ADHS Medikation und Depressionen

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In Hinblick auf Psychostimulanzien wurde viel über die möglichen Gefahren wie Abhängigkeitsrisiko, aber auch eine angebliche Zunahme von Depressionen oder gar Selbstmordversuchen spekuliert.

Umgekehrt wird aus meiner Sicht ein Schuh draus.
Die wissenschaftlichen Belege gehen immer stärker in die Richtung, dass bei schweren und nicht auf übliche Antidepressiva (SSRI) ansprechende depressive Zustände eben ein ADHS die Ursache ist. Und – wie noch in einem eigenen Beitrag dargestellt wird – muss dazu nicht immer klar die ADHS-Symptomatik im Kindesalter nach den ICD-Kriterien vorliegen, da es offenbar doch einen „Adult-onset“-Typus von ADHS gibt. Gerade eben bei Frauen und gerade in Hinblick auf einen Zusammenhang mit Internalisierungsstörungen wie Angst oder Depressionen.

Eine aktuelle Studie untersuchte nun anhand der hervorragenden schwedischen Patientenregister, ob es einen Zusammenhang zwischen der Verordnung von ADHS-Medikation und dem Auftreten von Depressionen gibt.

Fazit : Nein, Stimulanzien wie Methylphenidat führen nicht zu Depressionen. Ganz im Gegenteil: Die Gabe von MPH – Präparaten führte eher zu einer reduzierten depressiven Belastung bzw. verringerten Wahrscheinlichkeit einer Depression (um immerhin 20 Prozent). Dabei muss man ja sogar noch berücksichtigen, dass  vermutlich die Medikation eher dann geben wird, wenn es sich um „schwerere“ Fälle von ADHS handelt.

Je länger die Behandlung mit Stimulanzien erfolgte, desto geringer das Risiko für Depressionen.

Vielfach erklären Kinderärzte bzw. Kinderpsychiater ja noch fälschlich, dass dann ein erhöhtes Risiko durch die Medikation ausgeht. Oder aber die Eltern berichten, dass die ADHS-Kinder nun so traurig wirken, wenn sie Medikamente nehmen.

Das hat aber eher mit der verbesserten Selbstwahrnehmung zu tun. Und nicht damit, dass die Medikation zu Depressionen führt.

Biol Psychiatry. 2016 Feb 23. pii: S0006-3223(16)00130-X. doi: 10.1016/j.biopsych.2016.02.018.

Medication for AttentionDeficit/Hyperactivity Disorder and Risk for Depression: A Nationwide Longitudinal Cohort Study.

Chang Z et alt.

22 Kommentare zu „ADHS Medikation und Depressionen

  1. Ich wurde erst mit 54 Jahren diagnostiziert. An die vorherigen Odyseen darf ich gar nicht mehr zurückdenken. Zunächst bekam ich Medikinet adult, aufdosiert bis 80 mg und dazu Sertralin. In den Anfängen war ich noch recht zufrieden und habe auch mit dem Arzt besprochen, dass ich das Sertralin bis 200 mg/d aufdosieren kann.

    Bei mir führte die Medikation leider auch zu einer Verstärkung oder auch zur Wahrnehmung meiner Ängste. Ich bekam Atemprobleme, schwere Muskelverspannungen und war irgendwann vollkommen erschöpft – was dann natürlich wieder zu Aufmerksamkeitsproblemen, Gereiztheit usw. führte.
    Mittlerweile nehme ich Elvanse – Sertralin nahm ich weiterhin, bis ich von dem Sertralin völlig abgestumpft war. Sertralin wurde dann abgesetzt und es ging erstmal nur mit Elvanse weiter.

    Wegen Praxisaufgabe kam es zum Arztwechsel! Mir wurde dann noch eine kleine Dosis Venlafaxin verordnet.

