ADHS Rolle des Striatum bei sensomotorischen Reizen

Zugegeben ist es nun keine für mich weltbewegende Neuigkeit : Ein Teil der sogenannten Basalganglien im Gehirn, das sog. Striatum, ist in unserem Gehirn für die Verarbeitung bzw. Integration von externem Input in Form aller Art von Sinneseindrücken (Sehen, Hören, Geruch, Berührung etc) zuständig.

Unser Striatum sitzt quasi am Rande des Vorderhirns und spielt eine Rolle im dopamin-abhängigen Belohnungssystem, beim Lernen von Bewegungen und Aktivitäten, bei der Auswahl von Entscheidungen und eben allen möglichen sog. höheren Handlungsfunktionen (Exekutivfunktionen) des Gehirns.

Das untersuchen nun schwedische Wissenschaftler des Karolinska Instituts in Schwden genauer.

Das Striatum spielt eine besondere Rolle u.a. bei ADHS oder dem Tourette-Syndrom. Üblicherweise hat man es bisher eher im Zusammenhang mit motorischen Funktionen (= Bewegung) gesehen. Dabei spielt dann im Gehirn die Filterung bzw. besonders das „Bremsen“ von Bewegungen eine Rolle.

Schaltstelle und Filterstation im Gehirn

Relativ neu ist jetzt, dass eben das Striatum auch eine wesentliche Rolle für sensorische Infos hat.

Die sogenannte Integration = Verknüpfung bzw. Filterung und Verarbeitung ist eine entscheidende Aufgabe unseres Gehirns.

Man muss sich das wie eine ständig ablaufende Datenverarbeitung vorstellen, bei der die verschiedensten Meldungen der äußeren Sinneseindrücke (wohl einschliesslich der Spiegelneuron-Informationen) abgeglichen werden und dann vom Gehirn entschieden werden kann, welche Bewegungsantworten bzw. sonstigen Handlungen aufgrund dieser Informationen nun im Körper erfolgen.

Das meiste davon bekommen wir gar nicht in unser Bewusstsein gemeldet.
Und die meisten dieser Informationen werden eben weggefiltert.

ADHS als Reizfilterschwäche

ADHS bzw. ADS bedeutet nun, dass die Qualität dieser Filtertätigkeitbzw. die Integration  nun offenbar nicht so besonders optimal ist. Oder aber letztlich zuviel Input auf diese Reizfilter stösst oder aber eine Art Datenverarbeitungsfehler dieser höheren Handlungsfunktionen resultiert.

Die schwedischen Wissenschaftler untersuchen nun mit der sog. Patch-Clamp Methode welche Unterarten der Neuronen im Striatum welche Aufgaben haben.

Soweit ich weiss, noch ohne ganz konkrete Auswirkungen bzw. Erkenntnisse im ADHS-Bereich.  Aber sie scheinen eben auf einem richtigen Weg.

Mehr zur Studie „Multisensory Integration in the Mouse Striatum“ by Roman Reig / Gilad Silbergerg. Neuron, 21.8.2014

 

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