Schulausschluss bei ADHS und Gewalt gegen Mitschüler

Über das Internet bin ich auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart aufmerksam geworden. Dort wurde ein Grundschüler für 5 Tage vom Unterricht ausgeschlossen. Mir ist unklar, ob ggf. noch länger oder sogar dauerhaft.

Um es klar zu sagen : Ich bin gegen Gewalt von Schülern mit und ohne ADHS (bzw. Störungen des Sozialverhaltens). Besonders in der Grundschule. Ich habe es erlebt, wie mein jüngerer Sohn darunter gelitten hat, weil er eben anders als andere Schüler ist und ein leichtes Opfer für solche gewaltbereiten Jungs und leider zunehmend auch Mädchen.

Was in dem Artikel aber nicht angeführt wird, ist die Lösung des Problems. Hier steht dem Kind bzw. der Familie Hilfe zu. Die aber immer seltener gewährt wird und dann eben erklagt werden müsste.

Ich kann doch nun nicht Schüler vom Unterricht ausschliessen, dann aber keine Hilfestellung für die Familie bzw. das Kind anbieten. Genau dies passiert aber zunehmend, d.h. es wird dann von den Eltern erwartet, dass sie SOFORT ihr Kind aus der Schule holen und sich zukünftig um diesen Bengel kümmern. Egal, ob sie berufstätig sind. Egal, ob es einen Therapieplatz gibt. Egal, er soll erstmal weg.  Und erst wiederkommen, wenn das Problem weg ist.

Das geht aber so nicht.

Wie gesagt : Es ist richtig, eine Auszeit für das Kind zu beschliessen. Das muss vorher nach der Schulordnung aber eben mit allen Beteiligten abgesprochen und vorangekündigt werden. Gleichzeitig ist es dann wichtig, dass über das Jugendamt eben UNTERSTÜTZUNG erfolgt.

Hier wäre dann auch die Schule gefordert. Wie gross ist die Klasse ? Werden die Pausen beaufsichtigt ? Gibt es Programme der Inklusion bzw. des sonderpädagogischem Förderbedarfs für das Kind ? Wurde eine Schulbegleitung erwogen ?

Erst wenn sich die Eltern nicht kooperationsbereit zeigen und ANGEBOTENE und verfügbare Therapie nicht in Anspruch nehmen, würde ich es als berechtigt ansehen, dass man so vorgeht und Druck auf die Eltern ausübt.

So ist es zunächst für mich kein Versagen der Eltern, sondern der Schule und des Helfersystems.

Wie steht Ihr dazu ?

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9 Gedanken zu „Schulausschluss bei ADHS und Gewalt gegen Mitschüler

  1. christianegrossmann

    Hallo Martin,
    ich bin hier sehr zwiegespalten und teile deine Meinung und die vieler anderer nicht vollends.
    Und ich muss hier mal in die Bresche springen und die Lehrer verteidigen, denn ich finde es unfair, dass mal wiedewr wie so oft, nur den ach so unfähigen Lehrern alle Schuld gegeben wird.
    Tatsache ist, dass heutzutage viel eigentliche Erziehungsarbeit der Eltern gerne auf Lehrer abgewältzt wird, womit die Lehrer auch überfordert werden. Es ist nicht die Hauptaufgabe der Lehrer, den Kindern ein Sozialbewusstsein beizubringen, sondern die vorrangige Aufgabe der Lehrer ist, Wissen zu vermitteln. Aber mehr und mehr Kinder bekommen das Sozialbewusstsein nicht mehr von den Eltern vermittelt, mangels Zeit, mangels Desinteresse oder einfach, weil sie kleine Prinzen und Prinzessinen sind.

    Du nimmst als Beispiel einen Entscheid des Verwaltungsgerichts Stuttgarts gegen diesen Schüler, ohne selbst die genaueren Umstände dieses Einzelfalles zu kennen. Selbstverständlich lassen sich davon Grundsätzlichkeiten ableiten, aber ich empfinde es den Lehrkräften gegenüber als unfair, eine solche Diskussion nur auf Grund von vagen Vermutungen anzustossen.
    Von den Lehrkräften wird mehr und mehr auch verlangt, dass sie Lernschwierigkeiten erkennen, dennoch ist dies in ihrer Ausbildung bisher kein Pflichtfach!