    Nach kurzer Einnahmezeit gab es allerdings reichlich Probleme, ich habe tagsüber ständige Parafunktionen mit dem Mund, hinzu kam eine beängstigende Mundtrockenheit. Sie ließ sich weder mit größeren Trinkmengen noch mit Kaugummi wirklich beseitigen.
    Mein Arzt hat die Mundtrockenheit durch die Medikamente ausgeschlossen, aber gleich vorgeschlagen, das Venlafaxin auszuschleichen!
    Mittlerweile nehme ich nur noch Elvanse und wir haben verschiedene Dosierungen, abhängig von den Tagesanforderungen, probiert.
    Es scheint, als sei gerade der Endpunkt mit der Medikation erreicht.

    Gestern genügte schon eine Kleinigkeit, die durchaus zu beherrschen war, um mich völlig aus dem Häuschen zu bringen, so dass mir die Kiefermuskeln regelrecht Schmerzen verursachten.

    Besonders unangenehm ist für mich, dass wir einfach keine Dosis finden, die mir ein durchschnittlich akzeptables Leistungsniveau ermöglicht. Mindestens alle drei Tage bin ich schon am frühen Abend so müde, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann. Manchmal schleiche ich die Treppe hoch, stelle meine Tasche ab und bin nur noch froh, den Weg nach Hause geschafft zu haben.

    Bei einer Dosierung von 40mg/d bin ich deutlich konzentrierter, allerdings auch aufgeregter und leider auch ängstlicher.
    Eine geringere Dosis schlägt sich schnell in meiner Konzentration nieder – mir unterlaufen dann wirklich die blödesten Fehler und wirklich ruhiger werde ich dadurch auch nicht.
    Geringere Dosierungen bringen eigentlich keinen positiveren Effekt.

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  2. Sehr geehrter Dr Winkler,

    kann ein Medikament wie Elvanse „rein biochemisch“ einen starken Gedankenzwang, Tagtraum, Zwangsneurose, im Rahmen einer Depression durchbrechen? Bisher ist es immer mit SSRI, SNRI + Atypischen Neuroleptika Behandelt worden mit zu Teil abgefahrensten NW. Allerdings muss ich sagen, dass schon 5mg Abilify es gut durchbrochen haben und ich ins „außen“ zurückkam. Kein ambulanter Psychiater kennt sich wirklich mit Stimmulanzien aus und ich suche verzweifelt eine Lösung um wieder „Ins Außen“ zu kommen.

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    1. Hallo ! Das ist eine Frage, die man online so nicht beantworten kann. Ich kann nur aus der klinischen Erfahrung berichten, dass mehrere Erwachsene in der Klinik durchaus solche Erfahrungen machen. Wichtig ist aber immer die individuelle Diagnostik und Behandlung. Sie beschreiben, dass das Durcheinander wie Matsch im Kopf bzw. Nebel sich lichtet und das Entfremdungs- und Überlastungsgefühl verschwindet. Damit ist dann die Notwendigkeit über Zwänge oder andere Verhaltensmuster eine „Sortierung“ zu erreichen reduziert bzw. aufgehoben.

      Aber das soll und kann keine individuelle Beratung oder gar Empfehlung für oder gegen die Medikation sein.

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  3. Zu den emotionalen Nebenwirkungen von ADHS empfehle ich folgendes Buch (nur auf Englisch erhältlich):

    Focused Forward: Navigating the Storms of Adult ADHD, von James M. Ochoa.

    Die Grundthese des Buches ist, dass das Leben mit den ADHS-typischen Schwierigkeiten zu einer emotionale Belastungsstörung führen kann.

    Wie sich das anfühlen kann, veranschaulicht folgendes Zitat aus dem Vorwort:

    „[I]t’s a creeping sense of overwhelm, a darkness rolling out of the dawn. They’ve screwed up, and not for the first or last time. The other shoe is hanging there, waiting to drop.“

    Der Autor stellt eine ganze Reihe von Strategien vor, die man größtenteils alleine, ohne die Hilfe eines Therapeuten umsetzen kann (einzige Ausnahme ist die EMDR-Therapie).

