Einschulung in Integrationsklasse mit Schulbegleitung

Unser Jüngster ist jetzt ABC-Schütze. Und an unserer Dorfschule gibt es gleich zwei Integrationsklassen mit entsprechender Schulbegleitung und eine „normale“ Klasse, der von der Schulleiterin geführt wird. Wirklich prima. Die „Affenbande“ (eine der Integrationsklassen) wird dabei von einer sehr freundlichen und motivierten Lehrerin gezähmt, die derzeit noch eine Praktikantin und eben „unsere“ Schulbegleiterin für unseren Sohn an ihrer Seite hat.

Schnell war Einigkeit darüber, dass den anderen Kids nichts von der „Sonderolle“ gesagt werden sollte. Und siehe da, irgendwie fielen zunächst mehrere andere Jungs und Mädels auf, die dann weit mehr Interventionen und Begrenzung für den Start in den Schulalltag benötigten.

Während mein Sohnemann prima und als „Sonnenschein“ der Klasse neben seinem Nachbarsfreund am Unterricht teilnahm, ordentlich seine Sachen dabei hatte bzw. auch wieder wegbrachte und selbstverständlich sich nur nach Melden am Untericht beteiligte, war es bei den anderen Kindern weit weniger einfach. Alles an Problemen von Störungen bzw. totalem Schweigen ist da derzeit vertreten. Darf ja auch noch.

Und doch kam es mir so vor, als ob alle auf eine „Besonderheit“ des „Sonderkindes“ gewartet hatten. Was aber noch nicht eintritt. Klar, noch nicht. Denn wir wissen sehr wohl, dass der Förderbedarf berechtigt ist. Aber es tat meinem Sohn gut, dass den anderen geholfen wurde bzw. sie auch mal begrenzt wurden, wenn sie zu laut waren. Was eine Lehrkraft allein gerade in den ersten Tagen eben nur schwer schafft. Die Schulbegleitung bzw. personelle Verstärkung der Praktikantin tat also der Lernatmosphäre gut. Und mein Sohn geht (bisher) gern in die Schule.

Aber schon bei der Einschulungsfeier am Samstag fiel mir eben auf, dass da doch etliche „Kandidaten“ für sonderpädagogische Begleitung in der ersten Reihe der Schukis sassen. Gerade in der Mitte ein spezieller „Fall“, der beim Flöten der Erstklässler nicht nur unruhig auf dem Stuhl hin und her wippte, sondern mit dem Daumen nach unten und Grimassen Einfluss nehmen wollte. Bis dann die Frau Direktorin (und zukünftige Klassenlehrerin dieses Knabens) ihn deutlich ermahnte. Das war also sein erster Kontakt mit Pädagogik (ich finde, dass das Eingreifen richtig und notwendig war, weil schon die ganze Turnhalle über ihn sich aufregte). Aber ich will darauf hinaus, dass eben genau von diesem Kaliber vermutlich in jeder Grundschulklasse ein paar „Früchtchen“ vertreten sind. Mir fielen da mindestens 4 oder 5 von ca. 50 Schülern und Schülerinnen auf. Er ist nun in der „Stino-Klasse“, d.h. hier darf sich die Frau Direktorin die nächste Zeit allein mit ihm beschäftigen. Ohne Unterstützung. Sein Gesichtsausdruck sprach aber Bände, als sie die Feier verliessen.

Zufällig kamen wir dann in der Psychotherapiegruppe darauf, dass viele meiner Patientinnen (im Essstörungsbereich) negative Erfahrungen mit der Lehrerin am ersten Schultag hatten. Was ja bei den eher als „Strebern) bekannten Anorexie-Patientinnen schon eine Leistung für sich ist. Gerade der Erstkontakt mit Schule bzw. Lehrern prägt aber sich im Selbstwerterleben so ein.

Sonderpädagogische Früherkennung des Förder- oder Erziehungsbedarfs ist aber in einem normalen Kindergarten kaum möglich. Und eigentlich ist es nach dem ersten Schultag eben schon häufig zu spät. Siehe der Knabe mit dem „Flötenproblem“.

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