    Mir sträuben sich langsam die Haare dabei, was alles von den Lehrern verlangt wird, ohne dass auch deren Ausbildung daraufhin verbessert wird. Und noch mehr stört mich, dass auch mit solch einem Beitrag die Meinung verbreitet und untermauert wird, dass der Lehrer diverses erkennen und wissen müsste! Das ist definitiv nicht der Fall, denn die Ausbildung hängt in vielen Punkten den wissenschaftlichen Erkenntnissen um Jahre hinterher!

    Heute wird z.B. Integration an allen Ecken gefordert, der Lehrer soll diverse psychische Störungen, dyslexische und andere Störungen erkennen und diese Schüler im Unterricht auch noch entsprechend je nach Problem fördern. Es wird verlangt, dass der Lehrer ein Mobbing erkennt, bei einer Klassengrösse in D von ca. Schülern oder mehr. Es wird verlangt, dass der Lehrer auch dieses Problem löst.

    Sorry, ich musste mir das mal von der Seele schreiben, ich finde es einfach unglaublich, was heute von den Lehrern alles verlangt wird! Und ADHS oder andere Probleme hin oder her, der Lehrer ist laut Ausbildung nicht dazu da, diese Probleme zu lösen, noch hat er die Kompetenz dazu! Ich finde es einfach unglaublich, welche Probleme auf den Lehrer allein übertragen werden. Natürlich hat man dann aber auch wieder einen Sündenbock, wenn das Kind nicht gewünscht in der Schule vorankommt. Ist allemal einfacher, als das Problerm anderweitig zu lösen.

    VG, Chris

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    1. Dr Martin Winkler Autor

      Hallo Chris !
      Ich hatte eigentlich gehofft, keine Position in dem Beitrag zu vertreten. Ich wollte es eigentlich bewusst „offen“ lassen und zur Diskussion stellen.

      Natürlich darf und muss man in einem Blog eine Meinung positionieren. Aber in immer mehr Fällen misslingt mir das (oder ich würde dann Postings schreiben, die man nicht veröffentlichen kann, wie z.B. zu Entwicklungen an der Uni Tübingen bei Prof. B.).

      Wenn ich denn eine Position einnehmen sollte, wäre es auch eher Deine Sichtweise. Ich hatte ja geschrieben, dass mein Sohn selber Opfer von „Gewalt“ in der Grundschule ist.
      Man kann nicht alle Probleme auf die Schule abwälzen, gleichzeitig dort aber keine Fachkompetenz bzw. schlicht und ergreifend Ressourcen vorhalten. Allerdings sehe ich es schon als Aufgabe von Lehrern, sich kompetent zum Thema Lernschwierigkeiten und Lernstörungen zu machen. Als Arzt muss ich mich auch mit Hygiene beschäftigen, selbst wenn ich nicht operiere. Die „sicherheitsrelevanten“ Gebiete meines Fachgebietes gehen über die reine Vermittlung von Grundrechenarten und Bruchrechnung hinaus. Als Lehrer muss ich vielleicht nicht erkennen, WAS es ist. Ich muss aber die Kompentenz erwerben, dass es eine Störung der Exekutivfunktionen bzw. des Lernens ist. Notfalls schreibe ich dazu ihnen ein Buch oder biete Fortbildungen in jeder Schule in Deutschland, der Schweiz oder Österreich an. Ich finde schon, dass man das verlangen kann und muss.

      Wenn man aber „ausschliesst“ muss ich einen Weg für die Familie aufzeigen. Bzw. muss dies VORHER passieren und nicht wie in dem Urteil angedeutet, danach.

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    2. Anita

      Hallo Chris,

      ich denke schon, dass es zur Ausbildung von Lehrern gehört, sich mit Mobbing auseinanderzusetzen. Weiter denke ich, dass es notwendig, ein Augenmerk auf soziale Strukturen in Schulen / Klassen zu haben.

