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5 Sekunden-Regel gegen Prokrastination / Aufschieberitis

Auf der Plattform steemit.com habe ich einen ausführlichen Beitrag zum ADHS-Thema Nummer 1 gepostet : Aufschieberitis und wie man in 5 Sekunden damit klar kommt.

https://steemit.com/adhs/@martinwinkler/die-5-sekunden-regel-von-mel-robbins-als-challenge-gegen-prokrastination

Schau mal rein. 5-4-3-2-1   Jetzt

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Keine Stärken?

Tobias Eltern werden vom Klassenlehrer angerufen und zu einem Elterngespräch gebeten. Soweit so gut oder schlecht.

Im Gespräch berichtet der Deutschlehrer, dass Tobias bei der letzten Stillarbeit zum Thema eigene Stärken und Schwächen so überhaupt keine eigenen Stärken gesehen bzw. aufschreiben konnte.

Dafür stand da:

„Ich kann gar nichts“.

Der Lehrer reagierte bestürzt und wollte von den Eltern wissen, wie es denn sein könne, dass sie so wenig auf die Vermittlung von Stärken achten würden. Ob sie ihn denn auch mal loben würden?

Schön, wenn ein Lehrer sich so engagiert. Denn das Problem ist den Eltern wohl bekannt …

Und tatsächlich bemühen sich die Eltern auch, ihrem Tobias jede Menge Erfolgserlebnisse zu verschaffen. So ist er ein begeisterter Kletterer, spielt gerne Theater, spricht fast muttersprachlich eine Fremdsprache, ist hilfsbereit und freundlich zu älteren Menschen und überhaupt ein ganz toller Kerl.

Die Lehrer meinen nun, Tobias müsse mehr alleine sich Erfolge erarbeiten und sehen, dass es über Anstrengung klappt. Dass er über Ausdauer zu Zielen kommt. Anstrengung führt zu Erfolgen, die man sich selber zuschreiben kann.

Man müsse quasi an seine Vernunft und Selbstständigkeit appellieren.

Im nächsten Satz meinte er aber, dass er nicht so viel vergessen dürfe. Schliesslich benötige man auch in Musik oder Mathematik die Arbeitsmaterialien ….

Ah ja. Nicht verstanden hat der Lehrer, dass bei Tobias eine Selbststeuerungsproblematik vorliegt. Dass eben ein pädagogischer Appell zwar nett und schön, aber unbrauchbar ist. Das man Tobias eher bei Erfolgen permanent verstärken = loben muss. Dass man aber auch erkennen sollte, dass er sich JA GERADE SCHON MAXIMAL ANSTRENGTE. Und dennoch eben sowas wie Erfolge für ihn in diesen Momenten nicht sichtbar bzw. spürbar war bzw. sind.

Noch mehr Anstrengen führt zum Zusammenbruch, nicht zur Effizienzsteigerung. Oder aber anders ausgedrückt: Noch mehr Anstrengen ist eine sichere Garantie dafür, später bei mir in der Klinik zu landen …

Für die Eltern stellt sich also die Herausforderung zwischen Verantwortung abgeben bzw. übernehmen. Zwischen Kontrolle und Vertrauen.  Zwischen Ermutigen und Realität aufzeigen. Oder zwischen schützen und „ins offene Messer laufen lassen“.

Eltern müssen hier ständige Motivationsarbeit leisten. Auch oder gerade dann, wenn es scheinbar nicht dazu führt, dass das Selbstwertgefühl sich positiv verändert.

Dass „Sponsoring“ der Eltern ein Kind dann motiviert bzw.  es in der Spur zu halten versucht, ist dann häufig ein Seiltänzerakt. Einerseits will und kann man es nicht ständig beaufsichtigen und ihm Verantwortung und Kontrolle nehmen, andererseits kommt es mit der Eigensteuerung, d.h. dem alleine Arbeiten noch nicht so zurecht, wie man es vom Alter her erwarten würde. Ein ADHS-Kind kann aber gerade eben nicht aus Erfolgen so einen positiven Rückschluss auf Stärken bzw. Selbstwert herstellen, wie man es bei Normalos erwartet.

