dann überraschend geschickt mit den Besonderheiten dieser Patientengruppe beschäftigt.

Ich selber kann mich nicht erinnern, dass ich nun häufig die Diagnose ADHS UND Narzisstische PS gestellt hätte. Häufiger schon habe ich allein eine Persönlichkeitsstörung feststellen müssen, aber weit und breit kein Anhalt für eine ADHS-Symptomatik in der frühen Kindheit. Das wurde dann von den Klienten damit begründet, dass die Diagnosekriterien auf die ganz besondere Problematik bei ihrem Einzelfall einfach unzutreffend wären.

Wie man dann leicht in den drei beigefügten Ordnern nachlesen könnte, hätten sie eben eine ganz besondere Form von ADHS. Nur würde bisher kein Experte dies zur Kenntnis nehmen, zumal sie schon bei Frau Dr. K. in München, Dr. A-C in Wiesbaden, Frau N aus A und überhaupt überall gewesen wären. Bei der Diagnosevergabe steht es dann irgendwo zwischen 2:3 oder unentschieden. Wobei merkwürdig genug nie eine schriftliche Diagnose vorliegt, sondern eben eher eine eigene subjektive Wahrnehnung der Interpretationen der Kolleginnen und Kollegen. Ah jaaaaaaaaaaa….

Stark vereinfacht: Ich glaube irgendwie nicht daran, dass ADHSler sowas wie eine echte Narzisstische Persönlichkeitsstörung hinbekommen. Sie sind halt für mich Universaldilletanten.

Was häufiger vorkommt, sind aber sehr egozentrische Sichtweisen bzw. auch Verhaltensmuster mit der Unfähigkeit zum Perspektivenwechsel.Und irgendwie eine sehr seltsame Form des Selbstmitleids bzw. Anklage gegen die Ungerechtigkeit der Welt mit der irrealen Forderung : Alle anderen Menschen müssen sich auf mich einstellen…. Wird wohl nichts.

Im folgenden Blog ADHSundCo wird auch auf das Thema ADHS und Narzissten bezug genommen. Und auf meine Stellungnahme dazu :-).

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7 Gedanken zu „ADHS und / oder Narzisstische Persönlichkeitsstörung

  1. P.Rother

    Irgendwie ironisch, wie sich der Autor des Artikels selber indirekt als Experte stilisiert. Von einem Martin Winkler habe ich im Zusammenhang mit ADHS oder POS noch nie etwas gehört, meine Kollegen übrigens auch nicht. Könnte man doch glatt vermuten, der Mensch kenne sich eher mit dem anderen thematisierten Problem in diesem Artikel sehr gut aus.

    Tja, die Wichtigtuer wird man eben auch nie so wirklich los… aber sei’s drum…

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    1. lin

      Nach meinen inzwischen gemachten Erfahrungen und Recherchen passt diese Antwort zu 100% auf das Bild eines typischen NPS *smile – spannend, wie sich diese Menschen ihre eigene Wirklichkeit schneidern und immer Koryphäen zitieren.

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  2. Daniel Berger

    Wenn Du die Verbindung zwischen Narzissmus und ADHS nicht herstellen kannst, dann versuche es mit Boarderline (Rapid Cycling usw.) mit ADHS –
    und stelle Dir die Ausgangsfrage nochmal, vielleicht leuchtet der Zusammenhang dann ein.

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  3. LearningByDoing

    Nun, ich persönlich habe im Rahmen der Therapie in einer Tagesklinik diese Kombination diagnostiziert bekommen. Interessant für mich war persönlich, dass der behandelnde Psychiater den Aspekt des Narzissmus, der Psychotherapeut die ADHS jeweils für Humbug hielten.
    Da wähle als Klient mal weise, und suche dir das passende Fettnäpfchen aus, in das du treten magst. 😉 Letzten Endes hieß es dann, ich hätte zwar einen narzisstischen Persönlichkeitsstil, jedoch könne man nicht von pathologischen Dimensionen, und damit nicht von einer PS sprechen. Naja, ich hätte lieber die NPS gehabt: Das erspart den leidigen Zirkus mit den Medikamenten, und wenigstens in einer eigebildeten Parallelwelt hätte ich mich vielleicht als lebensfähiger wahrgenommen. 😉

    Ich persönlich halte es letztlich für gar nicht so abwegig, als ADHS-Betroffener im Nachgang eine NPS zu entwickeln… irgendwie muss man ja mit dem angeknacksten Selbstwertgefühl und den allfälligen depressiven Verstimmungen halbwegs funktionierend umgehen. 😉

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  4. lin

    Ich kenne persönlich 2 Damen, die Eltern mit dieser Störung haben. Das hat sich vor allem darin geäussert, dass diese Damen dann diverse Probleme mit Muskelschmerzen bekamen. Auch deren Kinder hatten psychische und andere Probleme.
    Ein ADS konnte ich in diesem Umfeld nie feststellen.

    Aber ADS und Muskelschmerzen zusammen sind mir bei einigen Menschen aufgefallen. Und auch da wieder Kinder mit Problemen.
    Was nahelegt, dass gewisse Patienten ev. dazu neigen die Komorbitäten hochzurechnen und dabei auf einen gemeinsamen Nenner kommen?

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