      Ich habe weiter unten Vorschläge gemacht, die ALLEN zu Gute kommen würden. Und ja, wenn eine Lehrkraft von mir erwartet, innerhalb von 6 Wochen eine Diagnose und einen Therapieplatz zu haben, dann darf ich anmerken, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist.

      Dann gehört zur Aufklärung für Lehrer dazu, dass diese dieses Wissen erwerben.

      Ich kenne sehr gute Lehrer und ich kenne Menschen, die von mir unten geschildert gehandelt haben.

      Ein Lehrer hat Verantwortung. Auch dafür, dass die Kinder in der Schule kein Trauma erleben.

      Ich habe Opfer-Kinder, die mit Mobbing gequält wurden. Ich habe erlebt, wie sich von seiten der Schule gut eingesetzt wurde und das Mobbing abgestellt wurde. Ich gebe meine Kinder (die ich durchaus erzogen habe) in ein System und hoffe, dass sie dieses System ohne größere Schäden überleben.

      Dass die Lehrer UNBESTRITTEN zum großen Teil überfordert sind, ist Fakt. Ich erlebe ja die motivierten und guten Lehrer, die an die Grenzen der Kapazitäten stoßen. Und ich habe Verständnis dafür.

      Unser System ist falsch und ALLE leiden darunter.

      Aber wie kann ich das System ändern?

      Bestimmt nicht durch Schulschließungen (weil man die Klassengröße nicht verringern will) oder
      durch „Optimierung“ der Schulzeit und der Kernlehrpläne (welches so viel in die Eigenverantwortung der Schüler abgibt, dass Schüler mit Schwierigkeiten in der Exekutivfunktion scheitern „müssen“) oder
      durch Aussagen, dass erst eine „große“ Menge an Psychotherapeuten den großen Bedarf geschaffen hat (wie letztends ein Politiker verlautbaren ließ) oder
      durch Medikamente, die Kinder schulfähig machen, ohne verstanden zu haben warum es wie hakt.

      Wie gesagt, ich gebe nicht plakativ allen Lehrern die Schuld (dazu kenne ich wirklich viele, wirklich gute Lehrer). Aber einige machen ihren Job einfach nur grottenschlecht.

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      1. christianegrossmann

        Hallo Martin und Anita,

        Missverständnisse gehören zum Leben und besonders zum Internet 😉
        Ich wollte sicher nicht den Eindruck erwecken, dass ich evtl. diese idiotische Massnahme der Suspendierung eines Grundschülers verteidige, sondern ich finde einfach das Beispiel von Marin unglücklich gewählt, um so ein Thema anzustossen. Da niemand weiss, was genau vorgefallen ist, kann man nur darüber spekulieren, was zum Schulausschluss geführt hat.

        Bei den nachfolgenden Kommentaren ist mir einfach aufgefallen, wie gerne man auf diesen Zug aufspringt und die unfähigen Lehrer wieder mal sehr gerne dafür verantwortlich macht, was sie alles nicht wissen, nicht machen, um was sie sich nicht kümmern. Und das Thema ist mir zu wichtig, um das alles einfach unkommentiert zu schlucken.
        Ich bin im Grossen und Ganzen mit euch derselben Meinung, dass es gute, sehr engagierte und leider auch grottenschlechte Lehrer gibt. Auch darüber, dass die Schule nicht nur einen Lehrauftrag hat, sondern auch einen sozialen.

        Selbstverständlich sollte man als Lehrer nicht wegschauen, sondern Auffälligkeiten bei einem Kind feststellen können und dies weitermelden, damit das Kind Hilfe bekommt.