    Jenseits der konkreten Tipps und Strategien hat das Buch für mich den größten Nutzen dadurch, dass es den Ton meiner „Selbstgespräche“ positiv beeinflusst.

    Der Schreibstil ist empathisch, humorvoll, ermutigend. Und dabei immer realistisch: Eine weitere Grundannahme des Buches ist, dass ADHSler ihr Leben lang damit rechnen müssen, dass „Stürme“ kommen. Es geht, um im Bild zu bleiben, nicht darum, diese Stürme zu umfahren, sondern so navigieren zu lernen, dass man dabei nicht ertrinkt.

    Ich habe das Buch abwechselnd gelesen und als Hörbuch gehört. Der Autor hat das Hörbuch selbst eingesprochen. Er hat eine angenehme Stimme (was natürlich Geschmackssache ist – die Hörprobe gibt Aufschluss). E-Book und Hörbuch kosten zusammen unter 7 €.

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  4. Ich bin eine Frau, Mitte 30 mit Asperger und ADHS. Mit Depressionen hatte ich noch nie ein Leiden bis zu dem Zeitpunkt als mir Ritalin verschrieben wurde. Mein Facharzt (Chefarzt einer psyiatrischen Klinik) bestätigte meine Beobachtung, dass unter Dauermedikation Depressionen auftreten können. Auch ein Blick auf den Beipackzettel bestätigt dies. Ich nehme es mittlerweile nur anlassbedingt, sprich, bei impulsiven Ausbrüchen oder anstrengenden Terminen. Damit geht es mir weit besser. Ich kann es also nicht bestätigen, wie Sie schreiben „Nein, Stimulanzien wie Methylphenidat führen nicht zu Depressionen“. Stimmungsschwankungen, Stimmungswechsel und Persönlichkeitsveränderungen sind sogar eine häufige Nebenwirkungen, dicht gefolgt von Selbstmordgedanken.

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    1. Das mag Ihre Erfahrung sein. Die spreche ich nicht ab. Aber nicht das Medikament verursacht die Depression. Man nimmt unter MPH bzw. Amphetaminen einfach stärker sich und die Gefühlslage wahr. Das Leben mit ADHS ist alles andere als einfach. Häufig treten dann Traumata bzw. eben emotionale Verletzungen an die Oberfläche. Deshalb wird ja häufig begleitend oder alternativ mit einem Antidepressivum gearbeitet. Ich selber erlebe aber eher das Gegenteil (gerade diese Woche) : Patienten werden jahrelang mit Antidepressiva oder Psychotherapie „behandelt“, die eigentlich eine ADHS-Konstitution haben. 30 mg Elvanse und sie verlieren diese Unruhe, die Unordnung im Kopf, die Selbstwertzweifel bzw. die lebenslange Problematik der Anstrengung gegen einen imaginären inneren Widerstand.

      Die meisten Fachärzte für Psychiatrie sind schlicht und ergreifend in ihrer Informationsblase gefangen und setzen dann immer weiter Neuroleptika und Antidepressiva ein und um. Das ist aber eben ein Verlängern des Leidens mit der Gefahr, dass sich die Patienten früher oder später umbringen.

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  5. Ich bin 59 Jahre alt. Vor Fünf Jahren wurde mir ADHS diagnostiziert. Ich habe eine Odyssee hinter mir. Ambulante
    Psychiatrie + 2 Monate stationär. Ich wurde wegen Depressionen behandelt, aber die verschiedenen Antidepressiva vertrug ich nicht. Zuletzt nahm ich Moclobemid 300mg, Quetiapin 1/2 25 mg und Medikinet adult 10mg bei Bedarf. Auf einer Reha bekam ich dann 2×20 mg Medikinet adult und 1/2 25 mg Quetiapin. Das Medikinet war eine tolle Erfahrung. Ich war strukturierter und ausgeglichener. Zurück im Alltag hat mich die Depression wieder. Kann neben den äußeren Faktoren auch das Quetiapin eine Rolle spielen? Haben Sie Erfahrung mit dieser Kombination?
    Vielen Dank

