Fernsehkritik: Nicht nachmachen

Freitagabend und ich habe mal wieder Nachtdienst. Nach einem Weltuntergangsregen mit Ausfall des Fernsehempfangs zappe ich in der Pause auf den Kultur- und Wissenschaftskanal ZDF, wo sich ein Wissenschaftsjournal zu späteren Stunde ankündigt. Leider etwas zu spät eingeschaltet, so dass ich den Anfang verpasse. Da eine solch hochwissenschaftliche Sendung natürlich für Kinder unter 12 (und für ADHS-Erwachsene unter 42 wegen der Entwicklungsverzögerung der Selbstbeherrschung) nicht geeignet ist, wird selbst die Aufzeichnung in der Mediathek erst nach 20 Uhr ausgestrahlt. Wie cool ist das denn? „Nicht nachmachen!“ war mit den 0,75 Mio. 14- bis 49-Jährigen (9,2%) das stärkste öffentlich-rechtliche Programm des Tages. Nicht nur quotenmässig. Es gibt also eine Zielgruppe.

Da laufen im ZDF lauter Beiträge, die man besser nicht nachmachen sollte. Fußballkommentare von Oliver Kahn beispielsweise. Aber die vermutlich beiden kleinsten und neunmalklügsten ADHS-Erwachsenen Deutschlands, Wigald Boning und Bernhard Hoëcker in Experimentierlaune (so die Ankündigung), gilt als nicht jugendfrei. Endlich werden Fragen beantwortet, die nicht nur wissenschaftsrelevant, sondern alltagsorientiert sind! Und ich denke mal, etliche Kids haben in experimentierfreudiger Erwartung ähnliche Ergebnisse produziert, die bisher noch nicht bei „Jugend forscht“ vorgestellt wurden. Warum eigentlich nicht ?

Haben Sie sich nicht auch gefragt, wie man Kaffee endlich mal aus dem Wasserhahn bzw. der Dusche serviert bekommt? Duschen und Kaffeetrinken gleichzeitig, das wäre die Lösung für die morgendlichen Zeitprobleme … ADHS-Fragestellungen, die endlich praxinah demonstriert werden. Gut, die Auswirkungen des Vergessens einer Gulaschsuppendose beim Erhitzen sind uns natürlich mehr oder weniger schon selbstverständlichst in der Küche begegnet. Aber die Hilfsbereitschaft und das Team-Denken von Bernhard und Wigald zeigen sich im Detail. Da besorgen sie für das Team Erdbeeren. Nun wissen wir ja, dass Erdbeeren ohne Sahne nicht schmecken. Viel Sahne ist besser als zu wenig. Und da stellt sich doch die Frage, ob man nicht auch gleich einen Aussenbordmotor (bzw. gleich ganze Schiffsschrauben) für die Sahneproduktion nutzen könnte.

Wir brauchen :

  • Eine Regentonne oder ähnliches Gefäss für 200 l Füllmenge
  • 200 l Sahne
  • Einen Aussenbordmotor (hier kann man dann auf den Stromanschluss verzichten)

Die Tücken zeigen sich im Detail. So haben sie nicht sofort an die Hotelpackung Sahnesteif gedacht. Aber sonst. Perfekt !

Nun gut, die Wohnung, bzw. das Haus war reif zum Abfackeln. Im Gegensatz zum englischsprachigen Original der Sendung ist das bei uns nicht erlaubt, was lästige Probeme der Sahnefleckenbeseitigung aufwirft. Aber wie dann Wigald Boning zum Wasserhahn geht, um sich die Hände zu waschen … Sowas muss man mögen. (Oder eben auch nicht, dann sollte man aber doch auch nicht einschalten!).

Richtig normotypisch ist dann eine Fersehkritik der Sommerloch-Vertretungs-Journalisten bei Welt-Online. Völlig spassfrei und sie hat wie die meisten Kritiker die Sendung nicht verstanden. Weil sie einen Sinn suchte. Schade, Beruf verfehlt Frau Hildebrandt.

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3 Gedanken zu „Fernsehkritik: Nicht nachmachen

    1. Tim

      inzwischen ja und wenn du es auf anderen sprachen sehen möchtest das original aus norwegen heisst Ikke gjor dette hjemme die sendung aus kanada heisst never ever do this at home und in polen und holland gibt es die sendung auch

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