Restless-Brain und Systempflege

Für ein paar kurze Tage sind wir in einen dealarmierten Zustand (Urlaub) geflogen und geniessen das Auffüllen unserer Vitamin-D-Winterspeicher (= Sonnenstrahlen sind besser als Nahrungsergänzungsmittel). Obwohl es hier auch „Meckerursachen“ und Dauernörgler gibt, so ist doch der Funktionsmodus des Gehirns allein schon bei Wegfall üblicher Sorgen erstaunlich. Der Blick auf den Horizont mit dem Meer dealarmiert weiter. Selbst ein Zimmerwechsel wegen kühlerer Witterung kann dann keinen Stress machen.

Da lese ich passend zum Thema etwas über „Restless-Brain“ bzw. die Vernetzung von verschiedenen Hirnzentren zur Gedächtnisbildung und eben das nicht erinnern können (Alzheimer).

Wir wissen bisher erstaunlich wenig darüber, wie unserer Gehirn gepflegt werden möchte. Vieles ist eher Aberglauben, wäre vor einigen Jahrhunderten auch als „Orakel“ durchgegangen. So richtig fundiert ist es meistens nicht.

Systempfleger für Hochleistungssysteme sind eigentlich gang und gäbe. In der Medizin und Psychologe die Ausnahme. Vielleicht gibt es den einen oder anderen „Wunderheiler“, der als Osteopath oder Chiropraktiker Dinge „einrenken“ kann. Eine Vorstellung, die mir irgendwie suspekt ist, aber andererseits wohl im Einzelfall helfen könnte. Aber im Bereich Psychohygiene?

Selten gelingt es bisher, hier Dealarmierung wirkam anzubieten. Obwohl der Markt und auch die Anbieterseite riesig ist.

So wie es aber Dealarmierer geben müsste, brauchen ADHSler aber auch „Alarmierer“. Sie sehen ja häufig die wirklichen Probleme nicht (oder zu spät). Einerseits, weil ihre Exekutivfunktionen dafür noch nicht altersgemäss genug entwickelt sind. Aber auch, weil unter den Daueralarmen der wirklich wichtige Alarm nicht mehr gehört wird.

„Umschmeicheln der Amygdala“ (nach Corrie Neuhaus) ist da schön und gut. Also sein Alarmsystem sorgsam behandeln. Aber wie macht man das ?

Viele ADHS-Betroffene würden davon profitieren, wenn sie in intakten Familien aufwachsen könnten. Zwei Elternteile ohne innere Alarmierung, mit Grosseltern, die sie unterstützen könnten. Mal an den anderen Elternteil abgeben, wenn man innerlich im Daueralarm ist. Oder einfach mal raus „aufs Feld“ schicken, wenn es zu bunt wird.

Geht aber häufig nicht (mehr). Gerade bei Alleinerziehenden. Und oder bei finanziellen Problemen. Dann ist „Dealarmierung“ eben ein schöner Begriff. Ich weiss.

Und doch gilt es, für sich selber eine Liste bzw. Bestandsaufnahme zu machen, was zur Alarmierung und was zur Dearlamierung beiträgt.

Und welche Aktivitäten man vernachlässigt hat, die eben dearlamieren. Sport, Singen, Essen, ein warmes Duftbad, Lesen. Ein Blick aufs Meer. Eine Tasse warmen Tee. Kinder mal abgeben.

Im Urlaub geht das. Aber leider kann man nicht immer Urlaub haben.

Und leider ist es häufig so, dass die Mama eben die Person ist, die am besten dearlamiert bzw. die Leidensgeschichte am besten kennt. Sie dearlamiert und alarmiert zugleich. Und leidet am meisten, worunter dann die Kinder wieder leiden. Schöner Mist.

Daher wäre ein eigenes Zimmer bzw. Rückzugsort für Mamas gut. Auszeiten.

So, zurück in den Urlaubsmodus …

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Ein Gedanke zu „Restless-Brain und Systempflege

  1. Sinnstifter

    Mütter werden verwurstet im Endzeitkapitalismus. Was kümmert die Psyche, wenn Profite locken? Wie sollen Menschen sich selbst finden, wenn der gesellschaftliche Status vorsieht, das man sich als Arbeiter, Angestellter oder führender Angestellter zu sehen hat und diesem Karrierismus alles zu opfern ist? Was haben Kinder von Müttern, die sich zwischen den Ansprüchen aufreiben? Was hat ein Kind von der vielbehaupteten Emanzipierung? Was überhaupt bietet die Moderne anderes als eine Nicht-Artgerechte Haltung des Menschen?
    Was haben Menschen von den besten Medikamenten, wenn diese nicht verteilt werden, nicht bzeahlt werden können? Was von den besten Ärzten, wenn diese auch nicht kostenlos arbeiten können und wollen?

    Alles ein einziger hirnverbrandter Verein dieser Planet, das empfindlichere Menschen wie ADHSler oder HSPler vor die Hunde gehen ist letztlich im System einkalkuliert. Das System entdeckt sie teilweise als Markt. Wenn dieser Markt nicht mehr möglich ist, wird der betroffene Mensch abgeschrieben und noch als Abschaum beschimpft, der sich an anderen bedient, weil sich andere nicht mehr an ihm bedienen können.

    Alles nur ein Markt für die, die es sich leisten können. Daher noch mal Dank an alle jene Aufklärungsarbeit die niederschwellig und kostenlos im Netz von Ihnen und Ihren Kollegen verfügbar ist.

    MFG

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