        Aber ich komme nochmal und zum x-ten Male darauf zurück: Um die Auffälligkeiten auch einordnen zu können und um sie an der richtigen Stelle signalisieren zu können, sind viele Lehrer gar nicht in der Lage, da sie in ihrer Ausbildung nichts darüber gelernt haben. Es gibt zwar bei uns in der CH themenspezifische Fortbildungen, aber der Lehrer muss nur die Anzahl der Fortbildungen erfüllen und in vielen Kantonen ist z.B. eine (wenn überhaupt) angebotene Fortbildung zum Thema ADHS, Gewalt oder Mobbing nicht obligatorisch, sondern freiwillig. D.h., nicht alle Lehrer haben grundsätzlich dasselbe Wissen über bestimmte Problembereiche,

        Und der grosse Fehler von Eltern ist, dass sie bei allen Lehrern eben dasselbe Wissensspektrum voraussetzen, was eben nicht der Fall ist.

        In der CH ist es wie in D, bis das Kind evtl. einen geeigneten Therapieplatz bekommt, muss der Lehrer das Kind aushalten, bzw. er hat oft keine Ahnung davon, wie schwer es ist, einen solchen Platz zu finden, es sei denn, er hat eine dementsprechende Fortbildung gemacht.

        Ein anderer und wichtiger Punkt bei diesem Thema sind die Helikoptereltern und meist sind es diese, die manchmal geradezu Unmögliches von den Lehrern verlangen und nicht einsehen wollen, dass ihr Kind für den Lehrer eben nur eines unter vielen ist, das er begleiten und beobachten soll.

        Und noch ein anderer wichtiger Punkt sind die vernachlässigten Kinder, die z.B. von den Eltern keine minimalen sozialen Regeln mitbekommen, da erwartet wird, die Schule wird dem Kind das schon beibringen, dazu ist sie ja da….

        Wo anfangen, das Problem zu lösen? Ich weiss es nicht, ich hätte nur zu gerne eine Lösung dafür. Mit Sicherheit sollte man aber bei der Ausbildung der Lehrer anfangen. Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen, so hat sich doch der Lehrauftrag in den letzten Generationen stark gewandelt und die Lehrerausbildung sollte so flexibel sein, sich dem relativ rasch anzupassen. Das ist vermutlich aber nur politisch zu erreichen.

        Auch sollte insgesamt darüber nachgedacht werden, ob die heutigen Anforderungen wirklich zielgerecht sind. Die Kinder und auch die Eltern kommen immer mehr unter Druck. Die Kinder müssen in immer kürzerer Zeit mehr lernen, die unteren und mittleren Schulabschlüsse gelten inzwischen fast als wertlos bzw. sind mittlerweile ein Synonym dafür, dass es ein Kind im Leben nicht weit bringen wird. Und welche Eltern wollen nicht, dass ihr Kind mal nicht erfolgreich wird bzw. es mal besser hat als sie? Und viele Eltern definieren sich damit!

        Und noch ein Punkt zu den Exekutivfunktionen, die Martin angesprochen hat:
        Das ist für mich ein ganz essentieller Punkt! Früher, vor xy Jahren, hatten die Lehrer aber auch noch die Zeit dafür, dies mit den Kindern zu trainieren! Da wurden noch Buchstaben und Zahlen mit Knete oder anderen Materialen gebastelt, so dass jedes Kind die Buchstaben und Zahlen bildlich und plastisch vor Augen hatte, sie von allen Seiten anschauen und damit experimentieren konnten! Die heutigen Lehrpläne sind schon ab der 1. Klasse sehr viel abstrakter und natürlich auch zeitmässig gekürzt. Für mich ist es keine Überraschung, dass z.B. mehr und mehr Kinder eine Dyslexie oder Dyskalkulie entwickeln. Selbstverständlich ist die Neigung dazu vererbt, aber durch die Kürze und der vermehrten Abstraktion der Lernprozesse werden solche Handicaps eben auch eher gefördert anstatt aufgehalten und ausgebremst.

        Ganz sicher ist es aber auch ein gesellschaftspolitisches Problem, das nicht in kurzer Zeit gelöst werden kann. Es muss dazu erst ein Umdenken in der Gesellschaft stattfinden bzw. das Bewusstsein dafür geweckt werden, dass unsere Kindere Zeit für ihre Entwicklung brauchen und wir ihnen die Zeit auch zugestehen sollten, anstatt sie immer schneller zur Produktivität zu erziehen.