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    1. Ich kann und darf natürlich keine Beratung machen. Aber ganz allgemein : Quetiapin wirkt ja quasi entgegen gesetzt zum Methylphenidat. Manchmal gebe ich zur Nach Quetiapin wenn es unbedingt sein muss. Ansonsten bin ich eher ein Gegner von Neuroleptika bei Erwachsenen mit ADHS. Sie verursachen eher die Depression, die sie eigentlich behandeln sollen.

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      1. Vielen Dank Herr Winkler für ihre Antwort. Ich habe auch den Verdacht, dass es einen Zusammenhang zwischen
        den Depressionen und dem Quetiapin gibt. Ich versuche die 12,5 mg abzusetzen und die unruhigen Nächte erstmal zu akzeptieren.

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  6. Ich persönlich habe bemerkt, dass ich, bei zu hoher Dosis von Concerta (vor allem zu Beginn der Therapie) lethargisch wurde. Dies führte dann zu Gefühlen von „Mir-egal“, „ist-alles-okay“, „jaja mach nur…“ – also einfach zu Distanziertheit vom Leben ohne wirkliche Gefühle von Traurigkeit, Wut oder auch Freude spüren zu können. Dies fühlte sich dann sehr ähnlich wie bei einer Depression an, die ich selber bereits mehrmals erlebt hatte.
    Bei Methylphenidat (Ritalin) war ich superfleissig und konzentriert, aber fühlte nicht wirklich, wie ich mich fühlte. Ich war einfach da und auf mich konzentriert und meine Arbeit. Der Rest hat mich nicht sonderlich interessiert. Auch keine Depressionen in Sichtweite.
    Ich habe nun nach 2 Jahren von Concerta (in niedriger Dosis als zu Beginn) auf Elvanse gewechselt, weil dies die Gefühle mehr durchlässt ohne mich „fremdgesteuert“ und gefühlskalt zu machen. Und hier mache ich die Erfahrung, dass ich zwar wieder mehr Gefühle empfinden kann, leider aber auch wieder anfälliger bin was meine emotionalen Schwankungen betrifft. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass es (wie oben erwähnt) mit einer verbesserten Selbstwahrnehmung zu tun hat.
    Evidenzbasiert ist dies natürlich nicht 😉

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  7. Ich möchte dazu meine folgenden Eindrücke schildern.

    AD(H)Sler sind Kicksucher, das belastet aber das Nervenkostüm. Fehlt dem ADHSler genug Selbstwahrnehmung und ist die Dosierung von Ritalin zu hoch, dann führt das zu einem eher angenehmen Aufgedreht-Sein, teils zu vermehrtem Hyperfocus, was man dann als hilfreich wahr nimmt aber auf Dauer einfach nicht gut geht. Denn man fährt dabei auf Verschleiß und früher oder später führt dies dann zu einer Depression. Die Nerven sind runter, die Energie aufgebraucht es folgt Antriebsmangel und der dazu das man seine Aufgaben nicht mehr schafft. Die Erfolge der „künstlichen Manie“ fallen in sich zusammen und das fördert Verstimmungen und Unzufriedenheit, die als Depression fehlgedeutet werden können.
    Vielleicht hat dies auch mehr noch mit einem komorbiden Asperger-Autismus zu tun und daraus resultierender geringerer Belastbarkeit bzw. schlechterer Wirksamkeit bzw. anderer Reaktion auf das Ritalin.
    Überdosierungen sind auf jeden Fall zu vermeiden, so positiv sich das kurzfristig auswirken mag – das geht so oder so auf Dauer nicht gut.

    Ist jetzt eher subjektiv, muss nicht alle betreffen. Muss jeder sehen ob es führ ihn trägt. Der Rat die Dosierung so niedrig wie möglich zu wählen ist mit Sicherheit für alle wichtig.

