Achterbahn ADHS Gefühle

Schon im Kindesalter ist das Gefühlleben von vielen ADHSlern ein „Rollercoaster“, also eine Achterbahn. Soweit mag das ja ganz schön sein, wenn es zu tollen Höhen bzw. dem zeitweiligen Gefühl der Schwerelosigkeit oder Grenzenlosigkeit kommt.

Doch die Abstürze folgen.

Und mit zunehmender Lebenserfahrung werden die Höhen etwas seltener und es gibt immer wieder die Tiefen, aus denen man sich so schwer allein befreien kann.

Noch schlimmer vielleicht: Wenn man gerade mal auf der „aufsteigenden“ Bahn ist, d.h. aus einer erneuten Krise bzw. ein Tief es scheinbar wieder nach oben gehen könnte, so stellt sich ein merkwürdiges Gefühl der Angst ein. Angst davor, dass es mal „positiv“ sein könnte. Das das positive Gefühl nicht haltbar ist, d.h. der erneute Absturz folgt.

Häufig haben im Kindesalter die Eltern (seltener Geschwister oder auch mal Oma und Opa) die Aufgabe, diese Achterbahn der Gefühle vor der Entgleisung zu schützen.
Was sie mit einer gewissen Kenntnis der Ereignisse auch häufig erstaunlich gut meistern können. Sie geben neuen Anschwung, damit man aus einem Tief kommt. Sie Bremsen, wenn es mal zu heftig verlief. Und sie setzen einen wieder auf die Bahn, wenn man entgleist war.

Mit dem Erwachsenenwerden wird dann verlangt, dass man dies alles allein kann. Dabei werden die Gefühlsschwankungen und die Anlässe für die Aufs und Abs nicht weniger. Die Selbststeuerung der Gefühle ist aber noch keinesfalls immer gesichert gegeben.

Stillstand wäre da ein naheliegender Versuch der Lösung. Sich nicht mehr bewegen. Keine neuen Achterbahn-Horrorfahrten mehr erleben, die doch nur zum Absturz führen.

Aber ist das Leben? Lebt man dann noch? Vermutlich nicht. Es fühlt sich leer an, es fühlt sich nach Depression an.

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