ARD Zappelphilipp

Und wieder einmal wird das Nervenkostüm von ADHS-Familien am Mittwoch von der ARD strapaziert, wenn es um das Wohl oder Weh der Schule oder einer Lehrerin mit einem „Zappelphilipp“ geht. Und prompt sind die Kommentare an mangelndem Wissen und Verstand zu finden, die ADHS als Erziehungsproblem sehen und auf Spiegel-Online schon seitenlang wissen, was richtig ist. Aber den Film noch gar nicht gesehen haben.

Natürlich wäre es zu komplex, wenn man ADHS als Störung der Exekutivfunktionen bzw. als ein neuropsychologisches Problem beschreiben und verstehen wollen würde. Der Junge im Film hat ja wohl noch nicht mal eine Diagnose bekommen. Und doch wissen schon wieder ALLE, dass es ein Problem der Eltern bzw. der Schule ist.

In den USA setzt sich nach und nach durch, dass man neuropsychiatrische bzw. neuropsychologische Hirnfunktionsstörungen eben gerade nicht auf mangelnden Willen, schlechte Erziehung oder sonstiges „Versagen“ zurückführen kann. Wohl aber schlecht damit umgehen kann, wenn man eben an Vorurteilen dieser Art festhält.

Natürlich würden die Eltern und auch die Schule ein Coaching benötigen, wie man mit neuorpsychologischen Problemen umgeht. Wie man Lernen und Integration fördert. Beispielhaft finde ich da die Fortbildungen der HEBO-Schule in Bonn. Dort trifft man wirkliche Experten in Fortbildungen zum Thema Schule und ADHS, wie zuletzt Prof. Grünke bzw. eben Prof hc Biegert als Schulleiter und Praktiker. Merkwürdig nur, dass diese Experten in Sachen Schule und ADHS ebenso wie alte Hasen wie Prof. Czerwenka aus Lüneburg eben nicht zu Wort kommen.

Integration von ADHS-Kindern bzw. Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Schule gelingt, wenn man sich weiterbildet. Wenn man sich richtig weiterbildet. Und mal mit Leuten spricht, die auch tatsächlich ADHS-Kinder betreuen und unterrichten.

Aber leichter ist es halt doch, auf eigenen Vorurteilen sitzen zu bleiben. Schade.

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12 Gedanken zu „ARD Zappelphilipp

  1. Elle

    Also, ich (ADS Diagnose als 21jährige, Behandlung mit Methylphenidat und Beratungsgesprächen) hatte auch erst sehr viele Vorbehalte den Film zu sehen, habe es dann aber doch getan und war froh. Ich hatte Angst, dass der Film die Diagnose oder die Medikamente ganz generell ablehnt. Viele Porträts und Artikel z.B. auf Spiegel (auch heute wieder) sind einfach schlimm, weil sie reißerische Überschriften (“ Adhs: Ärzte kritsieren die Störung seit Jahren als Modekrankheit“ ) mit wenig ausgewogener Substanz oder überhaupt Belegen kombinieren (welche Ärzte denn? Leider kommt nur ein Krankenkassen-Vertreter zu Wort..) Die aufgehetzten Leser- Kommentare sind noch schlimmer.

    Den Film fand ich gut, weil er eine ganze Menge verschiedene Positionen verwebt – und ja, auch ein langer Termin beim Psychiater mit Diagnostik und Medikamenten-Empfehlung kommt vor. Unter den Lehrern und Eltern gibt es die, die darauf hoffen, dass nicht-Medikamentöse Hilfen ausreichen(Sport…Etc.), und die, die das Verhalten des Kindes zum Zusammenbruch bringt, weil sie selbst auch schon vorbelastet sind. Und es gibt auch die, die selber ADS-Fälle in der Familie haben, und den Psychiater weiterempfehlen.

    Der Junge in dem Film wird, finde ich, wirklich gut dargestellt. Er hat viele Hyperaktivitäts-symptome. Obwohl ich das selbst nicht kenne (bin vergeßlich, träumer, sorgen-macher etc) konnte ich einiges nachfühlen. Z.B. als er voller Frust wild unter seinem Bett sucht und irgendwann nur noch ruft ‚Man,es ist immer alles unordentlich, und dann ist alles weg…!!!‘.
    Als, wie erwähnt, der eine Lehrer gegen Ende sagt, das Kind käme jetzt mit Medikamenten besser im Unterricht klar, aber „habe jetzt halt das Besondere verloren“, musste ich nach all den Filmereignissen nur voller Inbrunst denken: Man, was denn für ‚Besonderes‘ bitte ?! Das was nach Außen so ‚drollig‘ wirkt ist nach Innen doch ganz offensichtlich mit unfassbarem Streß und Leidensdruck verbunden. Aber diese Interpretation des Films basiert auf meinen Erfahrungen und jemand Anderes sieht bestimmt auch etwas Anderes. Ich finde es gut, dass der Film selbst nach beiden Richtungen offen und ausgewogen ist.

