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ADHS und Beidhändigkeit

Beidhändigkeit kann ein Hinweis auf weitere Entwicklungsbesonderheiten sein

Kinder ohne eine Dominanz für Rechts- oder Linkshändigkeit weisen häufig auch weitere neuropsychiatrische Besonderheiten auf

Einige Kinder sind halt anders als die Anderen. Und einige Kinder entwickeln nun nicht eine besondere Dominanz einer Hirnhälfte, die dann auch mit der Bevorzugung einer Hand (bzw. Fuß z.B. beim Fußball) verbunden ist.

Schon häufiger berichten Eltern, dass ihr Kind eben nicht ein klassischer Rechtshänder ist und zusätzlich eben Symptome von ADS / ADHS aufweist. Das kann ein Beobachtungseffekt sein, da ein ADHS-Kind sicher stärker unter (häufig leider negativer) Beobachtung steht, als ein neurotypischer Klassenkamerad.

Aber es gibt eben Studien, die sich mit der Beidhändigkeit und dem gehäuften Auftreten von ADHS beschäftigen. Sowas kann man besonders gut in den sog. Kohortenstudien aus Skandinavien untersuchen, in denen über einen längeren Zeitraum die Entwicklung bzw. Förderungsbedarf von Kindern untersucht wird.

Beidhänder(innnen) weisen im Alter von 8 Jahren ein doppelt so hohes Risiko im Vergleich zu klaren Rechts- oder Linkshändern auf, dass sie Sprachentwicklungsprobleme oder Lernstörungen haben.

Auch als Teenager war dann ein deutlich erhöhtes Risiko für ADHS und Lernprobleme zu verzeichnen.

Mir geht es hier eigentlich gar nicht um die Händigkeit. Es geht mir darum, dass es Kinder mit besonderen Entwicklungen in Hinblick auf Wahrnehmung bzw. Sensorik, Motorik, Sprachentwicklung etc gibt, bei denen sich entweder sogenannte „soft signs“ in Hinblick auf neurologische Besonderheiten ergeben, oder aber eben Regulationsstörungen und Entwicklungsbesonderheiten. Diese Kinder sollten sehr frühzeitig erkannt und gefördert werden.

Natürlich jetzt nicht mit dem Ziel, dass nun ein Linkshänder zum Rechtshänder „umerzogen“ wird. Aber mit der Zielsetzung, dass etwaige ADHS-Merkmale, non-verbale Lernstörungen, Lese-Rechtschreibschwäche, Dyskalkulie oder Dyspraxie erkannt und behandelt werden, die häufig mit diesen Besonderheiten einhergehen.

Rodriguez A, et al. (2010) „Mixed-handedness is linked to mental health problems in children and adolescents“. Pediatrics (doi:10.1542/peds.2009-1165).

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