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Murmel, Murmel, Aufschieberitis

Die Kugel rollt. Nein, nicht beim Roulette. Sondern in der Aufschieberitis-Ambulanz. Zumindest wenn man Stern-Online glauben soll.

Es geht um die Prokrastination von Studenten bei der Erledigung von unliebsamen Aufgaben. Erstmal die Erwartungen um 50 % kappen. O.k. Und sich selber damit motivieren, was man schon von den Aufgaben erledigt hat. Also beispielsweise dadurch, dass man jeweils für jede erledigte Pflicht eine Murmel in ein Gefäss legt und dadurch schaut, wieviel man schon geschafft hat.

Einerseits gefällt es mir besser, eine DONE-Liste für erledigte Dinge, als eine To-do-Liste für die bis in alle Ewigkeit noch nicht erledigten Dinge zu führen. Und grundsätzlich finde ich es auch gut, dass man Erfolge in dieser Form visualisiert = sichtbar macht. Ich habe auch schon entsprechend Zigarettenschachteln zur Selbstbeobachtungs-Tagebüchern für Veränderungen umfunktionieren lassen.

Dennoch weiss ich nicht, ob solche Verstärkerpläne bzw. Token-Systeme bei Studenten wirklich greifen.

Was hilft ist u.a. Aufgaben ins Rollen zu bringen bzw. eine eher langweilige oder unangenehme Aufgabe in einen Stapel von leichteren „runden Sachen“ zu legen und gleich mit zu erledigen. Also nicht anzuecken mit einer Aufgabe, sondern es „rund“ zu halten, damit es läuft.

Womit wir wieder bei Murmeln oder anderen Bällen wären …

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Wenn-Dann-Pläne wissenschaftlich gesehen

Piero hatte ja schon auf die Möglichkeit bzw. Sinnhaftigkeit von Wenn-Dann-Plänen für die Verhaltenssteuerung von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen mit ADHS aufmerksam gemacht. Ein Beitrag, der u.a. auch in den ADHS-Foren Aufmerksamkeit und Diskussion verursachte.

Wie ich jetzt erst bemerkte (manchmal ist meine Aufmerksamkeit halt woanders) ist auf dem Blog von Prof. Lauth auch ein Beitrag, der sich mit Studien bzw Metaanalysen zu Wenn-Dann-Plänen beschäftigt. Wenn-Dann-Pläne funktionieren bei ADHS-Kindern.

To-do-Listen, GTD oder die Qual der Wahl bei ADHS

Auf meiner To-do-Liste stand schon seit einigen Tagen, einen Artikel über To-do-Listen und Internet-Apps zu schreiben. Tenor: Warum To-do-Listen nicht funktionieren.

Auslöser war u.a dieser Internet-Beitrag zum gleichen Thema, den ich aber erstmal nicht wiederfand. Ist aber lesenswert.

Jetzt neuer Anlauf nach meinem Prinzip: Alles, was man in 2 Minuten sofort erledigen kann, nicht aufschreiben auf eine Liste, sondern sofort machen.

Ich bin eigentlich ein Fan von Aufgabenlisten (To-do-Listen). Das bedeutet, dass ich immer wieder neue Listen anfange oder neue Apps ausprobiere. Eine neue Iphone-App (Clear) gibt es noch gar nicht und ich bin schon gespannt.
Weil sie „einfacher“ sein soll. Das versprechen nun leider alle diese „Getting-Things-Done“ (GTD) oder ähnlichen Techniken. Daher fängt man dann zig Listen an, die man aber dann vergisst oder nicht weiterführt.

Derzeit nutze ich einen Zettel und Stift (wenn ich den Kugelschreiber nicht verlege) oder aber die Erinnerungsfunktion meines iPhone. Ich achte darauf, dass es nicht mehr als 5 Aufgaben werden (3 sind realistisch) und mindestens 1 MUSS gemacht werden.

Wenn es um Aufgaben in der Klinik geht, delegiere ich die Verantwortung für das Erinnern ein Stück an meine Patienten. Sie sollen beispielsweise bei Medikamentenänderungen ihre Akte von den Schwestern in mein Fach legen. Da sehe ich dann die Akte an einem festen Platz. Statt mir also zu merken, dass ich etwas NICHT VERGESSEN soll, sehe ich es physikalisch. Das hilft.

Wie in dem Artikel oben, wären Kalender sehr gut geeignet. Hier würde ich mir aber eher einen Zeitstrahl als einen herkömmlichen Zeit- oder Wochenplan wie in der Schule wünschen.

Eigentlich wünsche ich mir aber ein System, dass einerseits über die WENN-DANN-Logik funktioniert (siehe den Beitrag von Piero). Das ist schon ein wenig beim iPhone Siri-System gegeben: „Wenn ich das Büro verlasse, erinnere mich daran, noch Brot mitzubringen …).

Oder aber: Symbole oder Fotos nutzen! Visuelle Informationen merkt sich das ADHS-Gehirn weit besser als „Ich sollte eigentlich noch die Aufgabe XY erledigen“.