Archiv des Autors: Dr Martin Winkler

ADHS und Partnerschaft – Workshop 25. und 26.8.2018 in Lüneburg

Kaum ein Thema ist so spannend wie die Paarbeziehung bei ADS bzw. ADHS

ADHS ist wie normales Leben – nur mehr davon.

Und häufig ist dieses „mehr“ eben nicht nur spannend und intensiver. Absolute Liebe und tolle Gefühle,
charismatische und interessante Partner bzw. Partnerinnen. Sensibel, einfühlsam, unterhaltsam und eben „anders“ als die Anderen.

Aber so wie es die Stärken bei ADHS gibt, so ist auch der Alltag, die Kommunikation bzw. das Zuhören und Treffen (bzw. Einhalten von Absprachen) eben so eine Herausforderung für sich.

Nicht selten wird dann die Alltagsgestaltung und das Miteinander LEBEN und LIEBEN zur besonderen Herausforderung – auch oder gerade für die „nicht betroffenen“ Partner.

Das soll in einem kleinen, feinen Workshop in privater Atmosphäre zum Thema gemacht werden. Dafür werden wir uns Ende August in Lüneburg (in meinem Elternhaus) treffen. Hoffentlich bei schönstem Wetter auch draussen. Diesmal soll es weniger um PowerPoint-Frontalunterricht gehen. Sondern um einen Austausch bzw. Übungen zum Umsetzen im Beziehungsalltag. Wir werden sicher eine kleine Gruppe im Workshop sein, so dass es genug Zeit und Möglichkeiten für Fragen geht.

Der Workshop richtet sich sowohl an Paare, aber auch an Einzelpersonen (wenn der Partner / die Partnerin noch nicht bereit für eine gemeinsame Aktion in dieser Richtung ist). Gerade auch die Situation der „Partner“ (ohne ADHS) und die Selbstfürsorge sollen eben nicht zu kurz kommen.

Themen werden darüber hinaus u.a. ein kurzes Update zu aktuellen Störungskonzepten sein. Dann aber besonders die Themen Kommunikation bzw. Miteinander Sprechen und Zuhören, Absprachen und positive gemeinsame Momente stärken und dann Umgang mit emotionalen Turbulenzen und Konflikten.

Kosten : 225 Euro pro Einzelperson, 400 Euro als Paar

Veranstalter und Anmeldung über Besser als Erwartet , Romy Winkler (Romy.winkler@googelmail.com)
Referent : Dr. Martin Winkler
Ort : Lüneburg, Hasenburger Weg 69

Ich beantworte natürlich auch gerne Rückfragen zum Programm unter webpsychiater@gmail.com

Advertisements

ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen

Was gehört für mich zur ADHS-Diagnostik ?

Die folgende Infografik erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie zeigt vielleicht, dass auf jeden Fall mehr dazu gehört als Checklisten bzw. Fragebögen

Ab 24.5. werde ich in Wismar im Rahmen der ADHS-Ambulanz eine Diagnostik, Therapie und Coaching anbieten können. Leider derzeit nur für Selbstzahler bzw. Privatpatienten. Ggf. ist dann eine Weiterbetreuung über neue Medien möglich (da sich die Regeln des Fernbehandlungsverbotes erfreulich geändert haben)

ADHS Burnout bei Selbstständigen und Unternehmern

Unternehmer mit ADHS

Ständig im Bereich der Selbstüberforderung

…. und natürlich nicht nur bei DENEN….

Zum Thema ADHS bei Freiberuflern bzw. Unternehmern und anderen Geschäftsleuten hatte ich in diesem Blog ja schon ein paarmal gepostet. Nun ist meine neue Klinik ja sicher nicht der Ort, an dem sich die Geschäftsleute-Elite die Klinke in die Hand gibt. Immer mehr Einrichtungen konzentrieren sich ja auf die so angeblich besserverdienenden Klientel mit Burnout und Erschöpfungssyndromen, die aus der beruflichen Belastung bzw. nicht selten auch der Entlassung nach Misserfolgen bzw. Selbstüberforderung entstehen. Unter der Rund-um-sorglos-Versorgung dieser Kliniken müssen die Probleme der Selbstorganisation und Alltagsbewältigung eben gar nicht ins Auge springen. Weil ja einfach alle Dinge, die unangenehm sein könnten, von dienstbeflissenen guten Heinzelmännchen der 5-Sterne-Kliniken abgenommen werden bzw. schon jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird. Na ja, so stelle ich es mir jedenfalls manchmal vor 🙂