Man könnte fast sagen, Tobias hat ein „Belohnungs-Defizit-Syndrom“ (im englischen gibt es diese Bezeichnung tatsächlich als Reward-deficit gerade im Zusammenhang mit Sucht- und ADHS-Problemen.

Tobias reagiert schnell und empfindsam auf den Hauch von Kritik bzw. Ablehnung. Das kommt quasi ungefiltert und als unumstössliche Wahrheit in seinem Gehirn an, brennt sich quasi auf die Festplatte des Gehirns.

Positive Erlebnisse bzw. Erfolge scheinen dagegen flüchtig wie Seifenblasen zu sein. Dies gilt umso mehr, wenn eine Aufgabe über Versuch und Irrtum bzw. Lernen aus Fehlern besteht und sich die Kindern zu einer Lösung vorarbeiten müssen.

Wenn nicht sofort und unmittelbar das Ergebnis im Kopf ist bzw. eine unmittelbare Belohnung erfolgt, dann kippt die Stimmung. Aber nicht nur die Stimmung, vor allem die eigenen Gedanken und Selbstzuschreibungen. Das bezeichnen die Verhaltenstherapeuten dann auch als negative Selbststeuerung.

Nun gibt es ADHS-Experten wie Fritz Jansen, die das Phänomen schon gut beschreiben bzw. ein Zeitfenster von 1 Sekunde zum Positiven Lernen setzen.

Eltern bzw. Lehrer müssten also unmittelbar das Kind verstärken = Loben und Anfeuern.

Was nicht nur für die Eltern, sondern gerade für die  Schule eine Herausforderung darstellt.

Exekutivfunktionen und technische Tools plus Mentoren als Unterstützung

Der Gründer der (leider wohl nur englischsprachig agierenden) Firma Memory on Demand erlitt aufgrund eines Schlaganfalls erhebliche Einschränkungen seines Gedächtnisses bzw. seiner Exekutivfunktionen. Daraus entstand eine iPad-Hilfe, die sich auf die technische Unterstützung seiner beeinträchtigten Hirnfunktion verstand.

Später wurde dieses Tool für ADHS weiterentwickelt; eine iPhone-Variante wurde gerade angekündigt.

Nun gibt es ja jede Menge Tools und Apps zur Selbstorganisation wie Aufgabenlisten (To-Do-Listen) oder Erinnerungsfunktionen der Smartphones oder Computer selber. Bisher war es immer so, dass die Einrichtung und dauerhafte „Pflege“ der Apps länger dauerte, als der daraus zu ziehende Nutzen. Möglicherweise ist das bei der von mir vorgestellten App GPS-Focus genauso.

Dennoch finde ich die Grundidee von GPS-Focus richtig. Es ist nämlich nicht nur eine simple „To-Do-Liste“, die man mit schriftlichen (oder englischsprachigen) Diktaten auf sein iPad befördert und vielleicht noch daran erinnert wird, dass man es mal wieder nicht gemacht hat. Vielmehr wird hier zusätzlich ein „Mentoren-System“ genutzt.

Natürlich gibt es auch andere „Tools“ oder Apps, die das anbieten. Über Eure Erfahrungen und Kommentare dazu würde ich mich freuen.

Mentoren sind aussenstehende „Motivatoren“ und Anfeuerer, die den ADHS-Studenten bzw. den Betroffenen daran erinnern, ob eine Aufgabe auch wirklich wie verabredet in Angriff genommen wurde.

Das sollten besser nicht die eigenen Eltern sein, da hier eine „Mamastimmenallergie“ und das Gefühl der negativen Kontrolle zu stark sein könnte. Aber wenn man die Aufgabe der Fremdkontrolle freiwillig abgibt an einen Mentor, dann kann es durchaus funktionieren. Wichtig wäre, möglichst eine Liste von geeigneten Mentoren zu haben.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass dies eine zusätzliche Dienstleistung von ADHS-Coaches werden könnte. Wichtig wäre, dass eben das Anfeuern, das Motivieren, aber auch Erinnern an das Erinnert werden, eine Rolle spielt. Und prompt finde ich sowas in Planung für die USA….

