Schlagwort-Archive: eBook

eBook ADHS von Piero

Gestern erhielt ich einen Anruf eines Vaters, der sich bedanken wollte. Ich leite den Dank mal über diesen Weg an Piero weiter. Es ging um das eBook ADHS von Piero Rossi, das er sich ausgedruckt hat und mit einem Hardcover binden lies.

Seit mehreren Jahren sucht er Hilfe für seine Tochter. Er sei u.a. in der Charite in Berlin vorstellig gewesen. Als Privatpatient (Vater ist Akademiker) kam er mit Frau Prof. L in Kontakt, die die pure Existenz von ADHS mehr oder weniger in Abrede stellte. Das Kind habe eine „soziale Störung“ und gehöre letztlich in ein Heim.

Mir ist persönlich unklar, wie eine Leiterin einer Kinder- und Jugendpsychiatrie nun „soziale Störung“ nach ICD oder DSM definiert. Auf jeden Fall ignoriert sie mal eben gängige Leitlinien und setzt ihre eigene Meinung darüber.

Erst nach Jahren vergeblicher „Bemühungen“ auf sozialpsychiatrischer bzw. sonderpädagogischer Ebene, habe der Vater dann motiviert durch das eBook,  sich genauer mit der Thematik bei den Mädchen beschäftigen können. Und habe einen anderen Arzt gefunden, der jetzt die Diagnose ADHS vom unaufmerkamen Subtyp stellte und neben der fortgeführten psychotherapeutischen Betreuung eben auch Methylphenidat erfolgreich einsetzte.

Für mich persönlich ist es eine unterlassene Hilfeleistung, wenn eine Professorin mal eben behauptet, dass das Kind zu 25 Prozent ADHS und zu 75 Prozent soziale Probleme habe. Selbst wenn sie damit vermutlich sogar richtig liegen könnte, da eben die ADHS-Konstitution die Anpassung in allen sozialen Bezügen verunmöglicht. Das Kind leidet ja nicht primär unter Unaufmerksamkeit. Das Kind leidet unter Ausgrenzung und Ablehnung. Das Kind leidet unter Unverständnis. Gerade auch von einer Frau Prof. L aus B.

Viele Familien bekommen soziale Probleme durch die Therapeuten, die ihnen helfen sollen und es nicht tun.

Daher: Danke an Piero für das eBook. Damit fühlen sich einfach viele Familien und Betroffenen nicht mehr allein bzw. erstmals verstanden.

Advertisements