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  2. Die_Heike

    Ein großes Problem, stellt in dieser Hinsicht die große Zahl der Diagnostizierungen dar. Ich weiß von Föhr, dass dort seit den späten 90ern sehr vielen Kindern ADHS bescheinigt wurde, meist von ein und derselben Praxis in Hamburg. Das führte zu bizarren Situationen, dass in Grundschulklassen, von 20 Kindern nur 2 kein ADHS hatten. Bzw. worauf ich hinaus möchte, dass es nur bei 2 Kindern nicht bescheinigt worden war, denn man kann sicher davon ausgehen, dass bei den restlichen 18, die Mehrheit nicht korrekt diagnostiziert wurde. Anderenfalls wäre die Häufung schon extrem auffällig .

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  3. 1silvana

    ich hab ihn mir angetan. vom anfang bis zum ende.

    gut, dass er so schlecht erzählt war und die figuren kein leben hatten.

    na ja, und die inhaltliche komponente contra medis, der junge hat das besondere verloren am ende, alles sehr subjektiv. die erzähle, die handlungsstränge, die „propaganda“ zwischen durch, wer schreibt denn die broschüren, usw. usf….

    ich weiß hier geht es nicht ums filmemachen, aber wenn so ein thema eben schlecht gemacht, halten nur die durch, die eh contra medis sind, der rest steigt aus. ursprungsziel verpaßt. sehr gut.

    silvana. sehr beruhigt, dass der film so schlecht war.

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  4. ruth

    Liebe Miteltern,
    ich bin (noch) nicht müde geworden, jedem Lehrer, der es nicht wissen will, zu erklären, was mit meinem Sohn und seinem „Störbild“(?) los ist.
    Und ich fordere auch immer ab, sich mit uns auseinanderzusetzen – bislang habe ich gute Erfahrungen gemacht, was sicherlich auch daran liegt,daß ich nicht impertinent aber schon selbstbewußt auftrete.
    Ich habe es erlebt, daß ich als Elternvertreter auf einer Zeugniskonferenz von der Direktorin Bemerkungen über ein kleines ADS-Mädchen gehört habe, die mich ungemein auf den Baum brachten und die ich nicht so stehen liess – auch wenn ich mich im Kreis der Lehrkräfte damit so beliebt machte, wie ein „Kaktus am Nacktbadestrand“.
    Und – manchmal – denke ich, dass Eltern aufhören müssten, sich immer wieder indirekt für ihr „auffallendes“ Kind zu entschuldigen mit den Worten..ja nicht einfach…ja, ich weiß bla bla bla. Es gibt KEINEN Grund, sich für sein Kind entschuldigen zu müssen – erklären? Okay! Aber nicht entschuldigen!
    Ich finde meinen Sohn absolut genial!
    Die meisten kleinen und großen Ad(h)s-ler, die ich kennenlernen durfte, sind bald durchgängig super faszinierende, beeindruckende Menschen, die mich inspirieren. Ja, manchmal schluckt man, weil sie impulsiv sind und reagieren können, dass einem der Atem stockt. Aber – sie bringen mich oft voran, deren Gedankengänge sind unglaublich kreativ und nie langweilig. Und ja – manchmal sind sie schwierig.
    Aber, wenn ich mir die Mühe machte, selber ruhig zu bleiben und in aller Ruhe zu hinterfragen bzw. den Erregungslevel „DEFCON 3“ langsam wieder von 2 zu 1 zu 0 zu bekommen, gab es vieles, was sich selbst mir Nicht ADS-ler erklärte.

    Mich stört oft an solchen Filmen (diesen mal ausgeschlossen, weil ich ihn noch nicht gesehen habe), dass AD(H)S- Eltern sie gewissermassen oft für sich selber „brauchen“. Entweder, um sich und ihr Kind wiederzuerkennen oder aber sich davon abzugrenzen, was totaler Blödsinn ist.
    Und hilft es nicht weiter zu sagen Ja genau! oder nee anders!, weil es so ist wie es ist.
    Wenn ich von „den“ AD(H)S-lern spreche, dann beziehen sich diese Äußerungen ausschliesslich nur auf meine eigenen, persönliche Eindrücke und Erfahrungen mit den mir bekannten diagnostizierten Menschen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

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  5. Mike

    Hallo Chris,

    grundsätzlich achte und teile ich deine o.a. Haltung bezüglich des Kritisierens und Verurteilens.