Dafür braucht es jetzt vielleicht nicht diese App bzw. ein Ipad oder iphone.

Egal. Hier ist ein Werbevideo auf Youtube.

Eine „lite Version“ ist für 30 Tage kostenlos, danach wären bei Gefallen vertretbare Euro 4.99 fällig.

Giftblätter und ein sehr gutes Zeugnis

Es ist wieder eine Zeit angebrochen, in der sich Lehrpersonen mit Zeugnissen in die Gefahr der seelischen Körperverletzung begeben. Es gibt gute und schlechte Zeugnisse bzw. Lernentwicklungsgespräche.
Für ADHS-Kinder und Jugendliche sind Zeugnisse selten Grund zur Freude (höchstens, dass die Qual der Negativbewertungen und nicht erkannter Entwicklungsanforderungen dann eine Pause von sechs Wochen hat).

In ihrem neuen Blog beschreibt leidenschaftlichwidersynnig ein von ihr selbst geschriebenes bzw. gestaltetes Zeugnis, das sich mit den Stärken, der Anstrengung in verschiedenen wichtigen Lebensbereichen und eben der Entwicklung zu einer jungen Persönlichkeit ihrer Tochter beschäfigt.

Sie stellt ihr ein tolles Zeugnis aus, das weit mehr über ein Reifezeugnis aussagt, als die oftmals demoralisierenden Zeugnisnoten der Schule.

Kleine Kämpferinnen und Kämpfer. Immer wieder. Und dabei sehen sie oft nicht, was sie alles schaffen in so einem Schuljahr. Was nicht im Zeugnis steht.

Vom Startblock springen, zum Sport gehen, pünktlich bei der Ergo sein, ein Instrument üben, Medis nehmen ohne murren, dies und das und jenes üben, wenn andere schon draußen spielen, ohne Freunde auskommen müssen, Mobbing aushalten … Dinge, die für andere Menschen einfach oder sogar unnötig sind.

Es hat mich traurig und nachdenklich gemacht, wie wir mit Kindern und Jugendlichen in der Schule umgehen. Gerade, weil ich derzeit in meiner Psychotherapiegruppe die Extreme so versammelt sehe. Eine 1er Abiturientin, die totunglücklich ist, und ein anderes tolles Mädchen, die gerade durchs Abi gefallen ist.

Schule kann krank machen. Zeugnisse können wie seelische Traumata wirken.

Lehrerinnen und Lehrer:  Denkt bitte mal drüber nach, was ihr da macht! Mir geht es nicht um Noten, mir geht es um die Verurteilung, die häufig damit verbunden ist.

Dagegen ist das eigene Zeugnis, als Urkunde wie von leidenschaftlichwidersynnig vorbildlichst gestaltet, der richtige Blick auf die tollen Seiten unserer Kinder.

Nachmachen und stolz auf diese besonderen Kinder sein. Man darf es ihnen auch zeigen!

Hohe Intelligenz dank Ritalin?

Vorgestern sah ich den neunjährigen Oliver* in der Sprechstunde. Ich kenne den Knaben seit Januar 2012. Bei ihm liegen eine ADHS und eine Rechtschreibschwäche vor. Es erfolgten eine Verhaltenstherapie, eine medikamentöse Therapie sowie ein qualifiziertes Rechtschreibtraining bei einer auf ADHS-Kinder spezialisierten Lerntherapeutin.

Als Oliver und seine Mutter die Praxis betraten, sah ich, dass der Knabe gerötete Augen hatte. Die Mutter gab mir zu verstehen, dass sie zuerst allein mit mir sprechen möchte. So bat ich sie ins Sprechzimmer, wo sie mir dann Folgendes berichtete:

Oliver hat am Mittwoch das Zeugnis erhalten. Er ist in allen Fächern eine halbe bis eine ganze Note besser geworden. Seit dem gehe es ihm nicht gut. Er sage, dass sei nicht sein Zeugnis, er habe das nicht verdient. Das sei alles nur wegen der Tablette. Die Mutter berichtete, bisher erfolglos versucht zu haben, dies Oliver auszureden. Deswegen sei es auf der Herfahrt im Auto wieder zu Tränen gekommen.