Aber irgendwie ist das Thema ADS / ADHS und Besonderheiten der Regulationsdynamik bzw. der Exekutivfunktionen im Bereich der Unternehmsführung bzw. Coaching und Gesundheitsprävention von Führungskräften noch nicht so richtig angekommen. Zumindest nach meiner subjektiven Wahrnehmung.

Dabei wäre es im Sinne von Gesundheits-Prävention aber auch Förderung von Kreativität (Stichwort „laterales Denken“) mehr als sinnvoll, dass sich Firmen und Großinstitutionen sich des Themas ADHS annehmen. Einerseits, um einen Ausfall der Mitarbeiter zu verhindern, andererseits aber auch, damit die Stärken und besonderen Möglichkeiten in der Wahrnehmung und Lösung von Problemen und Herausforderungen gewinnbringend genutzt werden können.

Ab und an verirrt sich dann aber auch an die Ostsee nach Wismar ein Klient, bei dem das ADHS-Spektrum nun eigentlich ins Auge springt, bei dem oder der aber eben über viele Arzt- und Psychologenkontakte kein Mensch an ADHS denkt. Schon allein, weil ja jahrelang der Erfolgsweg scheinbar steil nach oben führte.

12-16 h Arbeitstage gelten dann schon fast als „freier Nachmittag“. Denn nur wenn der innere Motor ständig auf höchster Drehzahl läuft, ist das Gehirn „funktionsfähig“. Notfalls um den Preis, das mit Drogen bzw. Alkohol oder „Downer“ dann der Regulation der Hirnaktivität ein wenig nachgeholfen wird.

Dann kann der Hinweis auf ADHS schon wie die „Offenbarung“ sein und das Buch von Ed Hallowell „Zwanghaft zerstreut“ die neue „Bibel“, wie ich es schon ein paarmal in diesem Zusammenhang hörte.

In der letzten Zeit hatte ich dabei gerade im Bereich Verkauf bzw. auch bei leitenden Angestellten im Management im Bereich Optimierung und Consulting so meine Erfahrungen machen können. Lauter sehr sehr gute Leute, die nach aussen lange Zeit gut „funktionieren“. Bei denen aber nicht zuletzt die Lebensabschnittsbegleiterin schon sehr lange und häufig immer wieder Einbrüche mit totalem Rückzug und Depressivität bzw. schwersten Selbstwertstörungen registrierte. Nicht zuletzt, wenn ein Projekt wie eine Seifenblase zerplatzte. Leider ist es dann schwierig, diese Menschen zum Annehmen von Hilfe zu bewegen

Vor 2 Wochen erhielt ich per Voicemail den Anruf einer Lebenspartnerin eines früheren Klienten von mir. Offenbar wieder abgestürzt, obwohl das neue Projekt nach der Arbeitslosigkeit so erfolgsversprechend klang. Aber leider schafft er es nicht, sich selber an den Rechner oder das Handy zu setzen, um mir ein Lebenszeichen zu senden.

Abgetaucht in Selbstzweifel, aber auch irgendwo Selbstmitleid.

Die gleichen Fehler immer und immer wieder ?

 

ADHS und Beruf : Vortrag von Harald Lachenmeier ADHS Symposium Münsingen

ADS-Workshop 14. und 15.7.2018

Achtung : Ich musste den Workshop aus organisatorischen Gründen auf den 14. und 15.7. 2018 in Wismar verlegen.

Der Worshop richtet sich an Jugendliche ab 14 und ggf. ihre Eltern bzw. eben an Erwachsene mit Problemen der Aufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Selbstaktivierungsprobleme bzw. Erschöpfung.

