Noch einmal zum Thema Herz-Risiken der medikamentösen ADHS-Therapie

Wie hier bereits dargelegt, erhalte ich von besorgten Eltern immer wieder Anfragen zum Thema Risiken der medikamentösen Therapie der ADHS. In diesem Zusammenhang hier noch ein Hinweis auf eine Untersuchung zu dieser Thematik:

Eine im November 2011 publizierte Studie* zum Thema schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse bei Kindern und jungen Erwachsenen, welche mit ADHS-Medikamenten behandelt werden, ergab, dass keine erhöhten Risiken bestehen sollen. Trotz einiger Berichte über „unerwünschte Ereignisse“, einschliesslich plötzlichem Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall bei Kindern und jungen Erwachsenen, welche mit ADHS-Medikamenten behandelt wurden, findet die neue Studie keinen Beweis dafür, dass die Verwendung eines ADHS-Medikaments mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse verknüpft ist. ADHS-Medikamente, welche von mehr als 2,7 Millionen Kindern in den USA eingenommen werden, seien relativ sicher.

In dieser Studie wurden 1’200’438 Kinder und junge Erwachsene berücksichtigt. Die durchschnittliche Beobachtungsdauer betrug 2.1 Jahre. Es seien 81 schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse aufgetreten, darunter 33 Fälle von plötzlichem Herztod, neun Herzinfarkte und 39 Schlaganfälle. Folgende Faktoren seien mit diesen schwerwiegenden kardiovaskuläre Ereignisse verbunden gewesen: ein höheres Alter (? Anm. PR), eine Behandlung mit einem Antipsychotikum, eine schwere psychische Erkrankung, vorbestehende ernste kardiologische Probleme sowie chronische Erkrankungen. Die Inzidenz von schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen liege bei 3,1 pro 100.000 Lebensjahren. Selbst bei einer möglichen Verdoppelung dieser Zahl bleibe das Risiko somit niedrig. Die Autoren schlussfolgern, dass die ermittelte niedrige Rate an schwerwiegenden kardiologischen Ereignissen die Resutate früherer (und kleinerer) Studien bestätigen.

Unberührt von diesen Ergebnissen bleiben meines Erachtens Fragen zu möglichen Langzeitwirkungen (siehe zu diesem Thema auch hier) sowie die möglichen kardiologischen Folgen der ebenfalls sehr verbreiteten Behandlungen von Kindern mit Antidepressiva.

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* ADHD drugs and serious cardiovascular events in children and young adults by William O. Cooper, M.D., Laurel A. Habel, Ph.D., Colin M. Sox, M.D., and others in the November 17, 2011 New England Journal of Medicine 365(20), pp. 1896-1904.

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