Anschliessend bat ich Oliver ins Sprechzimmer. Er wirkte immer noch recht niedergeschlagen. Die Kopie des Zeugnisses vor mir liegend, gratulierte ich ihm für seinen Einsatz und seinen Schulerfolg.

Oliver taute langsam auf. Es zeigte sich, wie auch schon bei früheren Gesprächen, dass der Knabe das Medikament an sich gut tolerierte und weder unerwünschte Nebenwirkungen, noch irgend ein Unwohlsein vorlagen. Schliesslich stellte sich heraus, dass Oliver seinen guten Leistungen einfach noch nicht traute.

Dass er plötzlich so gut sei in der Schule, könne doch gar nicht möglich sein. Da stimmte etwas nicht, erklärte mir der übrigens sehr intelligente Knabe sehr bestimmt. Das sei alles nur wegen der Pille.

Die Stimmung des Knaben besserte sich im Gesprächsverlauf zunehmend und ich fragte Oliver alsbald, ob er denn schon mal eine Tablette mit Händen zum Schreiben gesehen habe? Oder eine Pille mit Augen zum Lesen? Oder eine mit einem Gehirn zum Nachdenken? Oliver, ein schlauer Kerl, schaltete sofort: „Aha!“, sagte er und schwieg einen Moment lang. „Stimmt eigentlich“ murmelte er dann vor sich hin.

Ich ergriff dann seine rechte Hand und sagte:

Diese Hand hält den Füller und schreibt die Tests und Prüfungen – und nicht die Pille“. „Und diese Augen lesen einen Text – oder hast Du schon mal eine Pille mit Augen gesehen?“

Oliver strahlte. Er wirkte sichtlich erleichtert. Ich war’s auch.

Es kommt immer wieder einmal vor, dass Kinder mit einer ADHS, welche auf die Therapie schnell und gut ansprechen, überrascht sind über die zahlreichen und schnellen positiven Veränderungen. Die Kinder gewöhnen sich normalerweise schnell daran, dass sie nunmehr Schulleistungen erbringen können, welche für sie „stimmen“ und für welche sie sich nicht mehr zu schämen brauchen. Die persönliche Verunsicherung durch die lange ungerechtfertigt schwachen Schulleistungen war einfach auch bei Oliver sehr hoch.

Stimulanzien machen nicht intelligenter. Sie können einem Kind aber helfen, Schulleistungen zu erbringen, welche ihrem IQ und ihrer Motivation entsprechen. Für das Kind ist das enorm wichtig, weil erwartungswidrige schulische Minderleistungen Kinder psychisch meistens sehr stark belasten und weil ausgewogene Schulleistungen eine der wichtigsten Quellen der Seelennahrung für Kinder darstellen.

Selbstverständlich ist die medikamentöse Behandlung ausschliesslich für Kinder mit einer ADHS, bei Vorliegen einer sorgfältigen Indikationsstellung und nur im Rahmen einer multimodalen Therapie gerechtfertigt. Wenn den erwartungswidrigen schulischen Minderleistungen andere Ursachen zugrunde liegen, sind andere Massnahmen erforderlich. Eine Entscheidung darüber erfordert immer eine gründliche Abklärung.

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* Name und andere Hinweise, welche zur Identifizierung des beschriebenen Kindes führen könnten, wurden selbstverständlich abgeändert.

ADHS Motivation und Dopamin

Vermutlich werden nicht alle Leser den Begriff „neurotypisch“ kennen. Damit sind nun Menschen gemeint, die hinsichtlich der neuropsychologischen bzw. neuropsychiatrischen Grundausstattung des Gehirns der (grauen) Masse entsprechen. „STINOS“ = stinknormale Menschen, wie ich sie gerne nenne.

Nun ja, was unterscheidet nun hinsichtlich der Motivation Stinos (neurotypische Kinder) von ADHS-Kids ?

