Einführung von Elvanse als ADHS-Medikament zum 1.6.2013 in Deutschland

Es ist soweit. Zum 1.6.2013 wird das neue Amphetamin-Retardpräparat Elvanse (R) in Deutschland eingerführt.

Parodoxerweise zunächst zwar als verschreibungspflichtiges Medikament, aber (noch) nicht als BTM-pflichtiges Präparat. Obwohl es schon quasi auf der Liste der zukünftigen Betäubungsmittel steht (Anlage III des Betäubungsmittelgesetztes) wird es wohl einige Wochen zunächst auf Rezept erhältlich sein. Zwischenzeitlich ist Elvanse auch unter die
Bestimmungen des BTM gestellt…

Für Kinder- und Jugendliche mit ADHS eine interessante neue Option in der Pharmakotherapie bei ADHS. Für Erwachsene eine teurere Angelegenheit. Die Tagestherapiekosten liegen je nach benötigter Menge zwischen 4,91 und 6,05.

Nun ist es ja auch nicht für Erwachsene zugelassen.

Für Kinder und Jugendliche gilt als Startdosis 30 mg /Tag (entsprechend ca. 9 mg D-Amphetamin), diese Dosis soll dann nach 1 Woche ggf. um 20 mg auf die 2. Kapselvariante 50 mg erhöht werden (entsprechend ca. 15 mg D-Amphetamin). Die Tageshöchstdosis beträgt 70 mg (entsprechend 20,8 mg)

Natürlich einmal täglich morgens (mit oder ohne Frühstück). Die Kapsel kann entweder sofort geschluckt oder auch als geöffnete Kapsel in Wasser aufgelöst und sofort getrunken werden.

Logisch : Die Medikation muss Teil eines multimodalen Therapieansatzes sein. Bei Kindern gilt derzeit, dass zuvor eine Behandlung mit Methylphenidat eben als nicht ausreichend galt.

Im Gegensatz zum bereits verfügbaren Attentin(R) von Medice gilt aber offenbar nicht, dass zuvor auch Strattera als unzureichend wirkend durchprobiert werden muss.

Warten wir mal ab, was die ersten Erfahrungen aus dem deutschsprachigen Raum bringen.

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23 Gedanken zu „Einführung von Elvanse als ADHS-Medikament zum 1.6.2013 in Deutschland

  1. Annika Ihmig

    Bin 3 ma auf Adhs diagnostiziert leide noch an ner generelisierten Angststörung Borderline Züge Stimmungsschwankungen Impulsivität Zwänge bekomme Antideppresiva bei Bedarf Tavor?

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  2. Annika Ihmig

    Hallo bin 24 Jahre bin seit klein auf paar mal auf Adhs diagnostiziert leide unter generelesierter Angststörung KKonzentrationschwsche Borderline Züge ohne Ritzen Zwänge Nymfomanische bekomme Antidepprisiva und bei Bedarf Alprozolam oder Tavor was kann ich tun

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  3. Ute Brüggmann

    Liebe Kerstin, das würde ich auch gern ausprobieren, da ich mit Methylphenidat gar nicht klarkomme und jetzt nichts einnehme.Ich hoffe, dass es mir verschrieben wird, ich lebe in Berlin. Falls es nicht klappt (bin 52), würdest Du mir Deinen Arzt nennen? LG uTe

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  4. Gabi

    Hilfe!!!

    Mein Sohn nimmt seit ca 1 3/4 Jahr täglich 30mg Elvanse und kommt super damit zurecht, was auch vom Arzt bestätigt wird. Nun habe ich das Problem, dass die Krankenkasse IKK die Kosten nicht mehr übernehmen will. Nun bekommen wir nur noch ein Privatrezept. Gibt es eine Möglichkeit, dass wieder rückgängig zu machen? Der Arzt würde uns den Wirkungserfolg und Nutzen bescheinigen

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Ich vermute mal, dass Ihr Sohn über 18 ist. Dann besteht keine offizielle Zulassung bzw. Verpflichtung zur Kostenübernahme durch die Gesetzliche KK. Man kann versuchen, das im Rahmen einer Kulanzregelung mit der Kasse zu erreichen. Wenn sich die Kasse aber so sträubt, stehen die Chancen leider sehr schlecht.