Im Vordergrund hier stehen aber nicht die typischen Besonderheiten des ADHS mit den Exekutivfunktionsproblemen, sondern die Besonderheiten der Aufmerksamkeitssteuerung, Vigilanz bzw. rasche Erschöpfbarkeit und die Probleme, die sich dann sekundär aus der hohen Empfindsamkeit und Energielosigkeit im Alltag ergeben.

Natürlich werden wir uns auch mit den Stärken und Besonderheiten im positiven Sinne beschäftigen und gemeinsam nach guten Strategien im Umgang mit den Besonderheiten suchen.

Der Workshop findet ab 8 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Weitere Infos und Anmeldung unter webpsychiater@gmail.com

 

Häufigkeit von ADHS im Erwachsenenalter in der Allgemeinpsychiatrie

Eine aktuelle Studie zu ADHS im Erwachsenenalter untersucht die Häufigkeit bei Patientinnen und Patienten in der Allgemeinpsychiatrie in Schleswig.

Bei 59 !!!! Prozent der Patienten war eine ADHS-Symptomatik nachweisbar. Gerade beim Vorliegen von „Depressionen“ muss zukünftig viel häufiger an ADHS gedacht werden bzw. dies auch in die Diagnostik- und Therapieroutine einbezogen werden.

Mehr 

Intuniv (R) (Guanfacin) Sicherheits-Überprüfungen vor und während der Therapie

Wenn Pharmavertreter die Türen von ADHS-Ärzten belagern, dann wird damit in aller Regel ja zunächst eine höhere Verordnung eines neues Medikamentes erreicht. Das ist ja das Ziel der Promotion.

Im Falle von Intuniv (Guanfacin) der Firma Shire wurde nun ein ziemlich uralter Wirkstoff für ein „neues“ Indikationsgebiet beworben. Und eben letztlich auch mit der unterschwelligen Botschaft, es sei eine sichere Alternative zur Goldstandardtherapie mit Stimulantien oder Atomoxetin.  Es wurde zwar dargelegt, dass es eher dann als Ausweichtherapie eingesetzt werden sollte, wenn die anderen Maßnahmen nicht greifen. Oder eben als „ADD-On“, d.h. als Ergänzung zur Therapie mit Methylphenidat oder Amphetaminen.
So ganz unproblematisch ist dieses Blutdruckmittel aber eben nicht. Es hat Einfluss auf die QT-Zeit am Herzen, den Blutdruck und kann u.a. Schläfrigkeit und eine erhebliche Gewichtszunahme auslösen. Wobei das ja gerade „Werbeargumente“ sind, d.h. diese Effekte sollen ja gerade den Einschlafproblemen und dem ständigen Appetitmangel unter der Stimulanziengabe möglicherweise entgegen wirken.

Wie auch immer.
Jetzt kommen „Schulungsmaterialen“ der Firma bzw. des BFARM, die sich mit Sicherheitsaspekten = Risiken der Medikation beschäftigen.  Ein Großteil der Aspekte sind für Kinder- und Jugendliche nicht relevant, würden aber sehr wohl bei einer off-label-Verordnung im Erwachsenenalter eine Rolle spielen.

Schaut selber auf die Checkliste, die jetzt im Prinzip jeder Arzt vor der Verordnung ausfüllen müsste bzw .dann im Verlauf der Therapie protokollieren sollte :

Checkliste

Warnung von Energiemedizin / Regulationsmedizin Inakarb

Leider muss ich eine ausdrückliche Warnung aussprechen vor einem „Geheim-Tip“. Eigentlich halb so wild, weil ja jede Menge Unsinn und Scharlatanerie unterwegs ist.

Jetzt wird aber auch auf ADHS-Seminaren diese Pseudowissenschaft als seriös angepriesen, was es nun ganz und gar nicht ist.

Das finde ich ganz fürchterlich !

Hier mein Artikel auf Steemit zu Prof. Dr Dr. Dr Enrico Edinger und  Inakarb
Es ist aber schon fast eine Freude heraus zu finden, was für eine Leuchte dieser Stern der russischen Raumfahrtmedizin bzw. Mars-Expeditionen angeblich ist…

Bitte warnt andere Leute auch davor. Gerade wenn es in Elterntrainings oder ADHS-Seminaren erwähnt wird, glaubt man es ja erstmal.