Digitale Demenz

Manfred Spitzer hat zum Thema Bildschirmmedienkonsum ein neues und wie ich finde lesenswertes Buch geschrieben. Siehe hier.

Eine Buchbesprechung folgt.

Zusammenfassung von Amazon:
„Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.“

4 Kommentare zu „Digitale Demenz

  1. Vielen dank für den Hinweis. Nein, das Buch habe ich nicht gelesen. Jedoch habe ich eine Assoziation hergestellt dieses Buch hier in einem AD(H)S Blog und dem Bezug des Autors von Aufmerksamkeitsstörungen auf digitale Medien:
    „Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Sie haben vollkommen Recht. Es ist kein Bezug zu AD(H)S! Mein Fehler. Oder doch, dann ist meine Entrüstung durchaus aufgrund meiner persönlichen Erfahrung und das was ich bislang über (mein) ADS weiß gerechtfertigt? Ich bitte mir meinen Schnellschuss nicht nachzutragen.

    Trotzdem meine ich: Nicht die Digitalen Medien verursachen AD(H)S, sondern AD(H)S begünstigt die Flucht (Sucht).

    Gefällt mir

  2. Ich betrachte das für mich als ‚Quatsch‘. Diese Frage hat sich für mich nie gestellt. Als zweiter von 5 Kindern in einer Großfamilie wo Oma und Tanten noch im Haus lebten wurde ich mit 9 Jahren das erste Mal mit einem Schwarzweiß Fernseher konfrontiert, was wöchentlich auf eine halbe Stunde beschränkt war.
    Andere digitale Medien gab es gar nicht. Ich habe in meiner Freizeit sehr viel gelesen, auf der Wiese den Vögeln im Flug zugesehen und war sportlich viel in der Natur. Ebenso hatte ich soziale Kontakte zu allen Nachbarskindern und wir haben toll gespielt. Trotzdem habe ich unter dem mir entgegengebrachten Verhalten durch Mitschüler, Lehrer und auch meiner Eltern die ganze Schulzeit gelitten. Meine schulischen Ergebnisse waren katastrophal.

    Aufgrund meiner Interessen und Fähigkeiten habe ich mit 17 die ersten Homecomputer entdeckt. Nach 5 Monaten habe ich öffentlich im Kaufhaus an einem ausgestellten c64 ein Assembler-Programm zum Umsetzen von Mnemonics in Maschinensprache geschrieben. Konnte mir so ein Teil einfach nicht leisten. Trotzdem hielt ich an der Ausbildung in der Gastronomie fest, weil ich meine Eltern nicht enttäuschen wollte. Mit 26 sattelte ich um und erlernte einen IT (damals noch EDV) Beruf. Seitdem hat mich das nicht mehr losgelassen. Es hat mich weder versaut, noch zum AD(H)S’ler werden lassen. Im Gegenteil! Weil ich ADS bin, konnte ich diese Fähigkeiten immer weiter in Richtung Dienstleistung im IT Sektor ausbauen.

    Ich bin heute 46 und arbeitslos. Überall wo ich mich vorstelle werde ich als überqualifiziert eingestuft, oder nicht genommen, weil ich keinen Hochschulabschluss vorzuweisen habe. Andere denken ich sei ein Blender und mogle mich nur so durch. Aber alle haben eines gemeinsam. Sie bevorzugen weniger impulsive Charaktere.
    Solche, die wenig reden und andere machen lassen (mein Eindruck). Das sind dann auch meist jene (persönliche Erfahrung), die nach Erklärungen für meine Verhaltensweisen in einem Buch finden, wie es hier ^^ vorgestellt ist.

    Gefällt mir

    1. Haben Sie das Buch gelesen? Ich frage, weil der Autor digitale Medien nicht etwa pauschal verurteilt. Einer der Unterschiede zu Ihren Erfahrungen liegt darin, dass Bildschirmmedien heute in den meisten Fällen passiv konsumiert werden. Sie dagegen haben aktiv den PC und seine Möglichkeiten erkundet und kennengelernt, indem Sie unter anderem das Programmieren lernten. Sie haben nicht den PC denken und ihr Wissen speichern lassen, sondern haben das selbst an die Hand genommen. Diese Zeiten sind leider vorbei. Viel Erfolg bei der Stellensuche!

      Gefällt mir

Kommentar schreiben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s