    Grüße

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  8. So ganz stimmt dass nicht das ADHS-Medikamente keine Depressionen verursachen. Gerade retardierte Medikamente mit einem abrubten Ende der Wirkung könen die zum ADHS gehörenden Stimmungsschwankungen verstärken. Ich als Erwachsener mit ADS habe diese Erfahrung machen müssen. Das Medikament Stratterra hat diesen Effekt Gott sei Dank nicht. Ähnlich verhält es sich mit Elontril wo von Betroffenen vom sog. „Wulbeterin coaster“ gesprochen wird. Eine optimale Abstimmung auf die Symptome der Betroffenen ist da gefragt, und nicht immer ist bezüglich der Nebenwirkungen Methylphenidat oder Medikinet, oder besser bekannt unter dem Trivialnamen Ritalin die beste Lösung. Dies gilt aber für viele Psychopharmaka weil jeder Gehirnstoffwechsel ein wenig anders ist. Daher ist es wichtig auch einen erfahrenen Arzt zu Rate zu ziehen. Die meisten „Erwachsnenpsychiater“ haben leider nicht genug Erfahrung mit der Behandlung von Erwachsenen Patienten. So dass ich mich z. B. in einer Spezialambulanz an einem Universitätsklinikum meiner Heimatstadt behandeln lasse.
    Es gibt immer noch zu wenig Wissen über ADHS und die Medikation auch bei Fachärzten. Leider hält sich auch die Mär von einem Suchtpotential dieser Medikamente. Dies ist aber bei einer sachgemäßen oralen Einnahme nicht der Fall.

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      1. Nun ja wenn Sie wirken nicht! Aber es kann sein dass etwa Elontril auch Stimmungsschwankungen verstärkt. Bei Patienten mit komorbider Depression soll Stratterra besser geeignet sein weil es auch gegen Ängste und Depressionen wirkt und es keine Wirksamkeitslücke wie bei Metylphenidat gibt. Was halt bei einer ADHS Medikation sein kann dass ältere Konflikte klarer gesehen werden und das zu Depressionen führt. Das hat im Grunde mit der Wirksamkeit der Medikamente wenig zu tun. Und es kann auch zu einer Persönlichkeitsveränderung kommen können. Ich merke dass bei mir das mir plötzlich andere Dinge Spass machen als früher weil ich konzentrierter bin. Das ist manchmal sehr drastisch.

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      2. Das hängt vielleicht auch vom jeweiligen Subtyp ab. Es kann sein dass sie generell mehr Patienten mit hyperaktiven Subtyp haben. Ich kann mir das gut vorstellen dass die im klinischen Bereich häufiger sind. Beim tagträumerischen Subtyp kann es gut sein dass Stratterra besser wirkt.

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      3. Wir haben natürlich weit mehr „hypoaktive“ als hyperaktive in Therapie. Und ehrlich gesagt : Ich kann mich nur sehr sehr sehr selten an Effekte von Strattera erinnern. Bei den meisten ADSlerinnen macht es eine Art „motivationslose“ Wachheit. Gegen Depression hat es nie geholfen. Aber das ist meine persönliche Erfahrung. In einer Klinik hat man ja nicht wochenlang Zeit darauf zu warten, ob vielleicht noch ein Effekt eintritt.

