Sinn-Stiftung und ADHS: Hüther ist kein Scientologe, aber …

Wer sich mit dem verworrenen Netzwerk rund um Prof. Hüther und der Sinn-Stiftung beschäftigt, braucht ein dickes Fell und Geduld. Immer mehr Vereinigungen bzw. Gründungen mit immer wieder gleichen dubiosen Personen und Vorstellungen lassen einen schnell den Überblick verlieren.

Hüther wurde so in der Vergangenheit immer wieder in die Nähe der Scientology-Sekte gestellt. Da gehört er nicht hin. Das sollte man ruhig mal ganz klar aussprechen!

Aber das Wirrwarr von Pseudowissenschaft, hoher Medienpräsenz und die Kooperation mit wirklich merkwürdigen Aufschneidern hat selbst mich überrascht. So werden ja nicht nur Hüther selber alle möglichen Titel und Studienabschlüsse zugeschrieben, auch weitere Führungsmitglieder der Sinn-Stiftung brüsten sich gerne mit Titeln und Qualifikationen, die sie nicht haben.

In dem Beitrag des Sekten- und Weltanschauungsbeauftragten der Katholischen Kirche in München wird sehr schön dargestellt, dass die Sinn-Stiftung gefährlich ist. Zumindest aber eben Ziele und Wertvorstellungen verbreitet, die man eben gerade nicht so hinnehmen sollte, so dass sich eine Kooperation eben eindeutig verbietet.

Gerade weil oberflächlich gesehen eben Ziele und Ideen so „menschenfreundlich“ erscheinen bzw. Kinder und Schule als angebliche Opfer unseres Schulsystems natürlich quasi alle Eltern und viele Erzieher und Lehrer ansprechen, wäre der gesunde Menschenverstand mal einzuschalten. Was Hüther und die Sinn-Stiftung wirklich ausmacht, kann man hier lesen.

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2 Gedanken zu „Sinn-Stiftung und ADHS: Hüther ist kein Scientologe, aber …

  1. Unsinnstifter

    Erlebnisorientierung: Wenn Hüther und wenn die Sinn-Stiftung alle Aufmerksamkeit auf die Motivationsfaktoren beim Lernen lenkt und ausschließliche erfahrungs- bzw. erlebnisbezogene Unterrichtsformen fordert, ignoriert sie damit weite Teile menschlichen Lernens und verweigert letztlich den Anschluss an die existierende Leistungsgesellschaft: „Mit Spaß und guter Laune ist es keineswegs getan.“ (E. Stern).

    Letztlich hat Hüther mit vielen seiner Standpunkte gegenüber der Schule und des Schulsystems RECHT!
    Kinder wurden Jahrzehntelang innerhalb dieses Systems brutal mißhandelt, sie werden auch heute Mißhandelt, sie werden entwertet, schlecht geredet. Sie werden viel zu früh dem Leistungsdruck ausgesetzt.
    Das da dann ein Herr E. Stern sich hinstellt und sagt, man würde Kindern mit einer alternativen Schulform den Zugang zur Leistungsgesellschaft verbauen, das unterstreicht diesen Punkt sehr deutlich. Mit Spass und guter Laune kann man also nicht Lehren und Lernen? Genau das ist die Haltung die Hüther kritisiert. Unter diesen Pseudopädagogen der Kirchen hocken nicht wenige, die mit Sicherheit wenig gegen eine neue Disziplinierung in den Schulen haben, die eng mit körperlichen Strafen verknüpft wären…

    Das Sinnstiftungsgefasel mutet auch mir seltsam an teilweise. Aber: Ich erkenne darin die Forderungen der Schulreformpädagogik von Montessori bis Waldorf und grundlegende Systemkritik von Marxisten. Will man das jetzt kritisieren? Natürlich ist das alles immer seltsam wenn Menschen eine andere Weltanschauung haben und wenn sie dann auch noch diese gut verkünden und die Stellschrauben des Systems gut für Ihre Überzeugungen nutzen. Gut, man wird sehr mißtrauisch und das zu Recht.
    Aber gerade die Kirchen haben genug eigenen Dreck am Stecken und sollten sich mit ihrem eigenen Dreck befassen und mit ihren Fingern auf ihre eigene unrühmliche Vergangenheit als Teilnehmer an diesem Schulsystem zeigen. ‚Wer sich als moralische Instanz aufspielt, sollte selbst erstmal eine sein.

    Wie es um diese moralisch verroteten Schulen wirklich steht, das können Ihnen die Schulkinder sagen, die mit AD(H)S in der Schule ein Mobbingjahrzehnt über sich ergehen lassen müssen. Schule ist nicht nur ‚Schlecht, aber sie ist TATSÄCHLICH das Hinrichtungswerkzeug mit dem der Staat die Kinder nach seinem Gusto formt.
    Das fängt beim Leistungsdruck und dem Benotungssystem, das nichts anderes als ein Aussortierungswerkzeug ist an, geht über die Duldung und Förderung sozialer Ausgrenzungsmechanismen und führt direkt in eine Förderung bestimmter gesellschaftlicher Schichten und Ausgrenzung anderer Schichten.

    Ich könnte noch so verdammt viel über die Darstellungen schreiben, aber in den Kommentaren wäre das nicht Angemessen. Was ich ausdrücken möchte, ist, das die Ideen die ich zumindest über Hüther und Sinnstiftung mitbekam oft nicht mal so neu für mich waren, allerdings interessierte mich das nur am Rande. Hüthers bzw. die Sinnstiftung Positionen gegenüber ADHS sind nicht haltbar, aber ich kann, wie ein früherer Post deutlich machte, erkennen wie dieser Kreis auf seine Ansichten kommt.

    Kritik anhand von Fakten, ok. Klar ist das der Blickwinkel für ADHS falsch ist und allein darüber sollte man diskutieren. Kritik an Hüther und seinem Engagement aus Kirchenkreisen ist die Kritik an anderen Überzeugungen. Immerhin sind das ebenfalls Anbieter von Weltanschauungen und direkte Konkurrenten zu kirchlichen Angeboten.

    MFG

    Eine kleine Nickänderung, damit ich nicht wieder für einen Sprecher der Sinnstifterfraktion gehalten werde 🙂

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