    Allerdings verweise ich gerne auf: Regisseurin Connie Walther und Drehbuchautorin Silke Zertz im Gespräch über…ADHS (http://www.br.de/pressestelle/inhalt/pressemitteilungen/zappelphilipp-118.html):

    Darin heißt es u.a.: „Ist es nicht sogar selbstverständlich, dass sich die noch im Wachstum befindlichen kindlichen Gehirne in einer solchen Welt anders verschalten? Dass in einem Umfeld von Reizüberflutung auch ganz andere Intelligenzen hervorgebracht werden? Wir sprechen stattdessen von einer Krankheit und rufen nach einer (schnellen) Lösung; wir sprechen von einer Verhaltensstörung und nicht von einer Verhältnisstörung.
    Connie Walther: Aus ärztlicher Sicht wird ADHS natürlich ganz anders wahrgenommen. Als Arzt ist man dazu verpflichtet, Menschen zu helfen. Die schnelle Lösung aus medizinischer Sicht liegt daher auf der Hand: Sie heißt Methylphenidat. Studien belegen, dass sich durch die Medikamentierung die schulischen Leistungen der Kinder praktisch sofort verbessern lassen. Das ist oft eine große Erleichterung für die Kinder und vor allem auch für die Eltern, die zum ersten Mal erfahren, dass ihr Kind im Schulsystem erfolgreich ist. Wenn die Eltern den Ärzten dankbar davon berichten, „dass jetzt alles besser läuft“, nimmt man als Arzt gern an, man habe alles richtig gemacht.“

    Wenn ich solche Sätze lese, in denen die schlechten Zustände in der Schule (die es sicherlich gibt), das schnelle Leben, die Gesellschaft usw. verzweifelte Eltern dann dazu treiben, ihren Kindern MPH zu verabreichen, dann empfinde ich das als Betroffener als Demütigung, respektlos und als nicht den wissenschaftlichen Tatsachen entsprechende Botschaft, dass ADHS nur durch externe Bedingungen erschaffen wird.

    Mein Sohn ist gerade in der ersten Klasse. Die Lehrerin hat uns beim ersten Elternsprechtag mitgeteilt, dass er sehr teilweise sehr verträumt, vergesslich, verpeilt sei. Ich fragte sie, ob sie es im Normbereich ansiedeln würde und sie sagte, es sei schon sehr auffällig. Im Prinzip ist es bis jetzt nicht dramatisch; in Sozialkontakten sei er halt zurückgezogen, profitiert von Einzelsituationen, habe auch aufgrund seines Humores einen guten Stand.

    Soweit so gut. Aber genau dann, wenn ein Kind aufgrund seiner Besonderheit anfängt zu leiden, nützt es nichts, über die vermeindlich schlechten Zustände in der Gesellschaft, den Anforderungen, oder den Klassenverbänden zu diskutieren. Das bewältigen andere Kinder durchaus ohne große Mühe.

    Und wenn ich dann die Kommentare von Leuten lese, dass es diese Krankheit erst seit kurzem gebe und als Ausrede für alles genommen werde, werde ich wütend, weil genau solch eine Haltung und Ansicht dazu führt, dass Menschen wie ich oder wie wir jahrelang schlecht-, falsch- oder unbehandelt leiden und Biografien zerstört oder beschnitten werden.

    Das macht mich wütend. So. Schönen Tag noch 🙂

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    1. christianegrossmann

      @ Mike:

      auch ich achte und respektiere deine Sichtweise,sowie die Sichtweise der anderen, die diesen Film nicht als hilfreich zur Aufklärung von ASHS empfinden. Ich selbst sehe diesen Film eben aus verschiedenen Perspektiven:

      1. Als Mutter von ADHS in verschiedensten Kombinationen betroffener Kinder
      2. als Lehrperson, an die die verschiedensten Erwartungshaltungen der Eltern herangetragen werden, mit der Bitte, doch möglichst mindestens immer wenigstens zu 150% die individuellen Schwierigkeiten es einzelnen Kindes im Schulbetrieb zu berücksichtigen
      3. aus der Sicht, wie die heutige Ausbildung der zukünftigen Lehrer ist.

      Das Problem bei einem Film ist natürlich, dass er niemals die Intensität und die Dauer von diversen Schwierigkeiten rüberbringen kann, sondern sie mittels Sequenzen nur andeutet.

