Inklusion : Wenn Schulbegleitung vom Haushalt bestimmt wird

Man könnte ja annehmen, dass das Sozialrecht auf individuelle Förderung nach der Bedürftigkeit des Kindes und nicht nach der desolaten Haushaltslage bestimmt wird.

Schliesslich gibt es ein im Grund- bzw. Sozialrecht verbrieftes Recht, dass kein Kind (bzw. überhaupt ein Mensch) aufgrund einer Behinderung benachteiligt werden darf. Die Schulbegleitung stellt gerade bei Kindern mit Asperger bzw. ADHS und begleitenden Wahrnehmungs- , Lern- und Verhaltensstörungen eine sehr wirksame Hilfe dar.

Natürlich könnte man sich wünschen, dass die Schule ein Ort wäre, wo dies auch ohne Schulbegleitung möglich wäre. Ist es aber nicht.

Umso befremdlicher, dass jetzt offenbar Recht durch Haushaltsvorgaben gebeugt werden kann. So wie in Hamburg plötzlich Schulbegleitung für verhaltensauffällige Kinder von einem Schulsenator entschieden wird. Und nicht nach der Notwendigkeit, die ein Arzt bzw. Psychotherapeuten festlegen. Siehe hier

Wenn man weiss, wofür in Hamburg Geld verschwendet wird (Stichwort Elbphilharmonie) bzw. welche Gehälter ein Senator bekommt, so bleibt einem bei solchen Darstellungen die Spucke weg.

Eigentlich sollte man den Senator persönlich haftbar machen können. Stattdessen müssten aber Eltern eben vor Gericht  für ihr Kind Recht durchsetzen. Was aber Jahre dauern kann.

Leider nicht nur in Hamburg eine sehr bittere Realität. Auf dem Rücken der Kinder.

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2 Gedanken zu „Inklusion : Wenn Schulbegleitung vom Haushalt bestimmt wird

  1. Anne

    >>Die früheren Integrationsklassen waren mit mehr Ressourcen ausgestattet als die heutigen Inklusionsklassen.<<

    ich erinnere mich an heftige, lautstarke und sehr! emotionsgeladene Elternabende, als die "Inklusion" die "Integration" ablösen sollte–die "dummen" Eltern wollten nicht so recht erkennen, was denn "besser" werden sollte, nur weil ein neuer Begriff eingeführt wurde.
    Der theoretische Anspruch klang prima- die (wenigen) offiziellen Maßgaben ließen selbst gutgläubige Betroffene ahnen, das abgespeckt würde..
    Es ist genau so schlimm, wenn nicht schlimmer gekommen, wie von Vielen befürchtet

    Das "Aussensstehende" (hier: Kranke Kassen) über die Köpfe und den Entscheid der Ärzte hinweg den "Bedarf" entscheiden, ist übrigens bei Heilmittelerbringern seit Jahren bitterer Alltag..

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  2. leidenschaftlichwidersynnig

    Das ist leider Alltag in HH. Neuerdings werden auch bestehende Diagnosen angezweifelt. Den Kindern wird eine Vorstellung beim Amtsarzt zugemutet, der dann nach 10 Min. die ( differenzierte) Diagnose in Frage stellt und keinen Bedarf sieht.
    Für HH wird Inklusion als Sparprojekt gefahren. Die früheren Integrationsklassen waren mit mehr Ressourcen ausgestattet als die heutigen Inklusionsklassen.
    Was machen die Eltern?
    Ihr Kind auf das inklusionsbefreite Gymnasium ‚retten‘ , individuell den Rechtsweg einschlagen oder resignieren.
    Diese Politik ist ein Schandfleck für das reiche HH. Investiert wird dort, wo es sich ‚ lohnt‘ : 42.000 Millionäre und viele andere Reiche wollen Lebensqualität.
    Wen interessieren schon die Behinderten oder die 50.000 Kinder, die von Hartz IV leben?

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