      Man könnte dann höchstens versuchen, auf ein Methylphenidat mit Zulassung zu wechseln (also Medikinet adult bzw. Ritalin adult). Zumindest könnte man mit der Kasse verhandeln, ob sie ggf. den Mehrbetrag zu diesen Festpreismedikamenten dann übernehmen müssen.
      Rein rechtlich sieht es aber eben schlecht aus…

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  5. monika

    hallo unser sohn nimmt 30 elvanse hatte nach 2 tagen ausraster kann das sein durch elvanse bin mir nicht sicher ob ich ihm damit einen gefallen tue er ist 14 jahre

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Es wäre nun sehr ungewöhnlich, wenn nun nur unter Elvanse Ausraster auftreten sollten.Zumal 30 mg eher die Startdosis wären. Typischer ist doch eher, dass aggressive Störungen im Sinne einer Störung mit oppositionellem Trotzverhalten zusätzlich bestehen. So oder so : Allein Medikation hilft selten. Hier wäre eine begleitende Psychotherapie bzw. Eltern-Coaching hilfreich und notwendig.

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    2. tina1954

      mein sohn 11 jahre hat seit juni2013 elvanse 30 mg genommen.hat1 jahr gut gewirkt.ist seit ca 8 monaten nur noch agressiv , gereizt.depressiv.in der schule am schlimmsten.schulverweiss stand an.er bekommt seit 1 woche kein elvanse mehr und auch nichts anderes wir haben ein ruhiges ,ausgeglichenes kind .auch in der schule läuft es gut.habe heute durch zufall von einer anderen mutter die gleichen probleme erfahren. es ist wohl nicht für alle kinder gut

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  6. Rick

    @Kerstin: Und die Versicherung zahlt Elvanse einfach so? War es denn schwer, das durch zu bekommen? Sie mussten ja sicher bei der Kasse einen Antrag stellen. Was hat der Arzt darin als Grund vermerkt?

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  7. simone

    Ich werde ab nächste Woche dieses Medikament ausprobieren,Concerta allein hilft meinem Sohn nicht.Strattera verträgt er nicht,ich hoffe das Elvanse besser ist….

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  8. Rick

    Guten Tag Herr Dr. Winkler,

    wie sind denn die Chancen, dass Attentin in nächster Zeit auch für Erwachsene eine Zulassungserweiterung erhalten könnte? Lilly hat bei Strattera die Zulassung ja auch auf den Behandlungsbeginn im Erwachsenenalter erweitert. Wäre so etwas auch hier realistisch?

    Noch eine kurze Frage zu Strattera :man liest von Absetzerscheinungen ähnlich wie bei SSRI und SSNRI. Führt Strattera auch zu solchen Absetzerscheinungen oder ist dies bei SSRI doch deutlich schlimmer als bei Strattera? Ich hatte es nach 4-tägiger Einnahme abgesetzt und Absetzerscheinungen bekommen, weshalb ich mich nun etwas sorge.

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Ich selber würde nicht davon ausgehen, dass Attentin in den nächsten Jahren eine Zulassung bzw. Kostenerstattung für Erwachsene bekommt. Es wird sich schon rein wirtschaftlich kaum lohnen, dazu die Studien zu machen. Aber wer weiss…

      Bei Strattera könnten Absetzphänomene auftreten. Ich persönlich denke aber, dass es eher an der ADHS-Disposition liegt, dass einige Menschen unter SSRI bzw. SNRI Absetzphänomene haben und andere eben nicht. Also es weniger am Medikament als vielmehr der Indikation für die Behandlung liegen könnte. Das ist aber nur eine Vermutung.

