Archiv der Kategorie: Serie „ADHS + Bildschirmmedienkonsum“

Digitale Demenz

Manfred Spitzer hat zum Thema Bildschirmmedienkonsum ein neues und wie ich finde lesenswertes Buch geschrieben. Siehe hier.

Eine Buchbesprechung folgt.

Zusammenfassung von Amazon:
„Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.“

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«Es besteht die Gefahr, dass Kinder dumm, dick und aggressiv werden»

Der Psychiater und Hirnforscher Manfred Spitzer warnt vor den Auswirkungen des Gebrauchs von Computern, Smartphones und Spielkonsolen. Er fordert eine Rückbesinnung auf die reale Welt.

Zum Interview im Tages-Anzeiger von heute.

Siehe zum Thema ADHS & Bildschirmmedien auch hier.

Warnhinweise auf Gewalt verherrlichenden Games?

Ähnlich wie auf Zigaretten-Schachteln, könnten Spiele-Verpackungen in den USA bald mit Warnhinweisen zu Risiken und Nebenwirkungen von brutalen Video- und PC-Games versehen werden.

Ich würde das auch für Europa begrüssen.

Weiterlesen

(Zur Serie ADHS & Bildschirmmedien)

Mit Medikamenten geht’s halt einfacher

Meine Beitragsserie zum Thema ADHS & Bildschirmmedienkonsum stiess gemäss der Besucherstatistik auf erstaunlich wenig Interesse. Diese Texte bilden beinahe das Schlusslicht der Leserstatistik. Diese Beiträge wurden rund 10x weniger angeklickt als der Beitrag über die Wenn-dann-Pläne oder den sehr oft angeklickten Text von Martin Amphetamine bei ADHS: Neues Medikament mit langer Erfahrung.

Aber wieso nur? Liegt es an meiner „Schreibe“?

Oder sind wir alle medial so vereinnahmt, dass für viele diese Thematik gar nicht evident ist? Wurden TV, Videospiele und Facebook für uns alle zu einer so grossen Selbstverständlichkeit, dass wir darüber gar nicht mehr nachdenken (wollen)? Wundere ich mich quasi, dass mir ein Alkoholiker nicht sonderlich aufmerksam zuhören mag, wenn ich über Alkohol referiere?

Wie in den Beiträgen über die ADHS & Bildschirmmedienkonsum bereits beschrieben, stelle ich auch in meinem Praxisalltag wiederholt fest, wie selten Eltern, die ich bei Bedarf zu dieser Thematik zu sensibilisieren versuche, darauf einsteigen.

Interessant ist dabei, dass es sich nicht nur um eine Frage der sozialen Schicht handelt. In der Praxis habe ich es auch mit sozial gut gestellten Familien aus dem Bildungsbürgertum zu tun. Grosse Unterschiede in der Bereitschaft, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, sehe ich – von erfreulichen Ausnahmen abgesehen – selten.

Mit Medikamenten geht’s halt einfacher …