Erhöhtes Suizidrisiko bei hyperaktiven Mädchen

Einer im Journal of Consulting and Clinical Psychology veröffentlichten Verlaufsstudie zufolge begehen Mädchen mit einer ADHS vom impulsiv-hyperaktiven Typus im Verlauf der Adoleszenz bzw. des jungen Erwachsenenalters sehr viel häufiger Suizidversuche als gesunde Girls. So unternahmen im Zehnjahresüberblick 22 % der Mädchen mit einer hyperaktiven ADHS einen Suizidversuch. Bei Mädchen mit einer ADHS vom unaufmerksamen Typus versuchten 8 %, bei gesunden Mädchen 6 % sich das Leben zu nehmen.

51 % der Mädchen mit einer hyperaktiven und impulsiven Form der ADHS gaben zudem an, sich auch Selbstverletzungen zugefügt zu haben (Ritzen, Schneiden, sich verbrennen oder sich schlagen). Bei Girls ohne ADHS waren es 19 %, die sich selbst verletzten und bei Mädchen mit einer ADHS vom unaufmerksamen Typus waren es deren 29 %.

Diese Studie zeigt erneut und sehr eindrücklich, wie enorm wichtig es ist, eine allfällig vorliegende ADHS auch bei Mädchen möglichst frühzeitig zu erfassen und zu behandeln. In anderen Worten: Das rechtzeitige Erkennen und Behandeln einer ADHS bei Mädchen kann später deren Leben retten.

Martin und ich ‚predigen‘ seit Jahren, dass bei Mädchen mit Essstörungen, selbstverletzendem Verhalten und Borderline-ähnlichen Störungsbildern sorgfältig geprüft werden sollte, ob den Problemen nicht (auch) eine ADHS zugrunde liegen könnte.

Die erwähnte Studie liefert zudem weitere und interessante Daten zum Entwicklungsverlauf von Mädchen mit einer ADHS. Wer möchte, kann hier die Publikation lesen (PDF, englische Sprache).

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