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  9. Kerstin Akkerman

    Mein Sohn bekommt Elvanse. Das einzige Problem, was ich damit habe, ist der Schlafmangel. Bei Medikinet hat er schon wenig geschlafen, aber bei Elvanse ist es noch schlimmer. Überlegt also gut, ob ihr darauf umsteigen wollt…

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    1. winze

      Mein Sohn ist 13 Jahre, er hat ADHS und wir sind seid 7 Jahren am probieren was für ihn am besten ist. Schlaflosigkeit hatte er nie aber Appetitlosigkeit und öffter Bauchweh und wir dachten schon, er habe ein Hauch von autismus, aber es lag mehr an den Medikamenten, er stand zum Schluss bei Ritalin 50 mg, jetzt seid ca. 6 Wochen sind wir auf Elvanse 30 mg umgestellt, nach 8 Tagen haben wir die Dosierung auf 50 mg erhöht, die Lehrerin sagt, er wäre einfach zu ruhig und mache dadurch auch nicht mündlich im Unterricht mit, jetzt sind wir wieder auf 30 mg zurück, von der Schule kommt noch nichts, aber ich bin mir sicher es ist endlich gut so, denn Zuhause gehts immomend super.

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  10. Andreas Haugeneder

    MEDICE scheint in Deutschland die Nase vor zu habe was Medis geht für ADHS angeht. Für Kinder z.B. Medikinet® retard und Medikinet® so wie Attentin®. Und uns für Erwachsene das Medikinet® adult !

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  14. Mike

    Ja, es ist wieder einmal äußerst bedauerlich, dass es nur für Kinder und Jugendliche zugelassen ist.
    Gibt es eigentlich Hoffnung, dass der Beschluss des G-BA zu Nummer 44 der Anlage III der Arzneimittelrichtlinie, der ja offensichtlich bald ansteht, die Verordnung auch für Erwachsene möglich macht? Oder sind das zwei verschiedene Paar Schuhe?

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Nein. Das sind unterschiedliche Baustellen. Elvanse wird dann eben nur als BTM-Medikament erhältlich sein. Die Kostenübernahme bei den Kassen ist damit noch lange nicht geregelt, speziell eben bei Erwachsenen nicht.

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      1. Mike

        Hallo, ich glaube, wir haben uns missverstanden: Ich meine nicht die Aufnahme von Elvanse ins BtmG bzw. dessen Anlage, sonder die Verordnungsfähigkeit von Stimulantien allgemein bei Erwachsenen:

        „…Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in seiner Sitzung am 21. März
        2013 beschlossen,die Richtlinie über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung(Arzneimittel-Richtlinie)… wie folgt zu ändern:
        I. Die Anlage III der Arzneimittel-Richtlinie wird in Nummer 44 „Stimulantien, z. B.
        Psychoanaleptika, Psychoenergetika, coffeinhaltige Mittel“ wie folgt geändert:
        1. Die Spalte „Arzneimittel und sonstige Produkte“ wird wie folgt geändert:
        a. Nach dem zweiten Spiegelstrich wird folgender Spiegelstrich angefügt:
        „ausgenommen bei Erwachsenen ab einem Alter von 18 Jahren mit
        Hyperkinetischer Störung bzw. Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung
        (ADS / ADHS), sofern die Erkrankung bereits im Kindesalter bestand, im
        Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie, wenn sich andere
        Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben.(…))

        https://www.g-ba.de/downloads/39-261-1677/2013-03-21_AM-RL-III_Nr44-Stimulantien.pdf

        Ich hab mir das ungefähr schon hundert mal durchgelesen, aber immer noch nicht richtig kapiert 🙂

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  15. Angela l Bra

    Wieder nur für Kinder, schade.
    Ich habe gehört es würde Besser sein für Menschen mit Depressionen.
    Zu meiner ADHS gehören Depressionen dazu. Da hilft Medikinet nicht wirklich. Leider Vertage ich Mittlerweile keine Antidepressiva mehr, sie lösen noch mehr Angst und Panik aus. Das einzige was hilft ist Tavor und das als Abendtablette sonst geht es mir mit Ängsten auch weiter.
    Dann habe ich aber nach den Spiegelaufbau noch mehr zu tun wieder wach zu werden und mich hoch zu puschen, dann muss ich wieder Medikinet erhöhen.
    Kommt mir nicht mit Trauma Behandlung. Das einzige Trauma (Vergewaltigung als Erw.) was ich hatte ist verarbeitet.

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