Mit dieser Frage beschäftigt sich das sehenswerte englischsprachige Video (via The Family-Coach Lynne Kenney http://www.lynnekenney.com ):

ADHS-Kids haben ja keine Probleme sich zu motivieren – wenn es nun eine Aufgabe, eine Person oder eine Belohnung ist, die subjektiv eine hohe Attraktivität hat. Das Problem der ADHSler ist, dies auch bei eher „normalen“ bzw. eher langweiligen (Pflicht-) Aufgaben aufrecht zu halten. Und dies wiederum ist stark mit dem Botenstoff des Gehirns Dopamin verknüpft.

Aus der neurobiologischen Grundlagenforschung wissen wir halt, dass ADHSler zwar keinen absoluten MANGEL an Dopamin haben, wohl aber eben durch die Besonderheiten im Bereich der sog. Dopamin-Wiederaufnahme eine geringere Verfügbarkeit dieses für Erfolg und Streben nach einem Ziel so wichtigen Belohnungsstoffes. Wichtig dabei ist aber, dass ein ZIEL da sein muss. Und man ins Handeln kommt.

Die Grundidee bei ADHS ist jetzt, dass man Aktivitäten, die nun weniger „prickelnd“ sind, mit Aufgaben mit höherer Dopamin-Ausschüttung kombiniert. Nach meiner Erfahrung sollte man aber nicht darauf hoffen, dass dies im Sinne einer längerfristigen Belohnung als Anreiz funktioniert. Eher müsste man sein Gehirn halt durch ein wenig „Anreiz“ und Erfolg schon mal „vorglühen“, damit man dann eben auch etwas langweiligere Aufgaben erledigt.

Eben hatte ich dies auch in einer Therapiestunde. Meine Patientin war (verständlicherweise durch familiären Dauerzwist) ziellos. Sie hängt dann buchstäblich in einer dysphorischen (gereizten) Miesepeterstimmung, weil sie keine Ziele hat. Ich hatte dann vorgeschlagen, sie könnte ein Musikinstrument lernen. Toller Vorschlag … So wie bei so vielen ADHSlern hatte sie schon zig Sachen als Kind ausprobiert, aber nicht weiter verfolgt. Bis dann beim Saxophon die Eltern Stop gesagt haben. Weil es zu teuer gewesen wäre, ihr nach etlichen frustrierten Elternstolz-Anläufen auch noch ein Saxophon für 14 Tage zu kaufen. Dabei hätte sie jetzt wirklich Lust auf Saxophon. Was ihr damals fehlte, war ein funktioneller Zugang zum Lernen. Also einen Grund, WOFÜR sie das Üben auf sich nehmen sollte. Was kann ich damit anfangen ? Auf sehr praktischer Ebene.

Wir haben dann weiter überlegt. Wie so häufig darf man sich als Therapeut dann nicht entmutigen lassen. Ich habe weiter (verrückte, gute und schlechte) Vorschläge gemacht. Was das Gehirn ein wenig „entblockt“. Nicht der Inhalt der Vorschläge war es, sondern das über die Blockade hinweg in einen zuversichtlichen „Modus“ schalten. Plötzlich kam sie auf die Idee, dass sie ja eigentlich den Führerschein machen will. Und dass sie sich mal erkundigen könnte, ob sie hier damit anfangen könnte … Dann kam sie auf die Idee einer Patientenzeitung mit positiven Erlebnissen und Erfolgen. Was ich auch für eine sehr gute Idee halte. Und zuletzt erzählte sie mir, dass sie einen Zeitungsartikel ans schwarze Brett gehängt hatte mit 50 Dingen, die ein Norddeutscher gemacht haben müsste. Leider würde er schon nicht mehr hängen. Ich hatte den Artikel schon gesehen und sofort die Idee geklaut und wollte in einem Workshop mal 50 Dinge sammeln, die ein ADHSler getan haben müsste… (Vorschläge nehme ich auch hier gerne an).

Fazit: Sie war plötzlich in einer ganz anderen Stimmung. Ihr Gesichtsausdruck änderte sich, sie konnte sich Ziele besser vorstellen und sie damit auch verfolgbarer machen.

Was wiederum für mich eine Motivation war, den Artikel zu Ende zu schreiben. Erfolgreiche Motivation 🙂