Selbstkontrolle und Bedürfnisaufschub nicht nur bei ADHS

Artikel zur Selbstkontrolle und Bedürfnisaufschub

Die Experimente mit Süssigkeiten (Marshmallows), die man einem Kind vor die Nase legt, sind schon fast legendär (und in der Werbung mit Überraschungseiern kopiert). Wer abwarten könnte, würde zwei Süssigkeiten als Belohnung bekommen.

Tja, die Forscher haben nun nachgeschaut, wie der weitere Verlauf derjenigen Kids mit geringer Selbstkontrolle war. Dabei zeigte sich, dass die Gesamtentwicklung bis ins Erwachsenenalter schlechter verläuft.

Gerade bei ADHS ist das Hauptproblem ja eben gerade nicht die motorische Unruhe, sondern die nicht altersgemäss entwickelte (und stark von emotionalen Aussenbedingungen) abhängige Selbststeuerung.

In dem Zusammenhang bin ich dann auf eine englischsprachige Seite bzw. Buch zu einem Training der Selbstregulation auf verhaltenstherapeutischer Grundlage gestossen. In dem Video auf der Blogseite kann man schön erkennen, wie man eine Verhaltensanalyse mit Kindern an einer Tafel machen kann. Dabei wird die Situation nach Warnzeichen bzw. körperlichen Zeichen, der Zuordnung des Gefühls und dann die Auswahl von möglichen Verhaltensmöglichkeiten zur Lösung des Problems.

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8 Gedanken zu „Selbstkontrolle und Bedürfnisaufschub nicht nur bei ADHS

  1. Stephan

    @Sinnstifter +1
    Genau auch meine Meinung.
    Dass das mit unserer narzistischen Leistungsgesellschaft so auf Dauer nicht weiter geht wissen/fühlen nicht nur ADHS’ler.

    Aber was das gelbe vom Ei ist, hat auch noch keiner herausgefunden.
    Wenn man sich die Geschichte mal etwas genauer ansieht, sind viele Ansätze probiert worden (1880-heute).
    Die LG nennt man Kapitalismus.
    Gab um 1902-1935 viele Versuche Richtung Sozialismus.
    Man kann nachlesen, warum das nicht klappt.
    Und unser Kapitalismus klappt auf Dauer auch nicht, weil aus freier Marktwirtschaft ein virtueller Handel geworden ist, der nicht mehr zu beherrschen ist.
    Beherrschen kommt von Herrschen.
    Und das fängt in der Familie an, geht über die Schule, Ausbildung, das ganze Berufsleben hin.
    Mit einem Ziel: Gewinnoptimirung

    Schlecht, wenn man wie ich den Auslöser für die Kontrollverluste in eben gerade dieser Situation hat.
    Bei emotionalen Erpressungen, Herrschsüchtigen und narzistischen Vorgesetzten und einem Regime, das dies nur noch fördert und sich selbst daran bereichert.

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  2. Elle

    P.S. Auf der anderen Seite, wenn ich einen blöden Tag hatte, würde ich warscheinlich einfach nur den Marschmellow und meine Jacke nehmen, Grummeln und gehen. Schlechte Stimmung ist leider ein Feind der Impulskontrolle…

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  3. Elle

    Die Versuche mit den Marschmellows kann ich auch sehr gut nachvollziehen :). Aber es ist schon hilfreich für einen selbst, finde ich, wenn man herausfinden kann, was löst starke Impulse bei einem aus, und wie kann man das dämpfen, wenn man das möchte. Nicht weil’s von außen bestimmt ist, sondern weil man es wirklich auch selbst möchte. Heute würde ich in dem Zimmer den Marshmellow instinktiv mit irgendwas abdecken und/oder ihn wegstellen und versuchen irgendeine andere Beschäftigung im Raum zu finden. Vorausgesetzt ich will wirklich den zweiten von der Betreuerin noch bekommen.

    Einfach aus Prinzip, also weil ‚man‘ sich doch kontrollieren können muss (preußische Kinderstube), würd es mir aber schwer fallen die nötige Energie aufzubringen. Eher dann, wenn es auch persönlich fühlbar und nicht nur abstrakt angeordnet einen Sinn hat.

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  6. Sinnstifter

    Genau das was diese Welt jetzt braucht!

    Mehr Selbstbeherrschung fürs Volk! Verzichte heute, verzichte morgen damit du übermorgen den Gürtel noch enger schnallen kannst!

    Sorry, aber irgendwie beschleicht mich bei der medialen Bejubelung solcher Eigenschaftsanalysen immer auch ganz düstere Ahnungen. Nicht das ich nicht den Unterschied begreife was es für ADHSler bedeuten kann, welchen Nutzen solche Trainings für ADHSler haben. Die Ergebnisse beziehen sich aber eben nicht auf diese.
    Ich sehe die moralische Aburteilung der Unbeherrschtheit. Ich erlebe sie übrigens regelmäßig und jeder kann das selbst überprüfen.
    Der Dicke Mensch als Symbol der Unbeherrschtheit bekommt sein Fett weg. Radikale Stigmatisierung, Diskriminierung bis hin zu handfestem strukturellem Rassismus gegen Dicke.

    Die beste Selbstbeherrschung haben übrigens Magersüchtige. Sie trainieren eben genau deshalb diesen Aspekt, sie wollen unbedingt dem Bild entsprechen, das andere von ihnen fordern.

    Selbstbeherrschung ist nützlich. Es kommt wie bei jeder Eigenschaft darauf an, wie man sie nutzt und wer sie benutzen will und wofür. Und in der Leistungsgesellschaft gehts vor allem darum, die Leistungssteigerung zu erzielen, die daraus erwächst.

    Ok Ok, man muss nicht alles so tief verwurzeln aber trotzdem … mir scheint die Betonung von Selbststeuerungsfähigkeit und Beherrschtheit eher Symptom der Leistungsgesellschaft und ihrer narzistischen Leistungsträger.

    MFG

    (Mein Nick hat übrigens nichts mit Sinnstiftung zu tun ;D)

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