Atopisches Ekzem (Neurodermitis) und ADHS

Zugegeben: Das Thema Neurodermitis und ADHS hatten wir schon mal. Siehe hier. Es ist aber ein sehr wichtiges Thema, da es offenbar einen starken statistischen Zusammenhang zwischen einem früh (also im Säuglingsalter bis Vorschulalter) auftretender Veranlagung für ein atopisches Ekzem bzw. Neurodermitis und dem (späteren) Auftreten von ADHS gibt. Später auftretende entsprechende Hautveränderungen aus dem Formenkreis der Atopien / Neurodermitis haben dagegen kein erhöhtes ADHS-Risiko. Sagt diese Studie aus Ulm. Nun glaube ich ja nicht daran, dass der Juckreiz und die Hautveränderungen die Säuglinge und Kleinkinder so unruhig machen kann, dass man fälschlich von hyperaktivem Verhalten ausgeht. Eher muss ein gemeinsamer Pathomechanismus vorliegen. Immerhin sollten wir stärker darauf hinwirken, dass in den Leitlinien der Neurodermitis / Atopie-Behandlung eben auch eine frühzeitige Diagnostik und Beratung hinsichtlich ADHS erfolgt und dies in ein Elterntraining mündet. Möglicherweise könnte man dann ja sogar präventiv wirksam handeln.

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6 Gedanken zu „Atopisches Ekzem (Neurodermitis) und ADHS

  1. Samuel Krönen

    Guten Tag Herr Dr. Winkler,

    bedeutet das, dass ein Arzt einem Patienten Memantin nicht verschreiben darf, wenn es offiziell nicht zugelassen ist oder kann er es schon verordnen aber die Krankenkasse zahlt es dann nicht? Ich bin privat versichert.

    Und wäre dieses Mittel aus Ihrer Sicht einen Versuch wert? Es geht ja auch um das Nutzen/Nebenwirkungsverhältnis. Was mich an dem Mittel interessiert hat ist, dass es ja auch vor exzessivem Glutamat schützen soll und neuroprotektiv wirken soll. Wäre das nicht sinnvoll für Patienten, die ohnehin schon sehr viel emotionalen Stress durchleben müssen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Samuel Krönen

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Verordnen darf ein Arzt es schon. In Einzelfällen habe ich Erfolge gesehen. Aber eher sehr sehr selten. Gerade bei emotionaler Labilität kann es helfen. Ob es schützt ? Kann ich so nicht beurteilen. Ich habe allerdings auch bei mehreren Patienten dann die Behandlung relativ schnell wieder beendet, weil eben der Effekt nicht so berauschend war, wie erhofft.

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      1. Samuel Krönen

        Guten Tag Herr Dr. Winkler,
        ich werde meinen Arzt mal darauf ansprechen. Können Sie mir sagen, ob Memantin irgendwelche drastischen Nebenwirkungen haben kann, oder könnte man damit durchaus mal einen Versuch machen? Wäre das auch mit einem Antidepressivum (ssri,snri) kombinierbar?
        Ich habe schon einige Antidepressiva erfolglos genommen und gerade dann wird es sehr schwer zu entscheiden was man als nächstes nehmen könnte. Ich habe auch schon gelesen, dass Abilify angeblich bei therapieresistenten Depressionen hilfreich sein soll, aber ich finde es schwer einzuschätzen welche Alternativen vernünftig wären und welche Mittel ein zu großes Risiko darstellen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Samuel Krönen

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  2. Samuel Krönen

    Sehr geehrter Herr Dr.Winkler,
    ich vertrage leider kein Ritalin, weil dadurch meine Hautekzeme schlimmer werden. Warum das so ist weiß man nicht genau, es wird vermutet wegen dem Anstieg an Stresshormonen.
    Strattera und Elontril habe ich auch nicht gut vertragen. Nun habe ich gehört, dass Memantin angeblich auch bei ADHS helfen soll. Können Sie mir sagen, ob dieses Mittel in Deutschland für ADHS zugelassen ist bzw. ob ein Arzt das Mittel privat verordnen darf, oder ist es nur gegen Demenz zugelassen?

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Soweit ich weiss, ist Memantin nur für die Behandlung von Demenzen zugelassen. Früher war Akatinol (so der Wirkstoff) quasi ein Wald-und Wiesenpräparat, das auch bei Kindern mit eingesetzt wurde. Letztlich ist es aber für ADHS eine off-label-Indikation und leider auch eine teure Medikation

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