Ritalin Negativ-Presse 2013

So, der erste diesjährige Ritalin-Wintersturm ist vorbei. Wir erinnern uns an den Blizzard der Presse aus dem letzten Jahr, der etwas später Ende Februar / Anfang März über das Land zog. Lesenswert dazu u.a. der Gastbeitrag von Dr. Alfred zum Thema Ritalin-Bashing

Wie jedes Mal wird eine Pressemitteilungs-Ente medial geschickt zum Sturm hochgeschrieben. Diesmal wieder von der Barmer GEK-Krankenkasse. Kein Journalist überlegt, WEM das wohl nützt.

Die Barmer möchte Kunden vergraulen. Das klingt paradox. Aber die Botschaft ist klar. Wenn ihr Kinder mit einer neuropsychologischen Besonderheit habt, bleibt uns bitte vom Hals. Ihr seid uns zu teuer im Gesamtpaket. Natürlich sind die Kosten für Methylphenidat als Ritalin oder Medikinet dabei vernachlässigbar. Aber die Begleitkosten aufgrund der erhöhten Unfallgefährdung, die Ergotherapie, Logopädie und weitere Gesamtkosten summieren sich schon.
Ähnlich argumentiert ungeschickt häufig die Techniker-Krankenkasse. Und auch die AOK hat sich schon mit der angeblichen Förderung von Ritalin-frei Projekten aus dem Fenster gewagt. Krankenkassen wollen nur gesunde Klienten. Deshalb nennen sie sich ja auch zunehmend wie die AOK Gesundheitskasse.

Multimodale Versorgungsnetzwerke der Kinderärzte in Musterverträgen werden eben auch nicht bezahlt. Sprich : Es soll kein Geld kosten oder ANDERE Institutionen sollen zahlen.

Das wird von der Presse aber kaum beleuchtet. Ich habe letzte Woche für eine lokale Zeitung ein Interview gegeben. Immerhin konnte man in der Zeit Online von Johannes Streif ein gutes Interview lesen. Und auch in den Online-Ausgaben der Süddeutschen Zeitung waren sehr gute Beiträge (nach einem anfänglichen grottenschlechten Kommentar). Und ich habe mitbekommen, dass zahlreiche Selbsthilfegruppen angesprochen wurden.

Fazit : Auch „schlechte“ Presse ist förderlich für die Aufmerksamkeit in Sachen ADHS. Und dieser Wintersturm hat so letztlich doch einige gute Seiten gehabt. Das Thema ADHS wurde letztlich eben doch von einigen Journalisten so aufgegriffen, dass ein Nachdenken erkennbar war. Leider selten im Fernsehen, eher auf lokaler Redaktionsebene. Aber immerhin.

Das gibt Hoffnung, dass sich beim nächsten medialen Wintersturm ein paar Journalisten daran erinnern, was jetzt im Februar 2013 los war. Und davor eben 2012.
Bis nächstes Jahr also…

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2 Gedanken zu „Ritalin Negativ-Presse 2013

  1. papillonindigo

    Ich hoffe auch dass negative Berichten irgendwie doch gutes bewirken können…

    Wegen Kosten erlebe ich auch dass Medis nicht nur relativ wenig kosten, auch wenn meine von KK nicht übernommen werden und viele andere alternativ mehr kosten und auch nicht übernommen werden… Blöd wenn ich gerade wegen ADS berufliche Problemen hatte und deswegen mit der Lebensminimum leben muss… Dann spare ich eben nicht für Ferien, aber für Neurofeedback, weil wahrscheinlich meine KK nicht alles bezahlen wird.

    Ich wünsche mich sehr dass Ritalinkritiker sich mehr einsetzten damit alternative Therapiemethoden die sich auch als wirksam erwiesen haben, alle zugänglich werden, besonders Familien und Betroffene die wenig selber bezahlen können.

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