      Wenn sogar ADHS-Betroffene hier sagen, der Junge ist doch gar nicht so schlimm oder schwierig, so sehen sie nicht die Realität des Filmemachens.Die Länge eines Filmes ist beschränkt, ein Film kann verschiendene Probleme nur andeuten, sie aber nur höchst selten
      in ihrer ganzen Problematik und den möglichen Nachfolgeproblematiken auch ausspielen.

      Der Filmemacherin ist dies hier her gut gelungen, auch wenn es unterschwellig eine Kritik gegen das Gesellschaftssystem und gegen den Einsatz von MPH überhaupt war. Aber ich finde, diese Gesellschaftskritik ist notwendig, wie auch die Kritik an den Lehrern oder deren Ausbildung. Ich erlebe die heutigen Lehranwärter oft ähnlich wie im Film: sehr optimistisch. anfangs voller Freude, einsatzbereit bis übers Wochenende, engagiert.

      Nach einigen Jahren holt sie der Alltag und die damit verbundene Realität und Bürokratie ein:
      Nicht nur die gestiegenen Anforderungen an die Lehrer, sondern auch die mangelhafte , nicht mit den gestiegenen praktischen Anforderungen schnell genug angepasste Ausbildung.

      Sofern nicht ein persönliches Interesse bei dem Lehrer besteht, sich hier oder da weiterzubilden, hat man als Eltern oft keine Chance.

      Aus Lehrersicht muss ich aber die Lehrer verteidigen und sagen, Lehrer sind Lehrer und keine Therapeuten! Hier erwarten Eltern auch oft zuviel von einem Lehrer, erwarten zuviel Hintergrundwissen, das bei der heutigen Ausbildung einfach noch zu wenig berücksichtigt, geschweige denn gewährleistet ist!

      Viele Betroffene haben etvl. ein Plädoyer für Medikamente erwartet, ich kann nachvollziehen, dass sie dann enttäuscht waren und den Film als unrealisitisch empfunden haben. Ich persönlich empfinde die Fragen, die dieser Film stellt und vor allem offen lässt, als notwendige Gesellschaftskritik in viele verschiedene Richtungen, über die sich das Nachdenken lohnt!

      Das Problem für Betroffene ist, dass eine gesellschaftliche Veränderung nur langfristig zu erreichen ist, wenn überhaupt! und somit den aktuell Betroffenen nichts hilft, da sie sofort und jetzt mit der Situation fertig werden müssen.

      Aus all diesen verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet, finde ich diesen Film bemerkenswert gut gemacht, denn er regt in verschiedenen Bereichen zum Nachdenken an, stellt viele Fragen, die notwendig sind. Und vielleicht regt er sogar dazu an, das System zu überdenken, in die unsere Kinder heute eingezwängt werden…?

      Ich schliesse damit aber nicht wie diverse ADHS-Diagnose-Gegner aus, dass dann der Einsatz von MPH überflüssig werden könnte, sondern ich erhoffe mir damit eine bessere Aufklärung, Integration, mehr Interesse bei den Lehrern dafür.

      Aber da sich auch bei den Eltern noch so grosse Vorurteile halten, dass Lehrer ja nach ein paar Jahren nichts anderes mehr zu tun haben, als die Unterrichtseinheiten zu kopieren und ansonsten vor allem viel Ferien haben, gibt es auch hier offenbar noch einige Aufklärung zu leisten, die ich hiermit gerne anstossen möchte.;)

      Mit anderen Worten und auch im Film angesprochen, die Lehrer sind keine Theraupten, sondern können nur in gesamt stimmenden therapeutischen Plan einen ihren Möglichkeiten entsprechenden und begrenzten Teil dazu beitragen, der Rest muss anderweitig geklärt und vor allem passend ergänzt werden….

      VG, Chris

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  6. Cordula

    Ich war kürzlich in der misslichen Situation, meinen „komischen“ Fünftklässler zwei immerhin interessierten Lehrerinnen erklären zu müssen. Die eine konnte das Phänomen ADHS thematisch recht gut einordnen, die andere weniger. Ich habe die Daueralarmierung von ADHSlern und typische Reaktionen des Kindes als Alarmreaktionen im Sinne von Kämpfen, Fliehen oder Totstellen erklärt. Was 1:1 aufging und auch den Alltag mit meinem Sohn gut beschrieb.
    Ich hatte noch Glück. Oft genug habe ich bei Lehrkräften große Ablehnung gegenüber Psychologie im allgemeinen angetroffen. Man sei schließlich außerstande, das Kind zu therapieren, und deshalb müsste man sich auch nicht mit seiner Psyche auseinandersetzen. DAS finde ich traurig.

