Paracetamol in der Schwangerschaft: erhöhtes ADHS-Risiko?

Pressemeldung: SPON – 22.10.2014

Eine Untersuchung aus diesem Jahr mit 64.322 dänischen Müttern und ihren zwischen 1996 und 2002 geborenen Kindern zeigt Folgendes: Frauen, die in der Schwangerschaft regelmässig Paracetamol schluckten, haben häufiger Kinder, die verhaltensauffällig sind oder an ADHS leiden. Etwa die Hälfe der Mütter gab an, während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen zu haben. Ihre Kinder hatten ein rund 37 Prozent höheres Risiko, die Diagnose ADS oder ADHS zu erhalten, als Kinder, deren Mütter kein Paracetamol während der Schwangerschaft eingenommen hatten. Gleichermaßen war ihr Risiko erhöht, später ADHS-Medikamente verschrieben zu bekommen. Insgesamt wurde bei rund 1330 Kindern ADHS oder ADS diagnostiziert. Dass die Medikamenten-Einnahme für dieses höhere Risiko verantwortlich ist, kann die Studie allerdings nicht belegen.

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3 Gedanken zu „Paracetamol in der Schwangerschaft: erhöhtes ADHS-Risiko?

  1. pero

    64400 Mütter (also mindestens 64400 Kinder, wahrscheinlich eher mehr), davon 1330 mit AD(H)S, das sind weniger als 2 %. Mich erstaunt diese sehr geringe Quote.
    Wirklich bedenklich ist weiterhin das 50% der Mütter, also 32200 in der Schangerschaft regelmässig Paracetamol genommen haben wollen.
    Oder haben 50 % der Mütter mit ADHS-Kinder das Mittel genommen? Aber wie könnte man dann das um 37% erhöhte Risiko ermitteln?
    Mehr Fragen als Antworten und Zahlen die von anderen Studien nicht gedeckt werden… Man könnte es so bewerten die Zahlen nicht glaubhaft und die Studie nicht „sauber“ ist.

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  2. Unsinnstifter

    Dass die Medikamenten-Einnahme für dieses höhere Risiko verantwortlich ist, kann die Studie allerdings nicht belegen.

    Muss man schon aufpassen denke ich. Es wird hier „nur“ eine Korrelation aufgezeigt, offenbar nicht belegt, das das Medikament Ursache für die Folgen ist.

    Man könnte ja auch annehmen, das ein gutteil der Menschen, die ADHS haben z.b. mehr Schmerzen haben. Fibromyalgie, Spannungskopfschmerz und allgemein ein anderes Verhältniss zu Schmerzempfinden haben, wodurch der Griff zum Medikament häufiger erfolgt.
    Ausserdem sind ADHSler viel mehr unter Streß und Leistungsdruck, wegen ihrer Defizite müssen sie mehr leisten um den gleichen Output zu schaffen, wie andere. Da ist der Kopfschmerz nicht weit und der Griff zum Medikament, das ja auch in diesem Sinne ein Leistungsenhancer ist, wird gefördert.
    Das wäre eine alternative Erklärung und genau dies wurde nicht ausgeschlossen, wie dieser zitierte Satz im Artikel auch anmerkt.

    Nicht das man mich falsch versteht: Ich warne immer wieder die Bekannten, die zu sorglos mit rezeptfreien Schmerzmitteln bzw. allgemein Medikamenten umgehen. Trotzdem muss man sehr genau auf die Details achten.

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  3. Pingback: Paracetamol in der Schwangerschaft und ADHS? - 2 - ADHS Erwachsene

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