ADHS und Knochenbrüche

Es geht ja jetzt auf die Glatteis-Zeit zu. Zeit der Knochenbrüche. Unsere ADHS-Kids bzw. auch Erwachsene weisen ja ein erhöhtes Unfallrisiko auf. Sagt man.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass unsere Kinder kein Dauerabo in der hiesigen Unfallchirurgie-Ambulanz gebucht haben. Aber viele ADHSler-Familien kennen halt die Mitarbeiter in den entsprechenden Kinderabteilungen und Unfallchirurgie schon beim Namen.

Eine interessante Studie untersucht nun den Einfluss einer ADHS-Medikation auf das Unfallrisiko und Knochenbrüche.

In der Altersgruppe der 6-9 jährigen Kinder konnte nachgewiesen werden, dass das Unfallrisiko bzw. Knochenbruchgefahr bei Kindern unter ADHS-Medikation geringer als bei den unbehandelten ADHS-Rabauken war. Dies bestätigte sich dann auch in den älteren Patientengruppen.

Wie Prof. Romanos auf seinem Vortrag in Würzburg auf dem Bayrischen ADHS-Tag dazu ergänzte : Auch das Risiko bei jungen Erwachsenen aufgrund eines Motorrad- oder Autounfall zu versterben sinkt unter ADHS-Medikation.

Methlylphenidat rettet Leben bzw. schützt vor einem Gipsverband, könnte man also behaupten.

Zur Studie

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Ein Gedanke zu „ADHS und Knochenbrüche

  1. Piero Rossi

    Das ist ein sehr wichtiger Hinweis! Schön früher zeigten empirische Untersuchungen auf, dass bei unbehandelten ADHS-Kindern ein hohes Unfallrisiko besteht. Verträumt und unaufmerksam Rad fahren, impulsiv zwischen geparkten Fahrzeugen auf eine befahrene Strasse springen …

    Vielen ist nicht klar, dass eine un- oder nicht wirksam behandelte ADHS fatalste Folgen haben kann. Es geht um Leib und Leben. Auch wenn es zum Glück nicht immer zu Verkehrsunfällen kommt, bleiben Unfälle im Haushalt, am Arbeitsplatz und beim Sport ein grosses Risiko.

    Ausserdem: Das Unfallrisiko steht ja nicht alleine. Bei un- oder nicht wirksam behandelten Kindern mit einer ADHS besteht nachweislich auch ein erhebliches Risiko, keine Freunde zu finden, Klassen wiederholen zu müssen und Selbstzweifel, Schuldgefühle und später sogar Depressionen zu entwicklen. Auch kann u.a. zu massiven Verhaltensstörungen, zu Essstörungen, zu Drogenkonsum und anderen psychischen Störungen und psychosozialen Komplikationen kommen.

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