ADHS und Messie-Syndrom (Hoarding)

Ehrlich gesagt gibt es zumindest nach meiner subjektiven Wahrnehmung bisher wenig Berührungspunkte zwischen Selbsthilfe und Experten im Bereich Messie-Syndrom und ADHS.

Man könnte auch von einer gelebten Abneigung sprechen, deren Ursache mir völlig unklar bleibt. Vielleicht ist es aber auch eher meine Voreinstellung.

Soweit ich weiss, sehen sich die Betroffenen im Bereich Messie-Syndrom eher im Zusammenhang mit frühen ich-strukturellen Störungen bzw. Bindungsstörungen, vielleicht aber auch eher im Bereich der Zwangsstörungen. Der englischsprachige Begriff „compulsive hoarding“ für das Horten und Nicht-Wegschmeissen von Gegenständen und der Vermüllung legt dies ja auch irgendwie nahe.

Nun bin ich auf einen Artikel gestossen, der nun einen Zusammenhang zwischen ADHS vom unaufmerksamen Subtyp und Hoarding herstellt. Danach bestimmen im Wesentlichen die Merkmale der Unaufmerksamkeit bzw. Exekutivfunktionsstörungen des ADS (vom unaufmerksamen Subtyp) und weit weniger Symptome einer Zwangsstörung die Kernprobleme des Messie-Syndroms.

Die Besonderheiten des hyperaktiven-impulsiven Typs von ADHS haben dagegen weniger mit dem Messie-Syndrom zu tun.

Mehr dazu hier.

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Ein Gedanke zu „ADHS und Messie-Syndrom (Hoarding)

  1. Johannes F.W. Drischel

    Ja, ich denke auch, man sieht klarer, wenn man versucht ein „Störungsbild“ in die verschiedenen Ebenen aufzuteilen und quasi 4-Dimensional zu sehen. – In einer Meesie-Wohnung, in der ich einmal zu Gast war, kam es mir so vor, als ob eine sehr große, intensive Aufmerksamkeit (sehr gewissenhaft archivierte Zeitschriften) umgeben waren, von einer noch größeren Menge von Unaufmerksamkeit. Alles andere war überdurchschnittlich unwichtig. – Und ich will hier auch den Gedanken unterstreichen, dass wir sicherlich etwas gewinnen, wenn wir uns die Parallelen zw. innerer Struktur und äußerer Struktur des Betroffenen ansehen. Von Teenagern weiß ich, dass sie ihre Seele häufig an den Wänden und auf dem Fußboden ihres Zimmers abbilden. Nie wieder tritt unser Inneres so deutlich zu Tage als in dieser Zeit, in der sich unsere ICH-Grenzen schließen und wir uns auf das Weggehen in die Welt vorbereiten. – Menschen die bis zu dieser Phase nicht fertig geworden waren, werden u.U. weiterhin ihr Inneres nach außen projizieren und dann wie Hundertwasser es uns vorgedacht hat, ihre ICH-Grenzen eher in den Wänden ihrer Wohnung oder/und im Karosserieblech ihres Autos empfinden. Diese Massstabsvergrößerung der ICH-Strukturen führt dann auch noch zu einer deutlich empfundenen Verletzlichkeit. Als wenn das ICH eine dünnere Konsistenz hätte. Und es werden dann Kompensationsmaßnahmen nötig, die entweder das Private besser schützen, die Emotionen des ICH-Seins deutlicher machen, …
    Ein interessantes Thema!

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