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      4. Das ist ganz komisch mit Stratterra, das kann sogar noch etwas länger dauern als mehrere Wochen. Bei hypoaktiven ist der Antrieb generell sehr schlecht. Und mitunter macht auch Stratterra müde. Bei mir ist das nicht der Fall, aber das ist auch besser geworden weil ich das Neuroleptikum zur Nacht reduzieren konnte. Das mit dem Antrieb ist aber ein riesiges Problem. Das aufdosieren dauert lange, und am Besten wird es wohl in kleinen Dosen aufdosiert. Und die volle Wirkung hat man mitunter auch erst nach paar Monaten. Dafür läßt die Wirkung nicht so schnell nach. Das macht halt nichts wenn mal einmal das Medikament vergißt. Das ist bei Methylphenidathaltigen Medikamenten krasser. Ich glaube Sie haben sich vertan sie meinen mehr hyperaktive Patienten in Behandlung. Ich vertue mich auch manchmal mit der Reihenfolge. Vielleicht ist ja zerstreut sein etwas ansteckend. Es kann aber sein das hypoaktive häufiger an Burn Out leiden. Gerade in Verbindung mit Sluggish cognitive Tempo kann das der Fall sein.

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      5. Nein, ich habe weit mehr „hypos“ als hyperaktive. Die ziemlich teure Wette auf eine mögliche Wirkung von Strattera in einer fernen Zukunft halte ich für unseriös. Und letztlich leuchtet mir auch gar nicht ein, wieso und wie dann Strattera irgendwann noch eine Wirkung erzielen soll, wenn dies nicht nach 3-4 Wochen (bei Antidepressiva sagt man sonst 14 Tage) passiert. Ich persönlich würde selber bzw. für mein Kind nie ein Medikament über 10-12 Wochen schlucken, wo ich keinen Effekt sehe. Nur, weil die Pharmavertreter dann über mehrere Wochen dieses Präparat verkauft haben ? Nie im Leben !

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    1. Ich leide an ADHS und Borderline gleichzeitig.
      25 mg Methylphenidat (2 Mal pro Tag, dass das Präparat bis zu 6 Std wirkte. Es wurde mit 2 x 5 mg/Tag angefangen und wöchentlich um je 5 mg erhöht) hat meine Stimmungsschwankungen ganz krass verstärkt. Ich hatte bis 4 depressive Tiefe in der Woche, oft mit Suizidgedanken. Metylphenidat wurde deswegen abgesetzt und ich wurde auf 20 mg Escitalopram eingestellt. Damit habe ich zwar immer reaktive depressive Tiefe aber deutlich weniger als unter Methylphenidat (letzter Tief war vor 6 Wochen).
      Was die Stimmung anbelangt, fühle ich mich also unter diesem SSRI deutlich besser.
      Ich frage mich allerdings, ob ich mit 25 mg Methylphenidat (2 x 25 mg) nicht überdosiert war.
      Denn mit 10 mg (2 x 10 mg in Abstand von 6 Stunden, also 10 mg gegen 7 Uhr, 10 mg gegen 13 Uhr, gleich nach dem Essen) war meine Stimmung die ganze Woche sehr gut.
      Und kann man Methylphenidat und ein SSRI kombinieren ( z.B. 2 x 10 mg MPH + 20 mg Escitalopram)?

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  9. Vielen Dank für den sehr gelungen Eintrag. Persönlich sehe ich es auch so, das eine Medikation mit Methylphenidat bestimmt nicht als Hauptindikator zu Depressionen führt. Das Präparat zusammen mit einer Therapie, führt meines Erachtens zu einer Verbesserung der Selbstwahrnehmung. Diese Verbesserung führt in der Anfangsphase oft zu Erkenntnissen im Bezug auf das Selbstbildnis, welche aufgearbeitet und therapeutisch geklärt werden müssen. Dabei handelt es sich dann jedoch nicht um eine Begleiterscheinung der Medikamenteinnahme, sondern um eine depressive Verstimmung. Diese sollte dann vielmehr als Möglichkeit genutzt werden, psychotherapeutische Hilfe zu leisten und dem Patienten die dadurch entstandenen Chancen nahe zu bringen. Durch eine immer vorlaufenden Verbesserung des Umgangs mit ADHS, wird es durch eine entstehende Erwartungshaltung immer wieder auch Rückschritte mit Verstimmungen geben. Diese sind dann meines Erachtens jedoch keine direkte Nebenwirkung von Metylphenidat.

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