        So, ich hoffe, dass nun alle Missverständnisse ausgeräumt sind 😉

        VG, Chris

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  2. Unsinnstifter

    Und da war noch nicht mal Gewalt im Spiel, nur unfähige Lehrer, die sich nicht um die Kinder kümmern wollten. Denen es zuviel war, wenn mein Sohn wegen tatsächlichem Mobbing täglich bei ihnen war. Die das Mobbing gegen meinen Sohn nicht abgestellt haben, sondern meinen Sohn unterstellt haben, dass er das Mobbing provozieren würde.

    Genau das ist der springende Punkt den Anita anspricht. Auch das es keine Diagnose im Handumdrehen geben kann, das Hilfestellungen nicht vorhanden sind etc.
    Es ist in unserer Gesellschaft heute Usus die Hilfestellen einzusparen, Sozialfürsorge ist halt nicht mehr zeit gemäß. Das mästen der Mächtigen ist mal wieder Staatsräson. Schließlich will der Staat von der Macht der Mächtigen partizipieren.

    Aber wenn der Staat aufhört der Anwalt der Ohnmächtigen zu sein, dann endet das System indem die internen Spannungen auf die Eine oder Andere Art entladen werden.

    Offensichtlich lassen sich in diesem Sinne Lehrer eben willfährig im Mobbingprozess einspannen von den Tätern. Noch krasser geben Lehrer den Mobbingopfern auch noch gerne die Schuld. Schließlich zeigen diese Aussenseiter das Unangepasste Verhalten, die Lehrer sanktionieren das dann sehr gerne.

    Wie ich schon andeutete, ist das aber mehr ein grundsätzliches gesellschaftliches Problem. Unsere Stände-Gesellschaft entledigt sich doch schon der Verantwortung. Es gehört zum guten Ton dieser Gesellschaft, von denen Eigenverantwortung zu fordern, die es nicht leisten können und sie im Elend sitzen zu lassen.

    Da sind solche Probleme mit Unangepassten und mglw. teilweise unanpassbaren Menschen doch nur ein Teil des Problems.

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  3. Anita

    Kurz noch etwas,

    wie kann eine Schule einen SIEBENjährigen nur so vor die Wand laufen lassen??????

    Was in dem Artikel auch nicht erwähnt wird,

    WIE wird dem Jungen denn jetzt in Zukunft geholfen?
    WIE kam es zu den Exzessen????????????
    WO waren denn die Lehrer??????????

    Unser Schulsystem erschüttert mich täglich mehr!

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  4. Küstennebel

    Jugendamt einschalten, weil da mal ein junger Spund einen Quer sitzen hatte?

    Ich würde mir prinzipiell verbitten, das eine Schule einen keilwilligen Jungen nach Hause schickt. Sie soll ihre Arbeit machen. Wenn die Schule einen keilenden Jungen (oder ein keilendes Mädchen) nicht unter Kontrolle bekommt, ist das ein Armutszeugniss für die Schule, die eigentlich Kinder führen können sollte. Das kommt wohl davon, wenn man Beamtentum-Lehrer hat, anstelle Kompetenz-Lehrer zu fördern.

    Das akzeptiere ich nicht. Die Schule ist für die Sozialisation mitverantwortlich und das Verschieben von Problemen ins Elternhaus zurück ist ein Eingeständniss, das die Schule gar kein Interesse hat hier ihre Aufgabe wahr zu nehmen.

    Ausschlußverfahren sind auch überhaupt nicht geeignet um bei Kindern Kooperation zu fördern. Das Gegenteil ist der Fall. Von Inklusion salbadern und Spaltung und Ausgrenzung praktizieren? Heuchelei nennt man das.

    Und ich bin der Auffassung und habe die Erfahrung gemacht Herr Dr. Winkler, das gerade diejenigen, die es hundertmal verdient gehabt hätten, quasi nie Konsequenzen erhalten. Denen ist es meistens gut in die Wiege gelegt, das soziale Schauspiel zu meistern und ihre Mobberei unauffällig zu begehen. Insofern kann meines Erachtens so ein System nicht gut funktionieren.