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  7. *

    Es wundert mich nicht, dass viele Lehrpersonen wenig Ahnung haben. Wenn ich mir in in der Ausbildung an einem Seminar der Heil- und Sonderpädagogik bei einem Vortrag (von Studierenden) anhören musste, dass die heutige Häufung von ADHS-Fällen auf mangelnde Erziehung und Disziplin zurückzuführen sei und der Dozent (Heilpädagoge) nicht korrigierend eingriff.
    Oder wenn über einen Schüler diskutiert wurde, der Ritalin bekommt, „aber nicht wegen ADHS, sondern wegen einer Gehirnstoffwechselkrankheit. Das ist nicht zum ruhigstellen, sondern er braucht das.“ Naja, das letztere wäre dann wohl ein Fortschritt, nur knapp daneben.

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  8. papillonindigo

    Um meine momentane dünne nervenkostum werde ich der link nicht anschauen… Aber doch macht mich auch traurig dass es immer noch so ist… Erstaunt bin ich ja nicht…

    Schade dass einigen die klappe sich aufreissen ohne zu wissen um was es geht…

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    1. 1silvana

      schad und traurig diese kurzsichtigkeit. ist ja leider nicht möglich, diesen kreis zwangszuverpflichten den unterschied life und in farbe mitzuerleben. vielleicht wäre es besser solche berichte einfach zu ignorieren und die zu bestärken die wissen was sie tun. hilft ja eh nix.
      silvana.

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    1. christianegrossmann

      Ich finde es grundsätzlich unfair, einen Film schon im vorneherein zu kritisieren, bevor man ihn gesehen hat und seine Kritik nur auf vorab-Kommentare stützt.
      Die Eltern des Jungen entscheiden sich schlussendlich für Ritalin, was der Junge wohl ohne Diagnose nicht bekommen würde, nehme ich jedenfalls mal an.

      Die grundlegende Frage des Filmes ist aber nicht für oder gegen Ritalin, sondern der grundsätzliche Umgang mit solchen Kindern vor allem in der Schule und der derzeitigen Lehrersituation.
      Der Film zeigt nämlich auch auf, dass eine eigentlich sehr engagierte Lehrerin machtlos gegen die Symptome ist, Offen bleibt auch, ob es tatsächlich gelingen könnte, den Jungen zu einem glücklichen Schüler und Kind zu machen, wenn er nur ein passenderes Umfeld hätte. Mancher sieht darin eine Suggestion, was aber noch lange kein Beweis ist.

      Alle diese Filme haben gemeinsam, dass sie nie beiden Seiten gerecht werden können, manchmal mehr oder weniger offensichtlich auch nicht wollen.
      Tatsache aber bleibt, dass nicht nur ADHS-Kindern, sondern auch anderen „Problemkindern“ durch einen personalisierteren und stressfreieren Unterricht sehr viel geholfen werden könnte.
      Nicht dass damit die eine oder andere Störung nicht mehr existent wäre, sondern es wäre ein wichtiger Baustein in einer Hilfskette, die viele verschiedene Bausteine braucht.

      Die heutige Lehrersituation dazu ist leider katastrophal. Nicht nur, dass die Klassen immer grösser werden, auch die Anforderungen an den Lehrer werden immer grösser. Er soll sich mit verschiedenen Störungsbildern auskennen, rechtzeitig passende Hilfe empfehlen, eine Klasse von bis zu 30 oder mehr Kinder unterrichten und gleichzeitig alle individuell fördern und sich regelmässig weiterbilden. Dass hier viele Lehrer frühzeitig in ein Burnout fallen, ist mehr als verständlich.
      Der ADHS-Junge könnte durchaus auch mit einem anderen Problemkind ausgetauscht werden.
      Hat sich schonmal jemand die Frage gestellt, wie es stark seh- ,hör- oder körperbehinderten Kindern in einer „normalen“ Schule geht? Welchen Stress und Aufwand die Integration für die Lehrer bedeutet?
      Und die Art und Weise, wie man solche Kinder manchmal „wegsteckt“ und in einer allgemeinen „Sonderschule“ unterbringt, die ihren Fähigkeiten u.U. auch nicht gerecht wird, weil sie nicht lernbehindert sind, sondern nur in Teilfunktionen gehandicapt?

      In diesem Sinne erwarte ich diesen Film gespannt und hoffe, dass er Anlass zum allgemeinen Nachdenken gibt und nicht nur wieder ein weiterer Anlass zu einem sinnlosen Pro- und Contra-Krieg ist.

      VG, Chris

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