    Ich habe den Eindruck in unserer Gesellschaft, das um so asozialer und brutaler die Verteilungsdiebstählekämpfe von Oben nach Unten! sind, desto mehr wird auf Gewaltverzicht Wert gelegt.
    Sieht nach einem Feigenblatt aus.

    Ich persönlich habe beides Erlebt. Eine Schule, die auf ihre Schüler geschissen hat und mit Vorliebe Verweise ausstellte, Damit Strafen hageln ließ. Aber nicht um Besserung zu erwirken, sondern einfach nur als Strafakt aus Faulheit und Desinteresse gegenüber den Schülern.
    Diese Schule hat Schüler systematisch ruiniert, weil sie nicht im geringsten Energien eingesetzt hatte, um den Schülern zu helfen bei ihrem Wachstumsprozess. Ganz im Gegenteil.

    Hingegen hat eine andere Schule sich um die Schüler bemüht, für die Schüler eingesetzt. Auch wenn dort ebenfalls nicht alles fair war sind selbst Problemschüler der ersten Schule dort aufgeblüht und haben ihre Leistungen nicht einfach gesteigert, sondern überhaupt erst willfährig erbracht und wieder Freude in der Schule gehabt.

    Natürlich ist das das extremste Beispiel. Es geht allerdings hier genau um den Punkt, das sich Schulen, die keine Lust und kein Interesse an der Nachwuchspflege aufbringen wollen, dieser Verantwortung entledigen und die Kinder und die Eltern dann völlig überfordern.

    Sie reden von einem Grundschüler! Was sind das für Lehrerpfeifen, die es nicht schaffen mit Schülern in dem Alter klar zu kommen? Die es nicht hinbekommen eine Keilerei in den Griff zu bekommen? Bzw. Ein kleines Kind mit Neigungen zu Keilerei zu belehren?
    Die sollen Klos putzen gehen und nicht weiter mit Pensionsansprüchen und Steuergeldern gemästet werden, wenn sie ihre Arbeit nicht machen wollen.

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  5. Anita

    Das, was Du beschreibst, ist seit Jahren Praxis!!!

    „Die“ Lehrer wissen NICHTS davon, wie lange es dauert, IRGENDEINE Hilfe zu bekommen.

    Die erwarten, dass man (Eltern) innerhalb von 6 Wochen die Diagnose in der Hand und einen Therapieplatz hat!!!!!! *kopfschüttel*

    Haben wir so erlebt. 2009 und es ist seitdem NICHTS besser geworden!

    Und da war noch nicht mal Gewalt im Spiel, nur unfähige Lehrer, die sich nicht um die Kinder kümmern wollten. Denen es zuviel war, wenn mein Sohn wegen tatsächlichem Mobbing täglich bei ihnen war. Die das Mobbing gegen meinen Sohn nicht abgestellt haben, sondern meinen Sohn unterstellt haben, dass er das Mobbing provozieren würde.

    Wie wäre nun der Plan, um dies abzustellen

    – kleine Klassenstärke (nicht mehr als 20 Kinder)
    – Lehrer, die sich auch sozial um die Kinder kümmern. Was auf dem Schulhof passiert muss dort möglichst objektiv gelöst werden. JA, mit Hilfe der Eltern, ALLER Eltern!
    – kurze Wartezeiten auf Diagnoseplätze und tatsächliche gute Konzepte für Therapien.
    – Tagesgruppen, die sich auch in verschiedensten Störungsbildern auskennen und nicht nach Schema F und als Familienersatz handeln. Auch hier die Gruppenstärke stark begrenzen!!!
    – Langtag / Ganztag anders strukturieren (freie Zeiten mit guten Rückzugsräumen und dies beaufsichtigt)

    Und die Eltern nicht grundsätzlich als erziehungsunfähig abstempeln! Denn entweder wissen sie durch eigene Belastung (privat oder beruflich oder eigenes Störungsbild) NICHTS von den Vorgängen auf den Schulhöfen oder sie haben keine Handlungsalternativen und laufen auf „Grund“ bei den verschiedensten Hilfestellen!

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